Förderprogramm „Energetische Stadtentwicklung“
Klimaschutz contra Finanzen

Laer -

Die Gemeinde hat sich den Klimaschutz auf die Fahne geschrieben mit einem Klimaschutzkonzept und einem Klimaschutzmanager. Doch wie ernst ist es Verwaltung, Politikern und auch Bürgern mit der konkreten Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen? Und ist man bereit, dafür trotz kritischer Haushaltslage Geld auszugeben?

Mittwoch, 28.11.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 14:50 Uhr

Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klima- und Landschaftsschutz diskutierte am Montag, ob Laer sich einem Förderantrag des Kreises für das Programm „Energetische Stadtentwicklung“ anschließen soll.

Hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt sich die Idee, nicht nur einzelne Gebäude energetisch zu sanieren, sondern Teilbereiche des Gemeindegebietes, so genannte Quartiere. Prinzipiell spart die energetische Gebäudesanierung Energiekosten und senkt den Ausstoß von Kohlendioxid. Das Förderprogramm soll dabei die Umsetzung von „Quartierskonzepten“ unterstützen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt einen Zuschuss von 65 Prozent der Projektkosten. Der Kreis Steinfurt hat bereits erfolgreich einen Sammelantrag für sieben Kommunen gestellt. Laer könnte sich dem Verfahren anschließen. Die Quartiersentwicklung würde über den beim Kreis Steinfurt angesiedelten Verein „energieland2050“ koordiniert. Vor Ort wäre Klimaschutzmanager Daniel Matlik zuständig. Zunächst müssten Grundlagen erarbeitet werden. Das Konzept soll binnen eines Jahres erstellt werden und im Ergebnis Angebote, Möglichkeiten und Maßnahmen aufzeigen.

„Ein mögliches Laerer Quartier wäre der Ortskern. Energetische Stadtentwicklung wäre hier sinnvoll“, so Klimaschutzmanager Daniel Matlik, der das Projekt plausibel präsentierte. „Das ist eine große Chance und kann viele Impulse bringen“, betonte Matlik. Bei der Erarbeitung sollen selbstverständlich alle Gebäudeeigentümer einbezogen werden.

Das Gesamtbudget für die Aufstellung des Quartierkonzeptes wird mit 37 000 Euro veranschlagt. Die KfW-Förderung beträgt 24 000 Euro. Hinzu kommt ein pauschales Sponsoring durch den Verein „energieland2050“ in Höhe von 5000 Euro. Laer müsste also noch 8000 Euro beitragen, wovon 3000 Euro für den Personaleinsatz gerechnet werden. Übrig bleiben dann noch 5000 Euro reiner Finanzbeitrag. „Bisher ist das im Haushalt nicht verankert, denn es ist eine freiwillige Leistung und damit eine zusätzliche Belastung“, stellte Kämmerer Thorsten Brinker klar. Wie die Finanzaufsicht dazu stehe, müsse geprüft werden.

„Durch dieses Förderprogramm können wir mit wenig Geld viel bewirken und Investitionen anstoßen. Es dient nicht nur dem Umwelt- und Klimaschutz, sondern fördert auch die heimische Wirtschaft“, befürwortete Bürgermeister Peter Maier den Antrag. Das bewertete die Ausschussvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer ähnlich. „Außerdem können wir damit Anreize für die Menschen schaffen, im Bereich energetische Sanierung aktiv zu werden.“

Bei der CDU überwogen hingegen die Bedenken. Vowinkel: „Das Projekt an sich ist gut, aber wir sehen nicht, wo die 5000 Euro eingespart werden könnten und die freiwilligen Leistungen wollen wir nicht weiter kürzen.“

Elke Schuchtmann-Fehmer warb dafür, die Möglichkeiten im Haushaltsplan zu überprüfen. Damit die Fraktionen die Sachlage überdenken können, vertagte der Ausschuss die Entscheidung. Ob Laer sich dem Förderantrag anschließt, entscheidet sich in der nächsten Ratssitzung.

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