Besondere Einladung
„Äußerst spannend und vielfältig“

Laer -

Seit 2008 bietet Norbert Surmund seine Rundgänge als Nachtwächter durch Laer an. In diesen zehn Jahren hat er einiges erlebt. Um den zehnten Geburtstag der abendlichen Spaziergänge entsprechend zu würdigen, lädt der 67-Jährige am 10. Februar zu einer besondere Führung ein, die um 18 Uhr Station in der Bartholomäuskirche macht. Dort sind dem Nachtwächter dann alle Bürger – besonders Familien mit Kindern – willkommen.

Freitag, 25.01.2019, 17:26 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 17:30 Uhr
Im Jahr 2008 hat Norbert Surmund seine Rundgänge als Nachtwächter durch Laer begonnen. Zunächst bot er seine Touren auch tagsüber an. Doch inzwischen finden diese nur noch abends statt. Die Montur hat der 67-Jährige sich selbst zusammengestellt. Dazu gehören als besondere Merkmale die Laterne, ein Horn und der Stock.
Im Jahr 2008 hat Norbert Surmund seine Rundgänge als Nachtwächter durch Laer begonnen. Zunächst bot er seine Touren auch tagsüber an. Doch inzwischen finden diese nur noch abends statt. Die Montur hat der 67-Jährige sich selbst zusammengestellt. Dazu gehören als besondere Merkmale die Laterne, ein Horn und der Stock.

Für Norbert Surmund ist es eine wahre Leidenschaft, denn er liebt das Ewaldidorf und seine Geschichte. „Die ist äußerst spanend und vielfältig“, meint der Laerer. Und weil das so ist, will er diese auch möglichst vielen Bürgern und Besuchern auf unterhaltsame Art und Weise nahe bringen. Das gelingt dem 67-jährigen erfolgreich als Nachtwächter.

Gefühlt hat er schon alle Laerer durch ihre Heimatgemeinde geführt, denn immerhin gibt es die Rundgänge mit ihm durch das beschauliche Dorf schon seit zehn Jahren. Um das zu würdigen, hat sich der Heimat- und Geschichtsfreund etwas besonderes ausgedacht. So lädt er am 10. Februar (Sonntag) zu einer besonderen Führung ein, die wie immer um 17.15 Uhr auf dam Rathausplatz beginnt. Interessierte können sich dafür beim Dorfmarketingverein unter Telefon 91 06 10 anmelden. Noch sind einige Plätze frei.

„Mehr als 25 Teilnehmer kann ich nicht mitnehmen“, bedauert der Initiator, dass seine Kapazitäten begrenzt sind. Um aber möglichst vielen Bürgern etwas zu bieten, lädt er die gesamte Bevölkerung – besonders Familien mit Kindern sind willkommen – um 18 Uhr in die Bartholomäuskirche ein. Seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Laer werden an diesem Abend die Chorfenster, die von Professor Werner Dieckmann aus Kempten stammen, von außen beleuchten.

„Das ist schon etwas ganz besonderes“, schwärmt der Allrounder, der nicht nur Mitglied der Feuerwehr, sondern auch in zahlreichen Vereinen sowie in der Kommunalpolitik aktiv ist und zudem Interesse an der Kirchengemeinde hat. Deren Werdegang verfolgt der Alteingesessene ebenfalls seit Jahren interessiert. Nicht umsonst hat der Familienvater seit 1979 alle Pfarrbriefe in acht Büchern gesammelt. In ihnen befindet sich auch eine kleine Geschichte der Pfarrkirche, die er spannend findet.

„Ich werde das linke und das rechte Chorfenster und seine Heiligen vorstellen“, kündigt der Nachtwächter an. Das in der Mitte enthalte die österliche Darstellung, die hinlänglich bekannt sei. „Die Kinder sollten ein Kissen mitbringen“, rät der Redner, was vermuten lässt, dass seine Ausführungen etwas länger dauern. Doch, wer Surmunds Erzählart kennt, weiß, dass sie meistens unterhaltsam und amüsant ist. Das zeigt sich auch während seiner Führungen. „Jede ist anders“, freut sich der Akteur über die willkommene Abwechslung bei den abendlichen Spaziergängen, die unter anderem am Ewaldibach, an Potthofs Mühle und am Ackerbürgerhaus vorbeiführen und später im historischen Ratssaal enden, wo es zum Abschluss stets einen braunen Korn gibt. Immer wieder gerne erzählt der Nachtwächter auch vom früheren Milchwagenfahrer August Lengers, der nach durchzechter Nacht bei einem Schützenfest mit der Postkutsche zusammengestoßen ist. Danach landete sein Gefährt im Ewaldibach, der sich durch die ausgelaufene Mich weiß verfärbte.

Sogar eine Mordgeschichte gehört zu seinem Reportiere. Das Verbrechen ereignete sich am 17. November 1931. Ihm fiel eine Laererin namens Christina zum Opfer, die ein unter Alkohol stehender Betriebshelfer aus Bottrop mit der Axt erschlagen hat.

Wie er zu seinem Nachtwächter-Job gekommen ist?“ „Ich war mir meinem Frühschoppen-Club in Rothenburg ob der Tauber unterwegs und da haben wir einen Nachwächter gesehen und uns angeschlossen“, berichtet der Laerer von der entscheidenden Begegnung, die ihn dazu inspirierte, so etwas auch in seiner Heimatgemeinde anzubieten. Und der Erfolg gibt ihm Recht, wie die vergangenen zehn Jahre zeigen. Immerhin bietet der Rentner pro Jahr rund 30 Führungen an.

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