Traurig und heiter zugleich
Pantomime bewältigt einen künstlerischen Spagat

Laer -

Über den Tod zu reden, fällt vielen Menschen schwer. Senioren sagen oft, dass sie keine Angst vor ihm haben, nur die Umstände, unter denen ein Abschied stattfindet, seien eben durch Ungewissheit bestimmt und daher Furcht einflößend. In der evangelischen Matthäuskirche trat jetzt der Pantomime Christoph Gilsbach auf. Er folgte der Einladung der Ersten Vorsitzenden des Hospizvereins Steinfurt, Annette Schulze Frieling, der Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Laer, Dagmar Spelsberg-Sühling und der Kulturbeauftragten der Gemeinde Laer, Gudrun Homann.

Sonntag, 10.02.2019, 23:29 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 16:08 Uhr
Laers Kulturbeauftragte Gudrun Homann (l.) und Pfarrerin Dagmar Spelsberg begrüßten den Künstler und Pantomimen Christoph Gilsbach zu seinem Auftritt in der Laerer Matthäuskirche.
Laers Kulturbeauftragte Gudrun Homann (l.) und Pfarrerin Dagmar Spelsberg begrüßten den Künstler und Pantomimen Christoph Gilsbach zu seinem Auftritt in der Laerer Matthäuskirche.

Den Künstler begleitet eine selbst gebaute Gestalt, die kein Gesicht hat, einen grauen Mantel trägt, und so etwas befremdlich wirkt. Anders empfindet das Christoph Gilsbach aus Münster. „Die Figur ist ein Freund, ein Vermittler in der Kommunikation zwischen Schwerkranken und Sterbenden“, sagt er. Als Pantomime, Krankenhaus-Clown und Zauberer in Altenpflegeheimen sei ihm die Auseinandersetzung mit dem Tod vertraut geworden. So zeigt der Akteur, dass der Tod als Dreh- und Angelpunkt des Lebens agiert. Dazu hat Gilsbach ein Kaleidoskop entwickelt, das unter anderen Stichwörtern, wie „Leben, Vergänglichkeit, Jung und Schön, Der Held, Die Unzufriedenheit“ sowie Abschied und Loslassen“ unerwartete Begegnungen spiegelt. Sie entschlüsseln, dass der Tod überall ist, gerade mitten im Leben, auch wenn die Menschen es nicht zulassen wollen. So sind die Szenen harmlos, eine Frau, die sich schminkt, spielende Kinder, oder dramatisch, wenn eine Mutter ihr Kind verliert.

Doch kann man sich auf so etwas Endgültiges wie den Tod einstellen? Zumindest in seiner Pantomime kann der Zuschauer sich ohne beklemmende Gefühle seinem Ende stellen, wenn er es will. Am Ende zeige es sich, gehe ich wie ein Narr, leicht und unvoreingenommen, oder begreife ich, ganz weise, dass Leben und Tod einander bedingen, meinte Gilsbach. Dann, so der Künstler weiter, begreife jeder, dass alles einen Anfang und ein Ende habe. Aber dazwischen sei das pralle, schöne Leben, dass es zu genießen gelte. Ein künstlerischer Spagat, den der Pantomime mit besonderem Einfühlungsvermögen für das Menschliche und Empathie für den Tod bewältigte. Deshalb wurden am Ende bunte Schmetterlinge verteilt, die mit den Gedanken an das Ende versöhnten. Ein bewegendes Event, da waren sich alle an diesem Abend einig.

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