Besondere Jubiläums-Führung
Hommage an die Laerer Pfarrkirche

Laer -

Viel Wissenswertes über die Heiligen, die die Chorfenster der St.-Bartholomäus-Kirche zieren, erfuhren die Bürger, die am späten Sonntagnachmittag der Einladung des Nachtwächters Norbert Surmund in das Gotteshaus gefolgt waren. So zum Beispiel, dass Professor Heinrich Dieckmann aus Köln, die Fenster gestaltet hat und sie 1940 eingesetzt wurden.

Montag, 11.02.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 16:08 Uhr
Die drei Chorfenster der katholischen Kirche in Laer, die Professor Heinrich Dieckmann aus Köln gestaltet hat, wurden während des Vortrages von Norbert Surmund durch seine Feuerwehrkameraden von außen angestrahlt.
Die drei Chorfenster der katholischen Kirche in Laer, die Professor Heinrich Dieckmann aus Köln gestaltet hat, wurden während des Vortrages von Norbert Surmund durch seine Feuerwehrkameraden von außen angestrahlt. Foto: Nix

Einen passionierten Nachtwächter kann nichts aufhalten, Regen schon gar nicht. Zwar war das Wetter am Sonntagabend echt ungemütlich, doch Norbert Surmund führte sein Publikum trotzdem stilecht mit Lanze, Horn und Laterne durch den Ort. Selbst als sich das Wasser in der breiten Krempe seines Hutes zu sammeln begann, ließ der 67-jährige Heimatfreund sich nicht beirren. Einmal „nicken“ und schon löste sich das Problem in Luft auf.

Es war keine der gewöhnlichen Nachtwächter-Führungen, mit denen der Laerer seit zehn Jahren im Ewaldi­dorf unterwegs ist (wir berichteten). Diesmal wurde als kleine Hommage an diese Dekade ein Besuch in der katholischen Pfarrkirche integriert. „Ich habe festgestellt, dass lange nicht mehr über die Chorfenster gesprochen worden ist“, sagte der Experte für die örtliche Geschichte. Die von Professor Heinrich Dieckmann aus Köln gestalteten Fenster wurden 1940 eingesetzt.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Laer beleuchteten die imposanten Darstellungen von Heiligenfiguren aus farbigem Glas von außen, so dass sie im Inneren des Gotteshauses ihre volle Pracht entfalteten. Zahlreiche Laerer jeder Generation fanden sich in der Bartholomäuskirche ein, die nur von Kerzen beleuchtet wurde.

Einige Heiligendarstellungen sind mit Namen versehen, andere nicht. „Fast alle sind an ihren Attributen zu erkennen“, so Surmund. Als Erkennungszeichen dienen Abzeichen des Märtyrertodes oder Hinweise auf deren Leben. So wurde beispielsweise die Heilige Apollonia mit glühenden Zangen gemartert. Dem entsprechend trägt sie in ihrer Darstellung eine Zange und die wiederum ließ sie zur Patronin der Zahnärzte werden.

Unter den Heiligen des linken Fensters ist St. Petrus zu sehen. Ihn identifiziert das umgekehrte Kreuz. Der Apostelfürst und erste Papst erlitt den Kreuzestod in Rom. Nach Eusebius wurde er mit dem Kopf nach unten hingerichtet.

Die heilige Monika ist neben Petrus als Matrone mit Schleier und ihrem Sohn dargestellt. Dass sie ihrem irregegangenen Sprössling durch Sorgen, Tränen und Gebete half, der berühmte Bischof Augustinus zu werden, spiegelt sich in ihrem Patronat. Die heilige Monika ist die Schutzheilige der Frauen und Mütter, für die Belehrung ungeratener Kinder und für christliche Müttervereine.

So erfuhren die Kirchenbesucher zahlreiche Details über das Leben der Heiligen, die das linke und rechte Chorfenster des Gotteshauses zieren. In der Mitte des rechten ist die heilige Agnes als Christusträgerin zu sehen. Sie trägt ein Lamm in den Armen, ein Sinnbild des Gotteslammes. Über die Art ihres Martyriums gibt es keine sicheren Informationen. Sie ist die Patronin der Keuschheit, der Jungfrauen und der Gärtner, erläuterte der Nachtwächter.

Manch weitere Heiligenfigur wie Hermann Josef, Schutzpatron der Uhrmacher oder der heilige Thomas von Aquin, zuständig für das Wohl des katholischen Schulwesens, der studierenden Jugend, der Bleistifthändler und der Buchhändler sind in den Kirchenfenstern des Gotteshauses der Heiligen Brüder Ewaldi verewigt.

Norbert Surmund rückte die Heiligen mit seinem Vortrag wieder ins Bewusstsein des Publikums, das gespannt seinen Ausführungen folgte.

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