Köstlich
Ein unschlagbares Trio

Laer -

Ob miese Laune, schlechtes Wetter, Ärger mit dem Chef oder andere Sorgen, Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther schaffen es jedes Mal aufs Neue, die Widrigkeiten des Lebens vergessen zu lassen. So war es auch am Donnerstagabend, als das Kabarett-Trio aus Münster mit seiner Abrechnung „Storno“ in der Turnhalle am Hofkamp gastierte und allen bewies, dass es sich gelohnt hat, für die begehrten Eintrittskarten anzustehen.

Freitag, 22.02.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 13:55 Uhr
Eine atemberaubende Bühnenschau boten Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen (v.l.) in der Laerer Turnhalle.
Eine atemberaubende Bühnenschau boten Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen (v.l.) in der Laerer Turnhalle. Foto: abi

Von wegen, die wollen nur spielen. „Storno“ kommt ohne Kostümierung gleich zur Sache. In Laer waren am Donnerstag in der rappelvollen Turnhalle am Hofkamp die drei Herren, Harald Funke , Thomas Philipzen und Jochen Rüther zu Gast. Gemäß dem Programmtitel „Abrechnung 2018“ rechneten sie mit den Höhepunkten 2018 ab.

Die Hitzewelle und der Staatsfeind Nr. 1, Mesuit Özil, sorgten als Zielscheibe für die Gags des Abends. Durch die Hitze gaben die Kühe schon H-Milch und Özil war an der verpatzen WM 2018 Schuld, obwohl, „nur die Nationalelf hielt wenig von Bewegung und zeigte damit Charakter. Sie machte uns zur einzigen Nation, die Putins WN nachhaltig boykottierte.“

Nacheinander forderten Wortspiele, Gags und Musik ihren Tribut. Das Publikum kam kaum zum Luftholen. Manch einer benötigte ein Taschentuch für die Tränen, die vor Lachen flossen. Aber wenn Wagenknecht „Aufstehen“ ruft, dann kontert Storno: „Noch einmal umdrehen“.

Auffällig die feinsinnige Beobachtung der Themen in den Medien. Worauf reagieren die Massen, ja, auf Emotionen. Dass Helene und Florian kein Paar mehr sind, und Jack Wilde mit 78 noch ein Kind gezeugt habe. Auch die Bewegung in der CDU wird kommentiert, wobei Funke glaubt, „Angie wird wiederkommen als französische Präsidentin“, während Philipzen mit Dieter Thomas Heck dagegen hält, „dreimal dabei, bitte nicht mehr melden.“

Seehofer, den gäbe es gar nicht, meint „Storno“, der sei ja eine Erfindung von Putin. Der habe Angie beauftragt, in Ingolstadt einen „Horst“ zu bauen. Frankenstein lässt grüßen. Alle wollten ins Weltall und da sei die Bavaria One dabei. Halt, das klappe nicht, die sei ja heißluftbetrieben, doch im Weltall fehle die Atmosphäre. Vor allem für die Lobbyisten.

Das Bienensterben habe nun große Beachtung in Bayern gefunden, leider habe den Wespen keiner Bescheid gesagt. Auch das Umweltproblem Plastik wird aufgegriffen, wenn Fischstäbchen zu Radiergummi mutieren.

Köstlich kritisierte der Song „California Dreaming“ von den Mamas und Papas als Versöhnungslied die Ungleichheit zwischen Mann und Frau im Alltagsleben.

Zuletzt gibt Storno noch eine Warnung an alle Asyltouristen: „Wenn das deutsche Schlepperschiff Aida vor Tripolis kentert, ertrinken womöglich 4 800 deutsche Bootpeople, weil sie sich an das Büfett gekettet haben. Krönender Abschluss bildete der Auftritt von Harald Funke als „Angie“. Er wurde heiß umjubelt. Super auch die Zugaben ohne die, die Laerer das beliebte Kabarett-Trio aus Münster nie von der Bühne lassen. Während Thomas Philipzen Altrocker Udo Lindenberg parodiert, gibt Harald Funke mit „Bochum“ den Herbert Grönemeyer. Ein wenig kultivierter hätte es Jochen Rüther lieber, der den gebildeten, aber stocksteifen und sturen Westfalen verkörpert, von dem man annehmen könnte, dass er zum Lachen lieber in den Keller geht.

Keine Frage, die drei Akteure sind als Trio einfach unschlagbar. So lieferten sie wieder ein tolles, bissiges, politisches Programm, das die Zuschauer für diesen Abend die Widrigkeiten des Lebens vergessen ließ. Bemerkenswert auch die musikalischen und mimischen Talente der Künstler, deren Bühnenshow atemberaubend ist.

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