Ewaldi-Apotheke an der Pohlstraße schließt
Ein wehmütiger Abschied nach 60 Jahren

Laer -

Ein Stück Apothekengeschichte der Gemeinde endet am 31. März. Dann schließt die Ewaldi-Apotheke an der Pohlstraße nach genau 60 Jahren die Türen zu. „Das ist kein Aprilscherz“, sagt Apotheker Jürgen Giese mit etwas Wehmut.

Freitag, 29.03.2019, 18:00 Uhr
Jürgen Giese und Beatrix Luce-Giese nehmen Abschied von ihrer Ewaldi-Apotheke und konzentrieren sich ab dem 1. April auf die Weiterführung der Vital-Apotheke.
Jürgen Giese und Beatrix Luce-Giese nehmen Abschied von ihrer Ewaldi-Apotheke und konzentrieren sich ab dem 1. April auf die Weiterführung der Vital-Apotheke. Foto: Rainer Nix

Doch es gibt eine Alternative. Die Vital-Apotheke an der Hohen Straße übernimmt das Ewaldi-Warensortiment und ist in der Woche täglich geöffnet.

Die Vital-Apotheke läuft seit Eröffnung im Jahr 2000 unter Regie von Ehefrau und Apothekerin Beatrix Luce-Giese .

Das war nicht immer so. „Bevor mein Vater Eduard Luce die Ewaldi-Apotheke am 1. April 1959 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Heimatcafés gegenüber der Kirche eröffnete, gab es in Laer nur eine ‚Rezept-Sammelstelle“,‘ erinnert Luce-Giese. Diese befand sich in einer Gastwirtschaft. Welche das war, weiß sie heute nicht mehr.

Für die Arzneimittelversorgung der Gemeinde war vor 1959 die „Hirsch-Apotheke“ in Horstmar zuständig. Die Rezepte brachte ein Kurier per Fahrrad in die Burgmannsstadt, bevor er mit Medikamenten zurückkehrte. 1974 zog die Ewaldi-Apotheke an den Standort Pohlstraße. „Dort befand sich zuvor die Sparkasse, die zeitgleich zur Kreuzung Darfelder Straße/Ecke Hohe Straße umzog“, erinnert sich die Apothekerin. Unerwartet verstarb Apothekengründer Luce 1986 mit 63 Jahren. Nach kurzer Verpachtungsphase übernahm Jürgen Giese mit Ehefrau die Ewaldi-Apotheke am 1. Juli 1989.

„Die Zeiten ändern sich“, sagen beide. „Es wird bürokratisch immer aufwendiger und personalintensiver, eine Apotheke zu führen. An einen Verkauf ist nicht zu denken, denn Apotheker stehen nicht gerade Schlange, um die Apotheke in einem kleinen Ort zu übernehmen“.

Giese: „Das Apothekensterben im ländlichen Raum resultiert nicht nur aus einem scharfen Wettbewerb, sondern liegt auch an den politischen Rahmenbedingungen. Der Versandhandel im Internet ist dabei ein Aspekt.“

„Viele fragen sich, was aus dem Ladenlokal wird“, so Giese. „Es gab einige Anfragen. Vorerst ist nichts konkret geplant.“ Um weiterhin allen Anforderungen gerecht werden zu können, entschloss sich das Apothekerehepaar, die Vital-Apotheke mit vereinten Kräften zu führen.

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