Kommentar
Alles wie immer

Peter Maier und kein Ende. Alles wie immer. Seiner Sammlung an Dienstaufsichtsbeschwerden konnte Laers Erster Bürger jetzt ein weiteres Exemplar hinzufügen. Im Rat schlugen seine Gegner mit fast schon gewohnter Härte auf ihn ein. Er selbst macht es wie seine Fürsprecher von FDP und SPD und duckt sich kommentarlos weg, um den Sturm über sich hinwegziehen zu lassen. Ach ja, die CDU ist auch noch da. Kritik am Bürgermeister gibt es diesmal auch von den Christdemokraten. Aber ganz, ganz leise.

Freitag, 05.04.2019, 15:46 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 17:16 Uhr

Wie lange soll dieses Theater noch weitergehen? Der Rat hat es selbst in der Hand. Wenn es darum geht, im Umland Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, muss die Parole lauten: Weiter so! Fällt irgendwo im Gespräch das Stichwort Laer, folgt meistens die Frage auf dem Fuße: Gibt‘s was Neues von Eurem Bürgermeister?

Als Antwort sei auf den neuesten Bürgerbrief, Nummer 2 aus 2019, verwiesen, den Peter Maier für seine Mitbürger geschrieben hat. Darin erklärt er, wie es zu dem Rekordüberschuss im Vorjahres-Haushalt von 1,6 Millionen Euro kommen konnte. Maiers Fazit: „Durch Fleiß, Ehrlichkeit und Fachkompetenz.“ Eine Selbsteinschätzung, die angesichts des Scherbenhaufens, den Maier innerhalb und außerhalb des Rathauses aufgetürmt hat, erstmal sprachlos macht. Dann auch noch seinen Vor-Vorgänger für die damalige finanzielle Misere der Gemeinde verantwortlich zu machen, schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Fakt ist: Dass es Laer wie allen anderen Kommunen in der Nachbarschaft so gut wie nie geht, liegt zu 99 Prozent an der guten Wirtschaftslage, die Steuer- und Zuschussquellen reichlich sprudeln lässt.

Komplimente muss man Peter Maier dennoch machen. Er hat es wie kein Bürgermeister vor ihm geschafft, die Gemeinde zu spalten. Und den Rat am Nasenring durch die Manege zu ziehen, das kann er auch ziemlich gut. Das liegt an der Zerstritten- und Unentschlossenheit des Gemeindeparlaments. Offensichtlich ist bei der Mehrheitsfraktion immer noch die Meinung verbreitet, dass Widerstand aus der Bevölkerung kommen müsse. Motto: Wer sich die Suppe eingebrockt hat, darf sie auch auslöffeln. Eine schlechte Ausrede. Schließlich gibt es hier immer noch die parlamentarische Demokratie, oder?

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