Rat lehnt Mittel für biologische Teichsanierung ab
Bagger sollen anrollen

Laer -

Der Laerer Rathausteich ist verschlammt und muss dringend saniert werden, um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Das ist Konsens. Strittig ist allerdings die Methode: Biologische Sanierung mittels Belüftung oder mechanische Sanierung durch Ausbaggerung?

Dienstag, 09.04.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 14:26 Uhr
Der Dorfteich muss dringend saniert werden. Das biologische System „Drausy“ ist den Ratsmitgliedern zu teuer. So steht im Raum, ob der Teich am Ende doch ausgebaggert wird. Geschätzte Kosten unter 200000 Euro.
Der Dorfteich muss dringend saniert werden. Das biologische System „Drausy“ ist den Ratsmitgliedern zu teuer. So steht im Raum, ob der Teich am Ende doch ausgebaggert wird. Geschätzte Kosten unter 200000 Euro. Foto: Matthias Lehmkuhl

Der Laerer Rathausteich ist verschlammt und muss dringend saniert werden, um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Das ist Konsens.

Strittig ist allerdings die Methode: Biologische Sanierung mittels Belüftung oder mechanische Sanierung durch Ausbaggerung?

Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen das biologische Verfahren „Drausy“ entschieden. Das Thema wurde über eineinhalb Jahre mehrfach in den Fachausschüssen kontrovers diskutiert.

Nach anfänglicher Ablehnung hatte der Hauptausschuss im Februar 2018 grünes Licht für die biologische Variante durch die Installation des Systems „Drausy“ gegeben. Auf dem Boden des Teiches sollten Sauerstoffleitungen verlegt und an einen Kompressor angeschlossen werden. Durch kleine Löcher in den Kunststoff-Schläuchen sollte langsam und stetig Sauerstoff ins Wasser gepumpt werden.

Der Sauerstoffeintrag hätte nach Angaben von Diplom-Ingenieur Hans-Georg Flick den Abbau der organischen Masse binnen zwei bis drei Jahren bewirkt. Der Experte veranschlagte die Gesamtkosten für „Drausy“ mit etwa 30 000 Euro. Die Folgekosten, in erster Linie Energie für den Kompressor, wurden mit 1600 Euro jährlich beziffert.

Allerdings musste die Schätzung nach oben korrigiert werden. „Drausy“ soll nun insgesamt 44 000 Euro kosten. Das wäre aber immer noch deutlich preiswerter als eine mechanische Sanierung, die mit mindestens 160 000 Euro zu Buche schlägt.

Angesichts der Kostensteigerung revidierte der Hauptausschuss seinen Beschluss im November 2018. Der Umweltausschuss befürwortete aber weiterhin die biologische Sanierung und empfahl dem Rat, die außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von 44 000 Euro zu beschließen.

„Das Drausy-System ist ökologisch sinnvoll und wirkt langfristig“, betonte Elke Schuchtmann-Fehmer, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Norbert Rikels, Fraktionschef der SPD, mahnte zur Eile: „Es besteht die dringende Notwendigkeit zu handeln. Die biologische Lösung ist preiswerter, eine Ausbaggerung kann uns bis zu 200 000 Euro kosten.“

Auch Bürgermeister Peter Maier plädierte für das ökologische Verfahren.

Deutliche Ablehnung äußerte die CDU: „Wir sehen keine Beweise, dass Drausy funktioniert oder lange vorhält. Deshalb wollen wir den Teich gründlich ausbaggern, das reicht für 30 bis 35 Jahre“, sagt Robert Vowinkel. Die Kosten dafür würden deutlich unter 200 000 Euro liegen.

Zweifel an der Wirkung des biologischen Verfahrens hegt ebenso Marion Lendermann (FDP): „Drausy reicht nicht aus, wir kommen um das Ausbaggern nicht herum“.

Mit zwölf gegen acht Stimmen votierten die Mitglieder des Gemeinderates gegen die außerplanmäßige Auszahlung für die biologische Sanierung des Rathausteiches in Höhe von 44 000 Euro.

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