Auftakt zum Klimaschutz-Stammtisch mit wertvollen Hinweisen
Es geht auch ohne Plastik

Laer -

Kunststoffartikel sind ein „normaler“ Bestandteil des täglichen Lebens, doch ist das eigentlich gut und richtig? „Nein“, meint Birgitta Bolte, die jetzt im großen Sitzungssaal des Laerer Rathauses zum Thema „Wertvoll leben ohne Plastik“ referierte. „Dies ist der Auftakt zu unserem Klimaschutz-Stammtisch“, erläuterte Daniel Matlik. Er ist in der Funktion des Klimaschutzmanagers bei der Gemeinde Laer aktiv.

Mittwoch, 26.06.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 16:26 Uhr
Referentin Birgitta Bolte brachte viele Alternativen zu Plastikprodukten mit in den Sitzungssaal.
Referentin Birgitta Bolte brachte viele Alternativen zu Plastikprodukten mit in den Sitzungssaal. Foto: Nix

„Wir möchten aktuelle Themen einem möglichst breiten Publikum näherbringen“, so Matlik . Dazu gehören künftig unter anderem die Bereiche Klimawandel, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Elektro-Mobilität und Fairer Handel.

Die freiberufliche Lektorin Bolte ist seit anderthalb Jahren mit Vorträgen zum Thema plastikfreies Leben unterwegs. Trotz des warmen Wetters erschienen zahlreiche am Thema Interessierte.

Warum Plastik problematisch ist? Weil es aus dem fossilen Brennstoff Erdöl hergestellt wird, weil Plastikmüll-Verbrennung den Klimawandel fördert und weil Plastik gesundheitsschädlich ist. Mikroplastik, unlösliche Kunststoffe, die kleiner als fünf Millimeter sind, bilden ein besonderes Thema. Es kommt unter anderem in Kosmetikprodukten vor.

Über lokale Abwässer gelangen die Partikel ins Meer. Offensichtlicher sind beispielsweise Plastiktüten und Plastikflaschen, die an Stränden nicht selten in großer Zahl zu finden sind. Fakten lassen aufhorchen. „Pro Stunde werden in Deutschland zirka 320 000 Coffee-to-go-Becher in die Landschaft geworfen“, so Bolte. Durch Plastik verenden jährlich eine Million Seevögel und im Jahr 2050 wird es mehr Plastik als Fische im Meer geben.

Die Expertin plädiert deshalb für „Plastikfasten“. Und das funktioniert so: „Es beginnt mit einer Müllanalyse – welcher Plastikmüll fällt wo an?“, erklärte Bolte. Die App „CodeCheck“ ist hilfreich, um beim Einkauf anhand der Barcodes oder der EAN-Nummern von Lebensmitteln herauszufinden, welche Bestandteile sie enthalten. Dann sollte jeder in sich gehen und sich fragen, welche Artikel aus Kunststoff er wie ersetzen kann. Manche Notwendigkeiten des täglichen Lebens lassen sich leicht selbst herstellen. Küchentücher können durch alte Handtücher ersetzt werden, in Plastik verpackter Frischkäse lässt sich aus stichfestem Naturjoghurt erzeugen. Selbst gemachtes Deo aus Kokosöl, Natron und Speisestärke funktioniert auch, wenn man dem Körper etwas Zeit gibt, sich daran zu gewöhnen.

Die Lektorin gab dem interessierten Publikum insgesamt zehn wertvolle Tipps zum Plastiksparen an die Hand. Immer eine Stofftasche dabei haben, eigene Coffee-to-go-Becher mitnehmen, Lebensmittel ohne Plastikverpackungen kaufen, Kosmetik ohne Mikroplastik nutzen und Kleidung aus Naturfaser statt Plastik anziehen gehörten dazu.

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