Claudia Kottke und Mari Steinmann stehen heute und morgen auf der Billerbecker Freilichtbühne
Eine ansteckende Leidenschaft

Laer -

Mit Mari Steinmann und Claudia Kottke wirken gleich zwei Laererinnen beim Stück „Wagners Ring des Nibelungen“ mit. Während Claudia Kottke schon seit 2013 zum Ensemble der Billerbecker Freilichtbühne gehört, ist Mari Steinmann ein Neuling. Wer die beiden live erleben möchte, hat während der Vorführung am Freitag (23. August) und am Samstag (24. August) noch Gelegenheit dazu. Die Vorführungen beginnen jeweils um 20.30 Uhr. Mehr Infos finden sich unter www.freilichtbuehne-billerbeck.de

Donnerstag, 22.08.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 16:06 Uhr
Mari Steinmann, Annette Robert und Anne Schuhmacher (v.l.) verkörpern die drei Rheintöchter Flosshilde, Woglinde und Wellgunde. Als Göttervater Wotan und seine Ehefrau Fricka stehen Sigi Schulz und Claudia Kottke (rechtes Bild) auf der Bühne.
Mari Steinmann, Annette Robert und Anne Schuhmacher (v.l.) verkörpern die drei Rheintöchter Flosshilde, Woglinde und Wellgunde. Als Göttervater Wotan und seine Ehefrau Fricka stehen Sigi Schulz und Claudia Kottke (rechtes Bild) auf der Bühne. Foto: Kottke

Ein Leben ohne die Bühne könnte sich Claudia Kottke gar nicht mehr vorstellen. Jedes Jahr freut sich die Laererin auf Ostern , weil nach dem langen Winter dann wieder die Proben für sie auf der Billerbecker Freilichtbühne beginnen. Zum dortigen Ensemble gehört die gebürtige Warendorferin schon seit 2013 und schlüpft für jede Saison in eine andere Rolle.

Mit ihrer Leidenschaft fürs Theaterspielen hat die 42-Jährige auch Mari Steimann angesteckt, die ebenfalls aus dem Ewaldidorf stammt. „Mari hat bereits Feuer gefangen“, freut sich Claudia Kottke über die Begeisterung ihrer neuen Mitspielerin, die als Flosshilde eine der Rheintöchter verkörpert.

Wer die beiden und ihre Kollegen live im Stück „Wagners Ring des Nibelungen“ auf der Freilichtbühne in Billerbeck erleben möchte, hat während der Vorstellungen am heutigen Freitag (23. August) und am morgigen Samstag (24. August) noch einmal Gelegenheit dazu. Die beiden letzten Vorführungen dieser verrückten Komödie beginnen jeweils um 20.30 Uhr.

In diesem Sommer spielt Claudia Kottke, die in ihrem richtigen Leben Diplom-Pädagogin ist und als Berufsvormund beim Verein Kreisel in Emsdetten arbeitet, die Frau des Göttervaters Wotan (Sigi Schulz). Als böse und dominante Fricka darf die Mimin richtig laut, schnippisch und zickig werden. „Das ist mir am Anfang gar nicht so leicht gefallen, denn so ein Verhalten entspricht überhaupt nicht meinem Naturell“, räumt die Akteurin ein. Doch gerade diese Herausforderung reize sie, mal nicht die „nette und liebe Claudi“ zu sein, sondern sich von einer ganz anderen Seite zu zeigen.

„Wenn Claudi sich selbst spielen würde, wäre es natürlich viel leichter“, räumt Dramaturg Christian Alexander ein, dass gerade ihre Verwandlungsfähigkeit die Schauspieler auszeichnet. Wichtig sei dabei natürlich auch, dass sie gut mit den jeweiligen Mitspielern harmonieren und glaubhaft herüberkommen.

Sigi Schulze und Claudia Kottke beherrschen das als Göttervater Wotan und Ehefrau Fricka perfekt. Während er sich als „Gott der Götter“ für wichtig und unschlagbar hält, empfindet sie ihn als einen Jammerlappen, der total unter ihrem Pantoffel steht. Nicht umsonst triezt und scheucht die Gattin ihn und haut am Ende des Stücks sogar mit Lohengrin (Gereon Rasche) in einem Schwan ab.

Mehr sei an dieser Stelle aber über den Inhalt nicht verraten, denn schließlich wird „Wagners Ring des Nibelungen“ noch zweimal aufgeführt. Siebenmal haben die Akteure bisher unter der Regie von Johannes Lang und in der originellen Version von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller ihr Publikum begeistert. Ihm hat das Ensemble eine verrückte Komödie mit Hintersinn sowie zahlreichen Kulthits und atemberaubenden Witz präsentiert.

„Wir versuchen immer, etwas ganz eigenes aus unseren Vorstellungen zu machen“, erklärt Dramaturg Alexander, der sich mit den Schauspielern über die bisherigen guten Kritiken freut.

Bedenkt man, dass das gesamte Ensemble aus Laien besteht, die keine Gage bekommen, sondern vom Applaus des Publikums leben, ist es um so erstaunlicher, dass Akteure wie Claudia Kottke und ihre Kollegen ihre gesamte Freizeit für das Hobby opfern. „Für mich ist das ein Ausgleich zum Job, der mir ganz viel Lebensqualität gibt“, begründet die Familienmutter ihr Engagement. Zum Glück hat ihr Mann Carsten ebenfalls Feuer fürs Theater gefangen. Als Bühnenfotograf sorgt er dafür, dass keine Aufführung jemals in Vergessenheit gerät. Davon zeugen zahlreiche Fotobücher, die nicht nur die Familie Kottke immer wieder gerne anschaut.

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