Klimaschutz-Stammtisch diskutierte in der Mobilitäts-Werkstatt
Bürgerbus-Light plus Car-Sharing?

Laer -

Mit etwas geringerer Resonanz als in Holthausen, aber trotzdem sehr intensiv diskutierte Klimaschutzmanager Daniel Matlik am Donnerstag in Laer über Öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr und klimafreundliches Fahren.

Samstag, 28.09.2019, 13:56 Uhr
Eine engagierte Gruppe diskutierte zusammen mit Laers Klimaschutzmanager Daniel Matlik (r.) über das Thema Mobilität zusammen mit Renate Schulte und Michael Klüppels (kl. Bild).
Eine engagierte Gruppe diskutierte zusammen mit Laers Klimaschutzmanager Daniel Matlik (r.) über das Thema Mobilität zusammen mit Renate Schulte und Michael Klüppels (kl. Bild). Foto: Rainer Nix

Mit etwas geringerer Resonanz als in Holthausen, aber trotzdem sehr intensiv diskutierte Klimaschutzmanager Daniel Matlik am Donnerstag in Laer über Öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr und klimafreundliches Fahren. Experten der „Werkstatt Mobilität“ des Klimaschutz-Stammtisches waren Renate Schulte vom Umwelt- und Planungsamt des Kreises Steinfurt sowie Michael Klüppels, Leiter Verkehrsmanagement der Regionalverkehr Münsterland GmbH. Im Fokus stand vor allem auch die Umweltfreundlichkeit der Mobilitäts-Varianten.

Wo stehen wir? Was interessiert uns? Wie packen wir es an? Mit diesen Fragen startete Matlik im Sitzungssaal des Rathauses in den Abend. „Die Schnellbuslinie S 70 ist bereits eine enorme Angebotsverbesserung für Laer im Öffentlichen Personennahverkehr“, lautete der erste rückblickende Befund.

Deutlich weiter entlasten würde die Anbindung an den Altenberger Bahnhof. „Das macht in der Rush-Hour auf jeden Fall Sinn“, war man sich einig. Es gilt, die Blechmassen des Individualverkehrs, der sich morgens und abends in Richtung Münster bewegt, deutlich zu reduzieren.

Zahlreiche Laerer arbeiten in der Westfalenmetropole und müssen entsprechend pendeln. Wichtig, so Schulte, sei für die weitere Planung eine möglichst genaue Bedarfsermittlung. Dazu könnte die legale Auswertung von Mobilfunkdaten beitragen, die Auskünfte über das Mobilitätsverhalten der Handybesitzer erlauben.

Es gibt bereits Pendler, die mit Elektro-Bikes von Laer nach Münster fahren. „Hier werden allerdings die Hauptstraßen als Gefahrenquellen empfunden“, gab Matlik zu Bedenken. Ein Radschnellweg nach Münster sowie zu allen weiteren Zentren des Kreises Steinfurt sei beim Kreis bereits Teil eines Konzeptes zur Förderung des Radverkehrs. Auch die innerörtliche Sicherheit von Fahrradfahrern im Ewaldi-dorf stand zur Diskussion. Warum gibt es hier keine Radfahrer-Schutzstreifen? Dies liegt wohl daran, dass die Gemeinde keine Hoheit über alle Straßen habe, die durch Laer führen. Zum Beispiel bei Landesstraßen sei es schwierig, diese Forderung durchzusetzen.

Ein rentabler Bürgerbusbetrieb ist zurzeit nicht möglich. Das Publikum formulierte die Idee eines interkommunalen Bürgerbusbetriebes möglicherweise in Kooperation mit Horstmar.

Klüppels stellte das in anderen Kommunen erfolgreiche „Bürgerbus-Light“-Konzept vor. Hierbei würde ein siebensitziger Elektro-Minivan die Passagiere befördern, gelenkt von einem ehrenamtlichen Fahrer. Dazu wäre ein bedarfsgerechter Fahrplan sinnvoll, sogar eine Kombination mit Car-Sharing ist denkbar. Grundsätzlich müsste zur Realisierung dieser Variante ein Verein mit ehrenamtlichen Akteuren gegründet werden. Klimaschutzmanager Matlik nimmt mehrere Anregungen mit ins Rathaus, möglicherweise ergeben sich nun tragfähige Perspektiven.

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