Sondersitzung befasst sich mit Verkehrsmessungen in Laer und Holthausen (Zweiter Teil)
„Wir sitzen in der Bredouille“

Laer -

Neuralgische Punkte in Laer und Holthausen hat die Gemeindeverwaltung in den vergangenen Wochen untersucht. Dazu nutzten die Mitarbeiter das neue Messgerät. Die Ergebnisse stellten sie in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses vor. Die WN präsentieren nun den zweiten Teil der Ergebnisse.

Sonntag, 13.10.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 08:00 Uhr

Die Gemeinde hatte kürzlich ihr neues Messgerät an neuralgischen Punkten in Laer und Holthausen aufgestellt und eigene Messungen durchgeführt. In einem zweiten Teil präsentieren die WN die weiteren Ergebnisse, die die Verwaltungsmitarbeiter in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses vorgestellt haben (wir berichteten). Dabei zeigte sich auch, dass rund die Hälfte der Fahrzeuge zwischen der Ampel an der Kreuzung Münsterdamm und dem Kreisverkehr deutlich zu schnell fahren. Um diesen „Brennpunkt“ zu entschärfen wäre laut Fachgremium ein beidseitiger, farbiger Fahrrad-Schutzstreifen denkbar. Dieser würde die Fahrbahn für die Autos stark einschränken.

Handlungsbedarf besteht auch an der Straße Freisenbrock angesichts von durchschnittlich 22 Prozent Geschwindigkeitsüberschreitungen. Auf Anraten des Bauamtsleiters Stefan Wesker beschloss der Ausschuss die Aufbringung von Schwellen aus Gummi im Bereich Bültstiege bis Einmündung Wallheckenweg.

An der Einmündung Johanniterstraße sollen Kegel aufgestellt werden. Ein Anwohner hatte die Installation für die gesamte Straße Freisenbrock vorgeschlagen: „Die Kegel sind 90 Zentimeter hoch, reflektierend und gut sichtbar. Sie können einfach auf- und abgebaut werden, sind langlebiger und günstiger als Schwellen.“ Außerdem seien die Kegel für Radler einfacher zu umfahren, weniger unfallträchtig und die Fahrbahn werde durch sie im Gegensatz zu Schwellen nicht lauter.

Problematisch sind die Kegel aber für den landwirtschaftlichen Verkehr, da die Straße zu eng wird. Die beschlossenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, wozu auch Kontrollmessungen gehören, sollen eine Übergangslösung bis zum endgültigen Ausbau des Baugebietes „Freisenbrock IV“ sein. Dann muss ein Gesamtkonzept zur Verkehrsführung erstellt werden.

Auf der Amtmann-von-Oy-Straße wurden moderate Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt. Sieben Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Deshalb sind nach Meinung des Ausschusses bauliche Maßnahmen überflüssig. Es sollen aber Verkehrskontrollen durchgeführt werden.

Die Bachstraße ist mit 3500 Fahrzeugen täglich stark belastet und außerdem zentraler Teil des Schulweges. Markante Überschreitungen der Geschwindigkeit wurden hier nicht festgestellt (sieben Prozent). Allerdings stellen die zur Verkehrsberuhigung installierten Schwellen auf der Fahrbahn Ecke Bachstraße/Am Bach ein Problem dar, da beim Überfahren laute Geräusche entstehen.

„Verkehrstechnisch ist die Welt dort in Ordnung, aber geräuschtechnisch nicht“, stellte Klimaschutzmanager Daniel Matlik fest. Die Wohngemeinschaft „Am Bach 6 b“ hat deshalb einen Antrag auf Entfernung der Schwellen gestellt. Ein Umbau des Hügels und Entfernung der Schwellen birgt aber das Risiko, dass dann dort schneller gefahren wird. Außerdem würden die Baumaßnahmen nach Angaben von Wesker mit 10 000 Euro zu Buche schlagen.

„Wir sitzen in der Bredouille. Einerseits haben wir alle Verständnis für die Anwohner, aber wenn wir baulich etwas ändern, kommen wir nur den Autofahrern entgegen“, so Ausschussvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer. Deshalb soll an die Vernunft der Autofahrer appelliert werden. Durch Markierungen oder Schilder sollen die Schwellen besser sichtbar beziehungsweise rechtzeitig angekündigt werden

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