Vortrag von Dr. Hans-Jürgen Schimke gibt Zuhörern viele Denkanstöße
Frei, aber auch verantwortlich

Laer -

Anschaulich und prägnant informierte Laers ehemaliger Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Schimke die Besucher eines gut besuchten Diskussionsabends über die Freiheiten und Verantwortlichkeiten eines Bürgermeisters. Dazu hatten die Grünen eingeladen, die eine Hilfestellung zur Wahl am 10. November geben wollten.

Donnerstag, 31.10.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 16:22 Uhr
Gespannt folgen die Besucher dem Vortrag „Freiheit und Verantwortung im Bürgermeisteramt“. Als Sprecher des Grünen-Ortsverbandes begrüßt Lorenz Danzer (kleines Foto, l.) den ehemaligen Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Schimke.
Gespannt folgen die Besucher dem Vortrag „Freiheit und Verantwortung im Bürgermeisteramt“. Als Sprecher des Grünen-Ortsverbandes begrüßt Lorenz Danzer (kleines Foto, l.) den ehemaligen Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Schimke. Foto: Sabine Niestert

Die Idee des Ortsverbandes und der Ratsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen den ehemaligen Laerer Bürgermeister einzuladen und zum Thema „Freiheit und Verantwortung im Bürgermeisteramt“ sprechen zu lassen, erweist sich als kluger Schachzug. So nutzen fast 100 Bürger am Mittwochabend die Gelegenheit, mit Dr. Hans-Jürgen Schimke ins Gespräch zu kommen.

„Ein irres Gefühl, hier zu sein“, freut sich der Vorgänger von Detlev Prange über den freundlichen Empfang und das große Interesse. Er wolle auch nicht „Nachkarten“ und „sich in fremde Dinge einmischen“. Vielmehr ginge es den Veranstaltern und ihm darum, dass die Besucher hinsichtlich der Wahl am 11. November ein Stück weit sicherer aus dieser Veranstaltung gingen.

Eine Hoffnung, die sich für viele der Zuhörer zu erfüllen scheint. „Ihre sachlichen Ausführungen helfen mir sehr, eine Entscheidung zu treffen“, meint eine Bürgerin am Ende der Diskussionsrunde, die fair und ruhig, aber durchaus kontrovers verläuft.

Zum Abschluss gibt es versöhnliche Töne und Appelle an die Bevölkerung. So vermisst ein Diskussionsteilnehmer, das „Wir-Gefühl in Laer“, das unbedingt gestärkt werden sollte. Schließlich sei Peter Maier nicht Laer. Eine Frau appelliert an das Plenum, die „vertrakte“ Situation als Chance zu begreifen. Ob mit oder ohne Maier, die Gemeinde habe schon vieles „überlebt“, und werde auch die momentane Lage mit mehr Selbstbewusstsein meistern.

Kritische Worte müssen sich die Abwahl-Initiatoren gefallen lassen. „Ich schäme mich für die Plakate. Sie sind nicht anständig und würdelos“, meint ein Diskussionsteilnehmer und fordert die Allianz auf, diese abzuhängen. „Wir nehmen das mal so mit“, entgegnet die Grünen-Fraktionssprecherin Elke Schuchtmann-Fehmer. Sie weist darauf hin, dass es sich um eine Gemeinschaftsaktion der CDU, UBG sowie den beiden fraktionslosen Ratsherren Uwe Veltrup und Palitha Löher und ihrer Fraktion handelt und kündigt einen zweiten Flyer und weitere Aktivitäten an, die über die Defizite des Bürgermeisters informieren. Dieser sei einfach nicht mehr tragbar und das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Rat sei zerstört.

Als eine „total mutige Entscheidung“ bezeichnet Schimke die Initiative der 14 Ratsmitglieder, in das Abwahlverfahren hineinzugehen. Anders sieht das Werner Thüning, der von der Allianz wissen will, warum sie die Bürger nicht im Vorfeld befragt hat, wie sie zu Peter Maier steht. Dann hätte man sich auch die Plakataktion und alles andere ersparen können.

„Das war eine Entscheidung zum Wohl der Bürger“, räumt Elke-Schuchtmann Fehmer ein, das es so nicht weitergehen kann. Natürlich wüssten ihre Mitstreiter und sie auch, dass sie mit dem Abwahlverfahren ihre politische Reputation aufs Spiel setzen würden. Im Idealfall würde Maier abgewählt. Wenn nicht, müsse man noch ein Jahr mit ihm leben. Doch das mache eigentlich keinen Unterschied, da die Verwaltungsmitarbeiter bereits jetzt viele seiner Aufgaben übernehmen müssten, da er sie nicht mache.

An einer „zerrütteten Ehe“ sei nicht nur einer Schuld, meint ein Neubürger, der die Haltung der Fraktionen hinterfragt. „Der Gemeinderat funktioniert gut und ist nicht zerstritten“, betont Elke Schuchtmann-Fehmer, was Uwe Veltrup bestätigt. So würden fast alle Beschlüsse einstimmig oder mehrheitlich gefasst.

„Die Politiker müssten sich auf einen Kandidaten einigen“, antwortet Schimke auf die Frage eines Bürgers, der wissen will, wie es mit der politischen Kultur der Gemeinde auf Dauer weitergeht, die zurzeit nicht zuträglich und für das zukünftige Bürgermeisteramt eine Bürde sei. Dass die Parteien noch nicht so weit seien, räumt Schuchtmann-Fehmer ein. Zunächst einmal gelte es, am 10. November über die Abwahl zu entscheiden.

 

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