40 Laerer Feuerwehrleute und Löschfahrzeugbesetzung aus Altenberge proben den Ernstfall
Die Menschenrettung hat Vorrang

Laer/Altenberge -

Als dichter Rauch aus dem Gebäude dringt, halten einige Verkehrsteilnehmer an. Sie müssen aber nicht beunruhigt sein. Denn der Rauch und die Hilfeschreie aus dem Haus sind Teil einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Laer. Die 40 Kräfte werden von einer neunköpfige Löschfahrzeugbesatzung aus Altenberge unterstützt.

Sonntag, 03.11.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 13:41 Uhr
An einem Haus am Terup konnten die Laerer Feuerwehrleute den Ernstfall simulieren. Ein Unternehmen hatte das Objekt zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Helfer waren an der Übung beteiligt.
An einem Haus am Terup konnten die Laerer Feuerwehrleute den Ernstfall simulieren. Ein Unternehmen hatte das Objekt zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Helfer waren an der Übung beteiligt. Foto: Jens Keblat

Dichter Rauch dringt aus den Fenstern, legt sich um eine Straßenlaterne und vernebelt einen Zebrastreifen. Während einige Verkehrsteilnehmer keinerlei Notiz von der sich fiktiv anbahnenden Katastrophe nehmen, reduzieren andere ihr Tempo. Unübersehbar dringt starker Rauch aus sämtlichen Öffnungen eines Wohnhauses an der Straße Terup. Kurz nach 19 Uhr rücken die ersten Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Laer an.

Es ist Übungsabend und die beiden Kameraden Daniel Lengers und Daniel Borgmann haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In einem leerstehenden Wohnhaus dürfen die Wehrleute an diesem Abend realitätsnah üben. Ein Unternehmen, das das Objekt erst kürzlich erworben hat, hat es der Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

Im ersten Obergeschoss steht ein junger Mann am Fenster und schreit lautstark um Hilfe. Auch im Keller macht sich jemand bemerkbar. Etliche Stimmen sind zu hören, die Lage scheint erst. Für das ersteintreffende Löschfahrzeug stellt sich die Lage sofort als Wohnhausbrand dar, eine unklare Anzahl an Personen hält sich noch in dem Gebäude auf. Eile ist geboten.

Sofort rüstet sich der Angriffstrupp des Löschfahrzeugs aus und kämpft sich mit einem C-Rohr unter Atemschutz über das Treppenhaus zu den Personen im Haus vor. Zeitgleich stellen die Helfer eine tragbare Leiter auf und bauen ein Sprungpolster auf. Die Menschenrettung steht an erster Stelle. Fünf Personen müssen gerettet werden. Darunter der junge Mann im Obergeschoss, der über die Leiter aus dem Haus gerettet werden kann. Eine weitere Person gelangt über das Sprungpolster in Sicherheit. Im Erdgeschoss finden die Wehrleute dann noch eine Person vor.

Rund 40 Kräfte aus Laer sowie eine weitere neunköpfige Löschfahrzeugbesatzung aus Altenberge geben alles, um die fünf fiktiv Verletzten – allesamt Notfalldarsteller des Emsdettener Jugendrotkreuzes – zu retten. Ganz nebenbei müssen die Frauen und Männer im Keller des Hauses noch einen Atemschutznotfall trainieren. Darauf haben sie sich bei vorherigen Übungsabenden intensiv vorbereitet. Die so genannte „Mayday“-Lage, die eintritt, wenn ein Atemschutzgeräteträger im Einsatz zu Schaden kommt, muss von allen atemschutztauglichen Wehrleuten blind beherrscht werden.

Die Bilanz am Ende: Flüchtigkeitsfehler – einige davon sind der Übungskünstlichkeit geschuldet, andere machen deutlich, dass nur Übung den Meister macht. Für Daniel Lengers und Daniel Borgmann geht der Plan damit auf. Besonders froh sind sie über die externe Unterstützung. Wehrführer Stephan Rikels findet lobende Worte. Paul Everding von der Feuerwehr Altenberge kündigt an, sich schon bald mit einer Einladung revanchieren zu wollen. Für die alle Wehrleute ist klar: Gemeinsam sind sie stark.

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