Luca Aquino und Carmine Ioanna faszinieren das Publikum im Alten Speicher
Von fetzig bis bizarr

Laer -

Es war ein Abend der musikalischen Extraklasse für Freunde virtuoser Klänge fernab jeglicher Kitsch-Romantik. Im Alten Speicher traten am Mittwoch als Duo der italienische Trompeter Luca Aquino und der Akkordeonist Carmine Ioanna auf. Im Gepäck hatten sie Stücke aus ihrer Heimat Italien bis nach Kuba. Das Konzert als Teil des Münsterland-Festivals Part 10 war ausverkauft.

Donnerstag, 07.11.2019, 16:02 Uhr
Ein begnadetes Duo: Luca Aquino und Carmine Ioanna.
Ein begnadetes Duo: Luca Aquino und Carmine Ioanna. Foto: Nix

Die Zuhörer erwarteten warme, intensive und stimmungsvolle Darbietungen, faszinierend in Ausdruckskraft und Intensität. „ Aquino gehört zu den wirklich großen italienischen Trompetern“, betonte die künstlerische Leiterin Christine Sörries bei ihrer Begrüßung. „Dieses Konzert ist etwas Besonderes“, hob sie gleich zu Anfang hervor und meinte das nicht nur hinsichtlich der musikalischen Qualität. Aquino erkrankte an Gesichtslähmung und es war sein erster Auftritt seit zwei Jahren. Den meisterte er mit Bravour, genauso wie sein Publikum es seit jeher gewohnt ist.

Die frühen Stücke von Chet Baker und Miles Davis inspirieren ihn jazzig, er experimentiert leidenschaftlich mit Klängen, keine Ausdrucksform ist ihm zu kühn. Das Zusammenspiel von Aquino und Ioanna war großartig, die Duelle zwischen Trompete und Akkordeon begeisterten grenzenlos. Eine großartige Bandbreite von romantisch über fetzig bis bizarr. Harmonien und Disharmonien reichten sich die Hände, immer war das Klangspektrum außergewöhnlich breit. Manchmal wob der Akkordeonist einen schönen Klangteppich, auf dem sich der Trompeter virtuos tummelte. Überbordende, geradezu dämonisch-gewaltige Töne des Blasinstrumentes switchten um in wild-romantische Sequenzen.

Akkordeonist Ioanna ist geradezu ein begnadeter Musik-Akrobat, der mit unvorstellbar flinken Fingern über die Tasten fegt. Seinem Instrument entlockt er wunderschöne, oft überraschende Akkorde, meist stark rhythmisch akzentuiert. Am Flüel, den er alternativ zum Akkordeon spielte, erwies er sich als überaus begabter Romancier.

Aquino spielte zahlreiche Alben ein, ist gern gesehener Gastmusiker bei diversen Formationen und bestreitet in Italien ein eigenes Festival. Nicht minder ist Ioanna in seiner Heimat eine musikalische Größe, die auch rund um den Globus tourt. Begeisterter Applaus war verdienter Lohn der beiden Ausnahme-Instrumentalisten, die das vom „Münsterland-Verein“ veranstaltete Festival ungemein bereicherten.

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