E-Government hält bis 2025 Einzug ins Rathaus
Auf dem Sprung ins digitale Zeitalter

Laer -

Der Weg wird kein leichter sein, doch die Gemeinde muss ihn nicht alleine gehen: Bis zum Jahr 2025 soll das Rathaus digital werden. E-Government heißt neudeutsch das Stichwort, das die Verwaltungsarbeit, intern wie auch extern als Dienstleiter für den Bürger, auf eine ganz neue Ebene stellen soll. Wie diese Herausforderung am besten angegangen werden kann, darüber referierte am Mittwoch Marcus Egelkamp im Haupt- und Finanzausschuss. Er ist Geschäftsführer des Zweckverbandes Kommunale ASV-Anwendergemeinschaft West, kurz KAAW. Die Gemeinde Laer nutzt seit längerem den Service des kommunalen IT-Dienstleisters.

Donnerstag, 21.11.2019, 15:28 Uhr
Referierte zum Thema „Digitalisierungsstrategie“: Marcus Egelkamp, Geschäftsführer der KAAW.
Referierte zum Thema „Digitalisierungsstrategie“: Marcus Egelkamp, Geschäftsführer der KAAW.

„Warten Sie nicht, sondern gehen Sie auf dem Weg konsequent voran“ – diese Maxime zog sich wie ein roter Faden durch die Ausführungen des Verwaltungsexperten. Zum Handeln zwingen nicht nur die in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen fortschreitende Digitalisierung allgemein, sondern auch Vorgaben des Gesetzgebers. Die finden sich im Online-Zugangsgesetz, das unter anderem vorschreibt, künftig rund 90 Dienstleistungen der Verwaltung nicht mehr nur analog, sondern auch digital anzubieten. Etwa ein Viertel dieser Verwaltungstätigkeiten sei bereits umgestellt, dennoch gebe es noch reichlich zu tun bei der Umsetzung der „Digitalen Strategie 1.0“, wie Egelkamp den Prozess umschrieb.

In ersten Workshops vor Ort sind in Laer bereits Handlungsfelder und ein Zeitplan diskutiert worden. Das Ziel lautet: Verwaltungshandeln effektiv, bürgerfreundlich und transparent gestalten. Hintergrund sei dabei auch ein wirtschaftlicher Umgang mit Steuermitteln und die Entlastung der Verwaltungsmitarbeiter von einfachen Tätigkeiten. Konkret geht es beispielsweise um die Einführung einer elektronischen Rechnungsverarbeitung, die Bereitstellung eines Formularservers oder die Einführung einer E-Payment-Plattform, um nur einige der zahlreichen Dienstleistungen zu nennen. Intern stehen die Einführung einer elektronischen Aktenführung und eines Dokumentensystems ganz oben auf der Agenda.

Ohne Investitionen vor Ort – sowohl personell als auch finanziell – wird sich die Zukunftsaufgabe nicht stemmen lassen. Egelkamp bezifferte den erstmaligen Finanzbedarf für Hard- und Software auf rund 41 000 Euro, hinzu käme ein weiterer externer Aufwand von jährlich etwa 44 500 Euro.

Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Maik ter Beek bezeichnete es als schwierig, zusätzliches Personal für die Begleitung des Digitalisierungsprozesses zu beschaffen. Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte sei wie leer gefegt. Es werde wohl darauf hinauslaufen, dass die Verwaltungsmannschaft die Aufgabe „on top“ selbst wird stemmen müssen. Egelkamp machte deutlich, dass es in jedem Fall vor Ort einen Kümmerer geben müsse.

Markus Koch (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingen werde: „Wir sind auf einem guten Weg, zu dem es aber auch keine Alternative gibt.“ Dr. Reinhardt Peter Nippert (UBG) regte an, genau zu prüfen, ob es Förderprogramme für die Umsetzung der Digitalisierung gerade für kleinere Kommunen gibt. Dies sei derzeit nicht bekannt, man bleibe aber am Ball, erklärten sowohl der Referent als auch Kämmerer Thorsten Brinker.

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