Kfd Holthausen-Beerlage feiert ihren 120. Geburtstag mit einem Gottesdienst und Empfang
„Eine unüberhörbare Stimme“

Laer-HOlthausen -

Mit einem Festgottesdienst in der Marienkirche und einem Empfang im alten Pfarrhaus hat die Kfd Laer-Holthausen ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Pfarrer Andreas Ullrich dankte allen Mitgliedern für ihr unermüdliches Engagement und blickte auf die vergangenen zwölf Jahrzehnte zurück. Die Entwicklung vom einstigen „Mütterverein“ zum starken Frauenverband schilderte Kfd-Teamsprecherin Margarete Müller.

Freitag, 13.12.2019, 16:32 Uhr
Im Pfarrhaus tranken die Frauen einen Sekt, tauschten sich aus und betrachteten eine Bilderschau. Eine „Modenschau“ mit Hüten gab es während des Festgottesdienstes.
Im Pfarrhaus tranken die Frauen einen Sekt, tauschten sich aus und betrachteten eine Bilderschau. Eine „Modenschau“ mit Hüten gab es während des Festgottesdienstes. Foto: Nix

Herzlich begrüßte Pfarrer Andreas Ullrich am Donnerstagabend in der Marienkirche Holthausen die KFD-Frauen. 120 Jahre Katholische Frauengemeinschaft Holthausen Beerlage, dieser Anlass wurde mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang im alten Pfarrhaus gebührend gefeiert. Der Geistliche dankte allen Mitgliedern für ihr unermüdliches Engagement.

„Ihr seid diejenigen, die heute die Kfd bilden und gestalten und damit ein langes Erbe fortführen“, so der Seelsorger. Er blickte auf zwölf Jahrzehnte zurück, die von epochalen politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen geprägt wurden. Bilanz: Im Kfd-Gründungsjahr 1899 war Deutschland noch ein Kaiserreich, dann folgten der I. Weltkrieg, die Weimarer Republik, die „goldenen 20er“, dass so genannte III. Reich, der II. Weltkrieg, der Wiederaufbau in den 50er Jahren, die „68er“, die flippigen Siebziger, die deutsche Wiedervereinigung sowie der Wechsel in ein neues Jahrtausend.

„Wir leben jetzt in einer der besten Demokratien dieser Welt“, betonte der Geistliche. „Heute ist der Tag zurück und nach vorn zu schauen, Dank zu sagen und Gottes Segen zu erbitten“. Die Frauen inszenierten im Gotteshaus eine kleine Modenschau mit sehr unterschiedlichen Kopfbedeckungen. Ein „alter Hut“, der für Tradition stand, ein Sonnenhut, eine Narrenkappe, eine Mitra, ein Helm und andere symbolisierten Grundpfeiler der Kfd-Arbeit. Besonders fantasievoll war der „Zukunftshut“ geraten, der „von allem etwas“ hatte. Dem entsprechend soll das Wirken der Frauengemeinschaft weiterhin vielfältig, abwechslungsreich und bunt bleiben.

Beim Empfang im Pfarrhaus ließ Margarete Müller die Geschichte der Kfd Holthausen-Beerlage lebendig werden. Sie beglückwünschte die Frauen als Ortsvorsteherin, gleichzeitig ist sie Kfd-Teamsprecherin. „Am 12. Dezember 1899 schlossen sich die Frauen der Pfarrgemeinde Mariä Geburt Holthausen-Beerlage unter Pastor Schrulle zusammen, um den ‚Christlichen Mütterverein‘ zu gründen“, berichtete die Teamsprecherin. Der Verein fand große Resonanz, es meldeten mehr als 140 Mütter an. Ziel war es, diese ganz praktisch in ihrem Lebensalltag zu unterstützen, überdies sollten sie Gemeinschaft im Gebet erfahren. Während der Kriegsjahre trafen sich die Frauen nicht nur zum Gebet, sondern auch zur gegenseitigen Hilfe, wenn ihre Männer eingezogen wurden. „Was wir heute oft als selbstverständlich annehmen, ist die Frucht unserer Mütter und Großmütter“, gab die Ortsvorsteherin zu bedenken. „Man kann feststellen, dass Gemeinden ohne Frauen so gut wie gar nicht lebensfähig wären“ fügte sie hinzu.

1968 wurde der Mütterverein in Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands umbenannt. Die Kfd gibt Frauen eine unüberhörbare Stimme in Kirche, Politik und Gesellschaft. „Darauf können wir stolz sein, denn zahlreiche Entwicklungen wären ohne das Engagement der Frauen auf allen Ebenen des Verbandes nicht möglich gewesen“, erklärte Müller. Aufgabe für die Zukunft sei, weiter aktiv Gemeinde zu gestalten und Kirche für alle, gerade für junge Frauen, erfahrbar zu machen.

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