Frauenchor aus Münster begleitet Gottesdienst und gibt ein beeindruckendes Konzert
„Zuckerschnitten“ versüßen den Valentinstag

Laer -

Ein tolles Konzert gab der Frauenchor die „Zuckerschnitten“ aus Münster am Valentinstag in der Matthäuskirche. Dazu hatten Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling und Prädikantin Dr. Esther eingeladen. Zuvor feierten sie einen Gottesdienst mit den Besuchern.

Montag, 17.02.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 12:20 Uhr
Der Frauenchor „Zuckerschnitten“ bot ein beeindruckendes Konzert in der evangelischen
Der Frauenchor „Zuckerschnitten“ bot ein beeindruckendes Konzert in der evangelischen Foto: Annegret Rose

Laer bietet Besonderes. Das ist nichts Neues, aber immer wieder schön. So hatten Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling und Prädikantin Dr. Esther Sühling zu einem Valentinstag-Gottesdienst eingeladen. Anschließend fand ein Konzert des Chores „Zuckerschnitten“ aus Münster statt. Und wenn zwei miteinander verheiratete Frauen in der Matthäuskirche einen Chor aus der lesbischen Szene ankündigen, dann ist das eben noch nichts Alltägliches.

Tolle Stimmung

Das liegt daran, dass Vorurteile Begegnungen blockieren können. Aber weit gefehlt. Die Gastgeberinnen zeigten sich als aktive, einfühlsame Menschen, deren selbstbewusste Haltung im Glauben verankert ist. Den Gottesdienst mit Segnungen von Einzelpersonen oder Paaren hielt Dr. Esther Sühling mit Liedern der „Zuckerschnitten“. So wurde von Herman van Veen „Ich hab ein zärtliches Gefühl“, „Prayer of the mothers“, „Wann werden die Mauern der Angst schmelzen“ und „Liebe ist Liebe“ gesungen.

Neben Zitaten aus dem Hohelied der Liebe wurde das Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer gesprochen und zuletzt das aramäische Vater-Mutter-unser gebetet. Voller Hinwendung zum Glauben an Gott sowie großer Achtung vor den Menschen und der Natur konnten die Christen einen liebevoll gestalteten Gottesdienst feiern.

Während ihre Auftritte im Gottesdienst bewegend, aber zurückhaltend waren, zogen die „Zuckerschnitten“ in der anschließenden Vorstellung alle Register. Von komisch über heiter bis fetzig präsentierten die 17 Frauen, die sich 2012 als Projektchor des internationalen schwul-lesbischen Chorfestivals Various Voices in Dublin gegründet hatten, eine mitreißende Show. Die Leitung hat die Musikerin Elke Wehling, die mehrere Instrumente spielte. „Wir wollen miteinander Spaß haben, hier in Laer“, erklärte sie. Damit hatte sie nicht zu viel versprochen. Klavierspielen und Gitarre können außer ihr noch andere Frauen aus dem Chor. Alle Texte wurden ohne Blatt gesungen, teilweise mehrstimmig, teilweise solo. Glockenheller Klang überzeugte genauso wie satte Altstimmen im Raum.

Mit wenigen Handgriffen zu rosa Brillen und Federboas, in immer wieder neuer Aufstellung einschließlich eines Hintergrundchores verzauberten die Akteurinnen bekannte Popmusik, wie von Abba „Thank you for the Music“ und Gassenhauer von Hildegard Knef „Rote Rosen“ über „Love is love“ in selbstironische Hymnen an die Frau.

Mit dem Lied „Respekt“ bezogen die Sängerinnen sie gesellschaftskritisch Stellung für ein solidarisches Miteinander aller Menschen. Durch ihr breites Repertoire an Liedern, Chansons und Schlagern bot der Chor kurzweilige Unterhaltung, die von den Gästen des Abends begeistert aufgenommen wurde.

Die Atmosphäre war so locker, dass ein Song „Wennze willst“ des ehemaligen Kabarett-Duos Misfits aus dem Ruhrgebiet sogar zweimal erklang, während alle Besucher standen und begeistert klatschten. Das war Lebensfreude pur, eben echter Valentinstag.

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