Corona-Krise: Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann besucht die Kräfte im Hintergrund
Flexibilität ist das Gebot der Stunde

Laer -

Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann hat mit den WN einige Kräfte besucht, die während der Corona-Krise mehr im Hintergrund arbeiten, aber mit dafür sorgen, dass das gemeindliche Leben weiter läuft. Ob Grundschule, OGS, Kitas, JU, KLJB und Reitverein, sie alle leisten ihren Beitrag.

Freitag, 20.03.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 18:16 Uhr
Sie alle helfen mit, dass das Gemeindeleben weiter läuft: Die Verantwortlichen der Werner-Rolevinck-Schule und der OGS (oben l.), die Junge Union sowie die Landjugend Laer, die Risikogruppen ihre Einkaufsdienste anbietet (oben r.), der Reit-, Fahr- und Zuchtverein, der seine Anlage nur zur Versorgung der Tiere öffnet (unten l.) und Petra Sowah vom Ewaldi-Kindergarten, die stellvertretend für die Kitas spricht.
Sie alle helfen mit, dass das Gemeindeleben weiter läuft: Die Verantwortlichen der Werner-Rolevinck-Schule und der OGS (oben l.), die Junge Union sowie die Landjugend Laer, die Risikogruppen ihre Einkaufsdienste anbietet (oben r.), der Reit-, Fahr- und Zuchtverein, der seine Anlage nur zur Versorgung der Tiere öffnet (unten l.) und Petra Sowah vom Ewaldi-Kindergarten, die stellvertretend für die Kitas spricht.

Sie stehen an vorderster Front, um zu helfen, das öffentliche Leben im Ewaldi­dorf während der Corona-Krise aufrechtzuerhalten. Gemeint sind aber nicht nur die Mitarbeiter in der Verwaltung, das Verkaufspersonal in den Supermärkten, die Freiwillige Feuerwehr oder die Polizei, sondern auch jene, die weniger im Rampenlicht stehen.

Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann hat einige der Kräfte im Hintergrund, die vieles vor Ort am Laufen halten, jetzt besucht. Zunächst geht es zur Werner-Rolevinck-Schule. Dort warten schon die Kommissarische Leiterin, Sylvia Beyer, die Geschäftsführerin der Initiative für Kinder und Jugendliche, Petra Steeger, und deren Geschäftsführer Norbert Rikels .

Keine Pause

Kein Gedanke daran, dass die Lehrer jetzt die vorverlegten Osterferien in vollen Zügen genießen können. Statt dessen sind sie gefordert, flexibel zu reagieren und wechselweise zur Schule zu kommen. So müssen die Kinder von Eltern, die beispielsweise im Krankenhaus, bei der Polizei oder im Lebensmittelgeschäft arbeiten, weiterhin betreut werden.

„Ich hätte gedacht, dass es mehr sind“, berichtet die stellvertretende Rektorin, dass zeitweise nur drei Kinder angemeldet worden sind. Sie nutzen einen Raum des Offenen Ganztags und ein Klassenzimmer, um zu lernen oder zu spielen.

Wochenpläne per E-Mail haben auch die Grundschüler bekommen, die zuhause bleiben müssen. „Mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, können wir das gut managen“, zeigt sich Sylvia Beyer erleichtert, dass es trotz dieser Ausnahmesituation mit ihren besonderen Herausforderungen relativ reibungslos läuft. Das ist auch dem Einsatz von Petra Steeger und Norbert Rikels zu verdanken, die für den Offenen Ganztag verantwortlich sind. Mit ihren Kräften übernimmt die OGS ab 13 Uhr die zu betreuenden Mädchen und Jungen von der Grundschule. „Wir machen viele kreative Angebote, um die Kinder auf andere Gedanken zu bringen“, erklärt Petra Steeger. So habe man sich auch an der Online-Aktion „Initiative gegen Langeweile“ beteiligt. In dessen Rahmen wurde der Nachwuchs unter anderem darum gebeten, Briefe an Menschen im Altenwohnheim zu schreiben, um diese ein wenig aufzuheitern.

„Wir versuchen auch Kontakt zu den Jugendlichen zu halten. Doch das ist schon ein wenig schwieriger“, räumt die Geschäftsführerin ein. Dass diese Altersgruppe nicht nur an sich denkt, sondern aktiv wird, um schwächeren Menschen zu helfen, zeigen die Junge Union und die Landjugend Laer, die sogenannten Risikogruppen ihre Einkaufsdienste anbieten und andere Gänge für diese übernehmen wollen. Von diesem Service sollen auch die Bewohner von Holthausen und den Bauerschaften profitieren.

„Rufen Sie uns einfach an, wir helfen gerne“, appellieren Lea Bruns, Anna Veltrup und Manon Bettmer von der Landjugend sowie Christian Merkel, Kai Potthoff und Marcel Cordes von der Jungen Union an Senioren und Hilfsbedürftige, sich zu melden. Diese sollten eine Einkaufsliste schreiben und es samt Geld in einen Briefumschlag stecken.

„Wir holen den dann ab und stellen die Waren später vor die Tür“, kündigen die jugendlichen Helfer an, dass sie natürlich auch den gebotenen Mindestabstand und die Hygienebestimmungen einhalten.

Die Akteure der Jungen Union sind unter Telefon 0 25 54/91 95 43, 89 30 oder 62 01 und die der Landjugend unter der Handynummer 01 57/89 64 48 53 erreichbar. Dort können sich auch Bürger melden, die ebenfalls zum „Einkaufsheld“ werden wollen.

Zurück zur Offenen Ganztagsschule: Dort stehen zwei Arbeitsgruppen zur Verfügung, die getrennt die Betreuung der Kinder übernehmen, um sich im Ernstfall nicht anzustecken. Außen vor sollten dabei möglichst die Mitarbeiter ab 60 Jahren bleiben, deren Altersgruppe als gefährdet gilt, gibt Norbert Rikels zu bedenken. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender des Reit-, Fahr- und Zuchtvereins Laer und empfängt den Bürgermeister bei seiner letzten Station vor der Reithalle am Borgweg.

„Wir gehen nicht rein, denn der Zutritt ist aus Hygienegründen verboten“, betont der Hausherr, dass das sogar für die Vorstandsmitglieder gelte. Ausgenommen davon seien allerdings diejenigen, die Pferde zu versorgen hätten. „Die Tiere müssen natürlich gefüttert und bewegt werden“, weist Rikels auf das Tierschutzgesetz hin, das einzuhalten ist. Das habe ihm auch Dr. Karl-Heinz Fuchs bestätigt, der medizinischer Leiter des Krisenstabs des Kreises Steinfurt ist. Die Bewertung aus berufenem Mund bedeutet Rikels viel, denn nicht jeder versteht, warum die Reiter noch unterwegs sein dürfen.

Froh über „klare Ansagen und Vorgaben“ des Kreises oder der Landesregierung zeigt sich auch Petra Sowah, die den Ewaldi-Kindergarten leitet. So würde der Kreis regeln, welche Eltern einen Anspruch auf Betreuung ihres Nachwuchses in der Kita hätten. Zurzeit seien es nicht viele. Im Henrich-Valck-Kindergarten sowie im Marienhospital in Holthausen gäbe es momentan überhaupt keinen Bedarf. Doch das könne sich jeden Tag ändern, ist auch das Erzieherpersonal gefordert, sich flexibel der Bedarfslage anzupassen. Die Kolleginnen, die nicht vor Ort seien, würden im Homeoffice am neuen Konzept arbeiten.

Der Bürgermeister-Stellvertreter dankt den „Kräften vor Ort“ für ihr Engagement zum Wohl der Gemeinde und sagt ihnen die weitere Unterstützung zu, soweit diese möglich ist. Gerrit Thiemann ist froh, dass die Menschen in Laer und Holthausen zusammenhalten und hofft, dass das auch weiterhin so bleibt.

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