Ehemaliges Laerer Krankenhaus zum Fieberlazarett umfunktioniert
200 Betten für weniger schwere Fälle

Laer -

Wo zuletzt noch Pflegekräfte wohnten, könnten bald Corona-Infizierte untergebracht werden. Das ehemalige Marienhospital ist zum Fieberlazarett umfunktioniert worden. Dort könnten künftig weniger schwere Fälle betreut werden. Es ist Platz für 200 Patienten.

Sonntag, 22.03.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 19:54 Uhr
Am Samstag wurden Betten im ehemaligen Marienhospital angeliefert (o.l., im Uhrzeigersinn) und aufgestellt. Frank Burrichter (r.) erläutert einem Fernsehteam die Einrichtung des Fieberlazaretts. Dr. Martin Sommer (M.) inspizierte die Fortschritte.
Am Samstag wurden Betten im ehemaligen Marienhospital angeliefert (o.l., im Uhrzeigersinn) und aufgestellt. Frank Burrichter (r.) erläutert einem Fernsehteam die Einrichtung des Fieberlazaretts. Dr. Martin Sommer (M.) inspizierte die Fortschritte. Foto: Rainer Nix

Das ehemalige Marienhospital der Ewaldigemeinde ist zum Fieberlazarett umfunktioniert worden. Am Samstag bauten Rotes Kreuz, Malteser, Feuerwehr und andere Hilfskräfte zahlreiche Betten auf und schufen die Infrastruktur. Zuletzt wurde das Gebäude als Wohnheim für ausländische Pflegekräfte der Uniklinik Münster genutzt.

„Wir richten das Fieberlazarett ein, weil wir glauben, dass wir an die Grenzen der Kapazitäten kommen könnten, was die Pflege coronainfizierter Patienten in den Krankenhäusern betrifft“, erläuterte der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Burrichter . Die intensivmedizinische Behandlung von Infizierten erfolgt in den Hospitälern, für weniger schwer Erkrankte ist das Fieberlazarett gedacht. 200 Patienten finden hier Platz. Einsatzeinheiten der Hilfsorganisationen sollen sich, wenn es dazu kommt, um die Patienten kümmern.

Kapazitäten für die weniger schweren Fälle

„Wir haben Zimmer eingerichtet, die je nach Größe mit bis zu vier Betten ausgestattet sind“, sagte Burrichter. „Sie stammen aus Lagern verschiedener Gemeinden, die uns die Betten zur Verfügung stellen.“ Die Einrichtung des Fieberlazaretts sei eine „Vorplanungs-Maßnahme“, erläuterte Kreisdirektor Dr. Martin Sommer , Leiter des Krisenstabs des Kreises Steinfurt. „Noch gibt es keine Patienten für diese Einrichtung“, betonte Sommer. Sollte die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Steinfurt aber stark steigen und viele Corona-Patienten intensivpflichtig werden, gibt es jetzt in Laer Kapazitäten für die weniger schweren Fälle.

„In den Krankenhäusern des Kreises Steinfurt haben wir mit der Steigerung von 48 auf 137 Beatmungsbetten nahezu um das Dreifache aufgestockt“, sagte der Kreisdirektor. Zusätzlich gibt es mehr als 40 Beatmungsgeräte aus dem Rettungsdienst, die nicht verplant sind und ergänzend zum Einsatz gebracht werden können. „Falls erforderlich haben wir im Kreis also 177 Plätze zur Verfügung“, hob Sommer hervor. Ausdrücklich lobte er die gute Zusammenarbeit der Krankenhäuser mit dem Krisenstab.

Sommer appelliert an die Menschen, die Krise ernst zu nehmen

„Die drastische Corona-Lage Italiens muss sich hier in Deutschland nicht wiederholen“, sagte der Leiter des Krisenstabs, „trotzdem lässt sich das nicht ausschließen.“ Fest stehe: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Zahl der erkrankten Menschen in den nächsten Wochen exponentiell ansteigt“, sagte Sommer. „Ich appelliere an die Bevölkerung, die Corona-Krise wirklich ernst zu nehmen, Sozialkontakte zu vermeiden und möglichst zu Hause zu bleiben.“ Das gelte unabhängig davon, ob die Behörden eine Ausgangssperre verhängen oder nicht.

„Wir können die Verbreitung des Virus‘ nicht aufhalten. Es kommt darauf an, in welchem Tempo das geschieht“, sagte Dr. Martin Sommer. Die Infektionsketten müssten mit Hilfe der Bevölkerung unterbrochen werden, damit sich nicht zu viele Menschen auf einmal infizierten, womit das Gesundheitssystem überfordert wäre.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7338805?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F174%2F
Nachrichten-Ticker