Wahlkampf in Zeiten der Corona-Krise: Was sagen die Parteien zu ihren Vorbereitungen
Hausaufgaben sind gemacht

Laer -

Macht Wahlkampf in Zeiten von Corona überhaupt Sinn? Und wenn, wie funktioniert er?

Die WN hat mit Parteien in Laer gesprochen und gefragt, was ihre Strategien sind.

CDU, SPD, FDP und Grüne bedauern, dass sie wegen der Pandemie voraussichtlich nicht von Haustür zur Haustür gehen können, um direkt bei den Bürgern für sich und ihre Ziele zu werben. Ihre Chance sehen sie im Digitalen. Sie gehen sie verstärkt ins Netz.

Montag, 18.05.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 15:24 Uhr
Sie fühlen sich für die Kommunalwahl am 13. September gerüstet (v.l.): Lorenz Danzer und Dr. Silke Landgrebe von den Grünen, Ralf Kösters von der FDP, Norbert Rikels von der SPD, Benedikt Niehues von der CDU und Palitha Löher, der als Bürgermeisterkandidat antritt. Eingeladen zum Gespräch auf dem Rathausplatz hat Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann.
Sie fühlen sich für die Kommunalwahl am 13. September gerüstet (v.l.): Lorenz Danzer und Dr. Silke Landgrebe von den Grünen, Ralf Kösters von der FDP, Norbert Rikels von der SPD, Benedikt Niehues von der CDU und Palitha Löher, der als Bürgermeisterkandidat antritt. Eingeladen zum Gespräch auf dem Rathausplatz hat Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann. Foto: Sabine Niestert

Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, wäre der Wahlkampf in Laer vermutlich schon längst entbrannt. Schließlich sind es nur noch vier Monate bis zur Kommunalwahl am 13. September. Während Manfred Kluthe für die CDU und Helga Bennink für die Grünen bereits ihre Kandidatur um das Bürgermeisteramt angekündigt haben (wir berichteten), gibt es mit dem bisherigen fraktionslosen Ratsherren Pali­tha Löher inzwischen noch einen dritten Bewerber um das höchste Amt in der Gemeinde. Das gibt der 48-Jährige während einer Pressekonferenz bekannt (siehe oben stehender Bericht), in der die CDU, die SPD , Die Grünen und die FDP über ihre Wahlkampfstrategie sprechen. Nicht dabei sind die UBG, die FBL und Uwe Veltrup, die – wie der Initiator des Gesprächs, Gerrit Thiemann, erklärt – nicht mehr antreten wollen. Der stellvertretende Bürgermeister und Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins Laer fragt, ob ein Wahlkampf in Zeiten von Corona überhaupt sinnvoll ist und wenn, wie er funktionieren kann?

Der Vorsitzende der CDU-Ortsunion, Benedikt Niehues, bedauert es, dass persönliche Kontakte zu den Bürgern wegen der Pandemie nur eingeschränkt möglich sind. Andererseits sähen die Christdemokraten es als Chance an, sich digital und online noch besser aufzustellen. „Wir haben alle zehn Wahlbezirke mit Direktkandidaten besetzt“, erklärt Niehues, dass auch die Reserveliste steht. Am 2. Juni halte seine Partei die Aufstellungsversammlung ab, die bei ihm zuhause in der Aabauerschaft stattfände. Allerdings sei diese nicht öffentlich, denn dazu reiche der Platz nicht aus.

Ihre Hausaufgaben hat auch die SPD gemacht. Wie deren Vorsitzender Norbert Rikels erklärt, ständen die Kandidaten für die Wahlbezirke und die Reserveliste. Für den 4. Juni haben die Genossen ihre Mitgliederversammlung im großen Ratssaal geplant, bei der auch über die Vorschläge abgestimmt werden soll. Werben wollen die Sozialdemokraten wie die CDU, die Grünen und die FDP mit Flyern, Wahlplakaten und im Netz. Die Vertreter der vier Parteien bedauern es, dass sie wegen der Pandemie nicht von Haus zu Haus ziehen und bei den Bürgern persönlich für sich und ihre Ziele werben können.

Workshops, Aktionen und Veranstaltungen kündigt Lorenz Danzer von den Grünen an, die mit Helga Bennink als Bürgermeisterkandidatin ins Rennen gehen. Online hätten bereits einige Fraktionssitzungen stattgefunden, was sich bewährt habe. „Vielleicht könnte es auch eine Open-Air-Veranstaltung geben“, hofft seine Parteikollegin Dr. Silke Landgrebe, die nicht ganz auf Face-to-Fache-Gespräche verzichten möchte.

Wie die SPD will auch die FDP keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Ob sie einen der drei Bewerber unterstützen werden, sei noch zu klären, meint Freidemokrat Ralf Kösters. Wenn, dann gäbe es kurzfristig eine Wahlempfehlung, kündigt der Liberale an. Die Bezirke und die Liste seien jedenfalls bereits besetzt.

„Wir freuen uns alle auf die Nach-Corona-Party“, spricht Benedikt Niehues den Parteivertretern aus der Seele. Bis dahin gelte es, gut über die Runden zu kommen.

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