Sylvia Beyer berichtet im Fachausschuss über den Schulalltag
Corona fordert viele Nerven

Laer -

Wie funktioniert Schuler in Corona-Zeiten und danach? Schulleiterin Sylvia Beyer gibt dem zuständigen Fachausschuss der Gemeine einen Einblick. Dabei nerven nicht die Kinder.

Mittwoch, 17.06.2020, 17:53 Uhr
Der Unterricht per Video gehört inzwischen wieder der Vergangenheit an. Aber trotz des Präsenzunterrichts kann noch nicht von einem normalen Schulalltag gesprochen werden.
Der Unterricht per Video gehört inzwischen wieder der Vergangenheit an. Aber trotz des Präsenzunterrichts kann noch nicht von einem normalen Schulalltag gesprochen werden. Foto: Westfälische Schule für Musik

Corona-Krisen-Management als Mammutaufgabe. „Das haben Sie sehr gut gelöst“, fasste Margarete Müller ( CDU ) die Wortmeldungen aus dem Ausschuss für Jugend, Sport, Schule und Bildung zusammen. Viele Vertreter aus dem Gremium hatten Sylvia Beyer Dank und Anerkennung für ihre Arbeit als Kommissarischer Schulleiterin und dem Kollegium insgesamt ausgesprochen. Die Leiterin der Werner-Rolevinck-Grundschule hatte im Ausschuss über ihre „zum Teil nervenaufreibende Arbeit“ berichtet.

„Das liegt aber nicht an den Kindern, sondern an vielen sich oft kurzfristig ändernden Vorgaben oder Entscheidungen“, betonte Sylvia Beyer. In der Konsequenz könnte sie und ihre Kollegen oft auch erst kurzfristig an die Eltern herantreten, um diese über aktuelle Vorgaben zu informieren.

Derzeit gelte das Klassenlehrerprinzip in der Schule. „Die Kinder bleiben im Unterricht in ihren Klassen.“ Dieses Verfahren habe die Schule auch schon in der ersten Phase eingesetzt.

Das Leitsystem in der Schule werde gut angenommen und habe viel Struktur in das Gebäude gebracht.

Die Leiterin wies auch auf Problemfelder hin. So fehle es an Waschbecken. „Das Händewaschen kostet so viel Zeit“. Möglicherweise könne mit transportablen Becken Abhilfe geschaffen werden. Auch der Maskenvorrat der Schule sei „weitgehend aufgebraucht“. Und: „Im Obergeschoss sind drei Klassen ohne Fenster“.

Die Schule sei im Gespräch mit der Gemeinde, um die benötigte Sonderausstattung für die Kinder mit Förderbedarf auf den Weg zu bringen.

Ein weiteres Problem sei der Sandkasten. „Dort gibt es zur Zeit keinen Baum, also auch keinen Schatten“. Dort könne etwa mit einem Pavillon oder einem Sonnensegel geholfen werden. „Der Sandkasten ist schon sehr beliebt“, mahnte die Schulleiterin eine gewisse Dringlichkeit an.

Auch zur Verabschiedung der Viertklässler habe sich das Team schon Gedanken gemacht. „Wir machen das wahrscheinlich in der Kirche – eine gemeinsame Messe und hinterher eine versetzte Zeugnisausgabe“ gab Sylvia Beyer einen Einblick in den Stand der Planungen.

Nach den Sommerferien gehe es weiter um wichtige Themen. Die Erstklässler sollen voraussichtlich am 13. August ihren ersten Schultag haben. „Wie und in welcher Form steht jetzt noch in den Sternen“.

Ein anderes Thema sei die Digitalisierung. Durch Corona seien vorgesehene Fortbildungen auf dem Programm I-Surf ausgefallen. „Grundsätzlich kann da jedes Mitglied der Schulgemeinde einen eigenen Account bekommen“, erläuterte Sylvia Beyer. Ob das auch für die Kinder der ersten oder zweiten Klasse schon sinnvoll sei, müsse sich herausstellen. Inzwischen hätten sich einige Kollegen ein wenig mit der Software vertraut gemacht. „Es fehlen aber noch Schulungen, weil wir das System nach den Ferien einführen wollen.“

Die Schule müsse außerdem auf die Eltern zugehen, deren Kinder über keine oder kaum technische Ausrüstung verfügten. Da sind nach den Worten der Rektorin etwa 15 bis 20 Kinder. „Auch dafür müssen wir Lösungen finden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7454795?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F174%2F
Nachrichten-Ticker