Kuratoriumsmitglied Stefan Wesker stellt das Planungskonzept für das Marienhospital im Rat vor
Lebendiges Quartier für alle

Laer -

Das Planungskonzept für das Marienhospital stellte Diplom-Ingenieur Stefan Wesker während der Ratssitzung vor. Wie das Kuratoriumsmitglied erklärte, sollen große Teile des Gebäudes des vorhandenen Krankenhauses und die parkähnlichen Anlagen und Bäume möglichst erhalten bleiben.

Freitag, 19.06.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 18:00 Uhr
Im Auftrag des gesamten Kuratoriums stellte Diplom-Ingenieur Stefan Wesker die Entwurfsplanung für das Marienhospital vor. Der zu überplanende Bereich wird als „Marienquartier“ bezeichnet. Es ist vorgesehen, einen großen Teil der Gebäude des vorhandenen Krankenhauses und die parkähnliche Anlage zu erhalten..
Im Auftrag des gesamten Kuratoriums stellte Diplom-Ingenieur Stefan Wesker die Entwurfsplanung für das Marienhospital vor. Der zu überplanende Bereich wird als „Marienquartier“ bezeichnet. Es ist vorgesehen, einen großen Teil der Gebäude des vorhandenen Krankenhauses und die parkähnliche Anlage zu erhalten..

Das Kuratorium war nicht untätig. Es hat sich viele Gedanken gemacht, wie es mit dem örtlichen Marienhospital auf Dauer weitergehen könnte. Nachdem die ausländischen Pflegekräfte das ehemalige Krankenhaus wieder verlassen haben, hat der Krisenstab des Kreises Steinfurt dort ein Fieberlazarett eingerichtet. Allerdings kann das nur eine Übergangslösung sein. Das machte Pfarrer Andreas Ullrich während der jüngsten Ratssitzung deutlich, bevor die neue Planung für das Objekt vorgestellt wurde. Wie der Seelsorger, der Vorsitzender der Stiftung Marienhospital ist, berichtete, habe es eine Ausschreibung in der Zentralrendantur in Emsdetten gegeben. Dabei seien zwei Konzepte übrig geblieben. Die Variante, für die sich das Kuratorium entschieden hat, präsentierte Stefan Wesker , der dem Gremium seit Ende 2019 angehört.

Der Erhalt großer Teile der Gebäude des vorhandenen Krankenhauses, die Möglichkeit eines neuen Kindergartenstandortes auf dem Gelände sowie der maximale Erhalt der parkähnlichen Anlagen und Bäume habe zu den Prämissen des Entwurfs gehört, so der Diplom-Ingenieur. Weitere Eckpunkte seien die projektierte Bereitstellung von Pflegebetten verschiedener Pflegestufen und die Baulandbereitstellung speziell für die Altersgruppen 60+ gewesen.

Nach der Bedarfsanalyse sähe das Kuratorium es als vorrangiges Entwicklungsziel an, im Gebäude und auf dem Grundstück des Marienhospitals – dieses wird als Marienquartier bezeichnet – erschwingliche Wohnformen für Senioren zu schaffen. Je nach Lebenssituation und Gesundheitszustand reichten diese von „Ü-60-Häusern“, über „Betreutes Wohnen“ bis hin zu „Senioren- und Demenzwohnungen mit „24-Stunden-Betreuung“. Das bedeute, dass sämtliche Anforderungen an Pflege und Betreuung, die im letzten Lebensabschnitt auftreten könnten, an einem Standort abgedeckt werden könnten. Das erleichtere es den Laerer Senioren vermutlich, sich für einen Umzug zu entscheiden, wovon auch die jungen Familien profitieren könnten, die in die bisherigen Häuser der älteren Menschen ziehen könnten. Dadurch bestehe die Möglichkeit „ergraute“ Nachbarschaften neu zu beleben und den Ort zu verjüngen.

„Im Marienquartier soll auch eine lebendige Nachbarschaft aus Jung und Alt geschaffen werden“, kündigte Wesker an. So ist geplant neben den „ü-60-Häusern“ dort auch Bauplätze für junge Familien auszuweisen. Die geplante Kindertagesstätte trüge ebenfalls zur Lebendigkeit bei, so Wesker.

Die Konzeption sieht auch die Unterbringung einer Tagespflege im Krankenhausgebäude vor, was helfen kann, pflegende Angehörige in Laer zu entlasten.

Das gesamte Grundstück umfasst 30 000 Quadratmeter. Die Pflegeeinrichtung, die im Nordflügel des bestehenden Krankenhauses entstehen soll, könnte eine Senioren-Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen im Erdgeschoss und eine Demenz-Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen im ersten Obergeschoss beherbergen.

Das „Betreute Wohnen“, das östlich, parallel zum bestehenden „Betreuten Wohnen“ geplant ist, sieht die Einrichtung von 16 bis 22 barrierefreien Wohnungen mit Größen von zirka 50 bis 75 Quadratmetern vor. Die Tagespflege, die im Erdgeschoss des Ostflügels angesiedelt werden soll, sieht 18 Plätze vor. Im ersten Obergeschoss könnte eine acht- bis zehnköpfige Wohngruppe für Menschen mit einer Autismus-Spek­trum-Störung errichtet werden.

Das Marienquartier soll sich städtebaulich und sozial in die dörfliche Umgebung harmonisch einfügen. „Auf eine maximale Grundstücksnutzung und Schaffung einer ‚Altensiedlung‘ wird daher bewusst verzichtet“, heißt es in der Konzeptbeschreibung. Grundgedanke der Planungen sei, dass durch das ausgewogene Verhältnis von Grundstücken für Einfamilien- und Doppelhäuser zu Grundstücken mit seniorengerechten Wohnformen ein lebendiges Quartier für Jung und Alt geschaffen werde.

„Der Plan ist nicht in Stein gemeißelt“, erklärte Kuratoriumsmitglied Jochen Korves. Befragt nach dem Investor erklärte er, dass es sich um einen Anbieter aus der Region handele.

Dankbar und erleichtert, dass es nun wieder konkrete Pläne für die Gestaltung des sensiblen Geländes gibt, zeigten sich die Ratsmitglieder, die die Konzeption zum größten Teil begrüßten. Eine Fläche, auf der die Bewohner sich begegnen können, vermisste allerdings Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer. Die Schönheit der Ecke machten die Bäume aus, von denen möglichst viele erhalten bleiben sollten, forderte sie.

Begeistert zeigte sich Josef Laumann von der UBG, Er fand es optimal, dass das „Marienquartier“ für alle Generationen etwas biete.

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