Superintendent Joachim Anicker verabschiedet Gemeindepfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling
Wie eine offene Herberge

Laer/Horstmar/Borghorst -

Während eines Online-Gottesdienstes – coronabedingt in kleiner Runde – in der Laerer hat Superintendent Joachim Anicker Dagmar Spelsberg-Sühling als Gemeindepfarrerin verabschiedet. Wie er erklärte, habe diese als Theologin, Pfarrerin und Mensch deutliche Spuren hinterlassen.

Freitag, 26.06.2020, 18:35 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 15:12 Uhr
Superintendent Joachim-Anicker (l.) entpflichtete
Superintendent Joachim-Anicker (l.) entpflichtete

Ob als Theologin, Pfarrerin oder Mensch – Dagmar Spelsberg-Sühling hat an ihrem Wirkungsort deutliche Spuren hinterlassen. Das betonte Superintendent Jo­achim Anicker bei ihrer Verabschiedung. Die erfolgte wegen der Corona-Pandemie während eines Online-Gottesdienstes – ihn gestalteten alle Organisten der Kirchgemeinde Borghorst-Horstmar-Laer musikalisch mit – im kleinen Kreis in der Matthäuskirche in Laer. Dieser Gemeindeteil sei Dagmar Spelsberg-Sühling besonders an Herz gewachsen, erklärte der Superintendent.

Durch Angebote, wie beispielsweise den Suppensonntag, Handauflegen, Salbungs-, Krabbel- und Valentinsgottesdienste sowie spirituelle Elemente seien die Gemeinschaft und ein fruchtbares Miteinander gewachsen, so Anicker. Zudem nannte er den internationalen Kochclub, der aus dem Flüchtlingskreis erwachsen sei und die persischsprachigen Bibelstunden, die sie gastfreundlich ermöglicht habe. Solche Initiativen und Aktionen zeigten, dass die Gemeinde wie eine „offene Herberge“ im Ort sei.

„Das zu leben und zu fördern, war Dir in Laer ein wichtiges Anliegen“, bilanzierte der Redner, der der Pfarrerin für ihre sechsjährige Arbeit im Bezirk Horstmar-Laer dankte. Die sei nach der wechselhaften Vorgeschichte der Pfarrstelle sicher nicht immer leicht gewesen, gab Anicker zu bedenken, dass es sich immerhin nur um eine halbe Pfarrstelle gehandelt habe.

Gott auf die Spur zu kommen, dem Unverfügbaren, außerhalb der eingefahrenen Wege und außerhalb der Mauern des Gewohnten und Verfestigten – das sei immer ein Anliegen von Dagmar Spelsberg-Sühling gewesen. Solch einen Ort habe sie gemeinsam mit ihrer Frau Esther und ihrem offenen Haus zu realisieren versucht, so Anicker.

„Liebe Dagmar, wir verabschieden dich heute weder in den Ruhestand noch aus dem Kirchenkreis. Du wechselt aus einem Dienstauftrag dieser Gemeinde in mit halber Stelle in einen kreiskirchlichen Dienst mit halber Pfarrstelle. Deine mir wichtige spirituelle Arbeit wirst du mit einer Viertelstelle weiterführen und kannst hoffentlich bald wieder ein Symposium planen“, richtete der Superintendent ganz persönliche Worte an die Pfarrerin, bevor er sie von ihrem Dienst entpflichtete.

Worte des Dankes und der Anerkennung sprachen der Pfarrerin auch der Vorsitzende des Presbyteriums und Prädikant Alexander Becker, Karola Teuber vom Runden Tisch, Pfarrer An­dreas Ullrich von der Katholischen Kirchengemeinde und Bürgermeister Gerrit Thiemann aus.

Wie die Gemeindepfarrerin es bereits angekündigt hat, wird sie als einfaches Gemeindeglied künftig auch weiterhin in Laer wohnen und ihre gewachsene freiberufliche Arbeit im Bereich Spiritualität fortführen. Man werde sich sicher noch an der einen oder anderen Stelle begegnen, vermutete sie.

  • Am morgigen Sonntag (28. Juni) ist der Online-Gottesadienst auf dem YouTube-Kanal „echt-evangelisch in Laer“ zu sehen.
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