„Glücksgriff für Borgentreich“
Peter Maier bewirbt sich als Bürgermeisterkandidat in Ostwestfalen

Laer/Borgentreich -

Laers abgewählter Bürgermeister Peter Maier will es offensichtlich noch einmal wissen. Im ostwestfälischen Borgentreich geht Maier als dritter Bürgermeisterkandidat mit Unterstützung der dortigen FDP ins Kommunalwahlrennen.

Mittwoch, 01.07.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 10:46 Uhr
Lang ist‘s her: Peter Maier schlug bei der letzten Kommunalwahl unerwartet Detlev Prange aus dem Rennen, nach seiner Abwahl will er jetzt in Borgentreich als Bürgermeisterkandidat antreten.
Lang ist‘s her: Peter Maier schlug bei der letzten Kommunalwahl unerwartet Detlev Prange aus dem Rennen, nach seiner Abwahl will er jetzt in Borgentreich als Bürgermeisterkandidat antreten. Foto: abi

Seine Bewerbung fußt auf einer Stellenanzeige für die Position des Bürgermeisters, die Ratsherr Jan Gerrit Möltgen (Borgholz) im Winter geschaltet hatte, wie er im Gespräch mit den WN bestätigte. Daraufhin hatten sich sechs Bewerber aus allen Teilen Deutschlands gemeldet, berichtet Möltgen – darunter auch Peter Maier , der nach Ansicht des Borgholzers „mit Abstand über die besten Voraussetzungen für das wichtigste Amt in unserer Stadt verfügt – „ein echter Glücksgriff für Borgentreich“.

Borgentreich ist eine 9000-Einwohner-Stadt im Kreis Höxter, gelegen in der Warburger Börde. Bekannt ist die Stadt unter anderem durch sein Orgelmuseum, dem ersten seiner Art. Im Stadtrat hat die CDU die absolute Mehrheit, die SPD kam bei der letzten Kommunalwahl auf 27, die Grünen auf acht und die Borgentreicher Bürgerfraktion, zu der auch FDP-Mitglied Jan Gerrit Möltgen zählte, fünf Prozent. CDU-Bürgermeister Rainer Rauch wurde bei der Kommunalwahl mit 60 Prozent der Stimmen gewählt. Die Christdemokraten gehen jetzt mit dem 39-jährigen Nicolas Aisch ins Rennen.

Jan Gerrit Möltgen verweist, wie er dem Westfalenblatt gegenüber äußert, auf die „große Verwaltungserfahrung“ von Peter Maier, die die beiden anderen Bewerber sich erst noch mühsam erarbeiten müssten.

Stichwort Verwaltung: Im Rathaus in Laer hat bislang niemand aus Ostwestfalen angeklopft und sich nach Peter Maier erkundigt, wie Stefan Wesker, der im Augenblick den Bürgermeister vertritt, auf Anfrage erklärte. „Wir würden aber auch keine Auskünfte geben“, betont Wesker. Jan Gerrit Möltgen hat, wie er auf Anfrage betonte, bei verschiedenen Politikern im Ewaldidorf Erkundungen über Peter Maier eingeholt. „Wen ich gefragt habe, werde ich aber nicht sagen“, so Möltgen.

Der in Franken geborene und wohnende Peter Maier (Jahrgang 1963, geschieden, zwei Söhne) hat nach Darstellung des Westfalenblattes „eine bewegte politische Vergangenheit“. Die Vorwürfe gegen Maier, die zu seiner Abwahl in Laer geführt hatten – Inkompetenz, Untätigkeit, Desinteresse und diktatorischen Führungsstil – sind auch in Borgentreich bekannt. FDP-Ratsherr Möltgen kennt sie, will mit ihnen auch offensiv umgehen, wie er betonte. Öl ins Feuer gießen, das möchte er aber nicht. Möltgen hofft auf einen sachlich-fairen Wahlkampf. Er ist sich sicher, dass Peter Maier viele Eigenschaften mitbringt, die ideal seien, um auch die schwierigsten Herausforderungen eines Stadtoberhauptes zu meistern – und die seien in der Orgelstadt groß.

„Wenn man sich objektiv Laer vor der Wahl von Peter Maier und danach anschaut, dann muss man sagen, dass nicht alles schlecht war, was er gemacht hat“, betont der stellvertretende FDP-Ortsvorsitzende.

„Es war immer mein Wunsch, Führungsverantwortung zu übernehmen, und es macht mir unheimlich viel Freude, im Team die sehr vielfältigen Herausforderungen des facettenreichen Wirkens der öffentlichen Hand zu managen“, wird der Kandidat in einer Pressemeldung der Liberalen zitiert. „Peter Maier steht mit beiden Füßen auf dem Boden, er ist ein Kandidat zum Anfassen und zeigt viel Verständnis und Know-How für die Belange unserer Stadt – er ist ein Kümmerer“, so Möltgen.

Peter Maier sei bereit, ehemalige Wegbegleiter zu einer Pressekonferenz nach Borgentreich zu holen, um alle Fragen der Vergangenheit zu klären – schließlich sollte jeder ja auch eine zweite Chance bekommen“, betont der stellvertretende Vorsitzende der Liberalen. Im Falle einer Wahl wolle er sich in Borgentreich niederlassen. Jetzt geht es für ihn zunächst darum, die nötigen 78 Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Dafür hat er noch Zeit bis zum 27. Juli. Jan Gerrit Möltgen will seinem Bewerber dabei natürlich als Türöffner dienen. Am Wochenende hatte Peter Maier, der im Augenblick für seine Verpflichtungen aus der alten Heimat Franken nach Ostwestfalen kommt, einen ersten Auftritt vor handverlesenen Unternehmern der Region. „Gerade dort herrscht gerade eine große Unzufriedenheit“, betont Möltgen. Das sei für ihn letztendlich auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, nach einem Bürgermeisterkandidaten Ausschau zu halten.

Der Liberale betont in diesem Zusammenhang noch einmal, dass Peter Maier als unabhängiger Bewerber ins Rennen gehe. Er werde von der FDP unterstützt. Der weitere Wahlkampf soll über eine Homepage und soziale Medien laufen.

Peter Maiers Lebenslauf wird von FDP-Ratsherr Möltgen so dargestellt: Nach dem Abitur und einem Studium als Bauingenieur startete er ins Berufsleben. „Als solcher war Maier über 25 Jahre erfolgreich tätig und betreute regelmäßig Projekte mit einem Größenvolumen im Millionenbereich, dabei eine Vielzahl für öffentliche Bauträger, insbesondere Kommunen“, heißt es weiter. Seine in diesem Bereich gewonnene Erfahrung habe er für einen beruflichen Wechsel als unabhängiger Kandidat an die Spitze der Gemeindeverwaltung Laer genutzt.

Dort habe er in der „kleinen westfälischen Kommune“ neue Bau- und Gewerbeflächen erworben und vermarktet, die bilanzielle Überschuldung der Gemeinde sei nahezu komplett abgebaut und mit personellen Veränderungen die Effizienz des Verwaltungshandelns wesentlich gestärkt worden, loben seine Unterstützer.

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