Klimafreundliches Mobilitätskonzept: Erste Ergebnisse der Bürgerbefragung liegen vor
Viel zu tun in Sachen Radförderung

Laer -

Dass die Gemeinde Laer sich an der beliebten Umweltaktion „Stadtradeln“ (noch) nicht beteiligt, wurmt Daniel Matlik schon sehr. Der Klimaschutzmanager des Ewaldi-Dorfs begründet dies mit der fehlenden Grundlage. „Wir müssen in Sachen Radverkehrsförderung erst unsere Hausaufgaben zu Ende machen“, verweist er auf noch zu viele Defizite, die Laer in Sachen Radverkehr und dessen Verknüpfung mit dem ÖPNV aufweist.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:43 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:50 Uhr
Brennpunkte, bei denen in Bezug auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für Radler Handlungsbedarf besteht: die Borghorster Straße, der provisorische Radweg entlang der Horstmarer Straße, die Hohe Straße im Ortskern und die L 550, die Verbindung
Brennpunkte, bei denen in Bezug auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für Radler Handlungsbedarf besteht: die Borghorster Straße, der provisorische Radweg entlang der Horstmarer Straße, die Hohe Straße im Ortskern und die L 550, die Verbindung Foto: Schippers

Steinfurt ist dabei, Ochtrup, Metelen und Emsdetten – um nur ein paar Beispiele aus der Nachbarschaft zu nennen: Die Klimaschutzaktion „Stadtradeln“ motiviert nicht nur im Kreis Steinfurt tausende Bürger, ein paar Wochen auf das Auto zu verzichten und etwas für den Umweltschutz zu tun. Auch in diesem Jahr findet die vom Klima-Bündnis initiierte Kampagne wieder statt – allerdings coronabedingt verschoben in den Herbst. Dass die Gemeinde Laer sich nicht beteiligt, wurmt Daniel Matlik schon sehr. Der Klimaschutzmanager des Ewaldi-Dorfs begründet dies mit der fehlenden Grundlage. „Wir müssen in Sachen Radverkehrsförderung erst unsere Hausaufgaben zu Ende machen“, verweist er auf noch zu viele Defizite, die Laer in Sachen Radverkehr und dessen Verknüpfung mit dem ÖPNV aufweist.

Die Gemeinde will vor allem auf die Verbesserung von Radwegeverbindungen setzen, die geeignet sind, Berufspendler dazu zu animieren, statt mit dem Auto öfter mal mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Klar, dass die Verantwortlichen dabei das Oberzentrum Münster im Auge haben – aber nicht nur. In einer Bürgerbefragung, die die Verwaltung in den Monaten Mai und Juni in Zusammenarbeit mit der FH Münster durchgeführt hat (wir berichteten), waren unter anderem auch die Themen klimafreundliche Nahmobilität und Pendlerverflechtungen zentrale Fragestellungen. „Die Umfrage ist inzwischen abgeschlossen, die Ergebnisse werden zurzeit ausgewertet“, berichtet Matlik. Mit rund 700 Bögen sei der Rücklauf der Aktion, die sich in einem zweiten Teil auch mit der kommunalen Alten- und Sozialplanung beschäftigt hat, „sehr zufriedenstellend“ gewesen, betont der Klimaschutzmanager.

Wenngleich es für umfassende Aussagen noch zu früh ist, kann Matlik doch einige grundlegende Tendenzen der Bürgermeinung wiedergeben. So werde die vorhandene Radinfrastruktur von den Bürgern als relativ schlecht beschrieben. Als Beispiele nennt Matlik die Landstraßen nach Altenberge und Borghorst. Auch auf der Verbindung in den Ortsteil Holthausen besteht großer Handlungsbedarf. Ein wichtiges Ziel sei es, den Ortskern vom Schwerlastverkehr zu befreien. Aufgrund der mäßigen Infrastruktur beurteilen rund 60 Prozent der Umfrageteilnehmer die Verkehrssicherheit von Radlern schlecht.

„All das hat uns veranlasst, zunächst noch nicht an der Stadtradeln-Aktion teilzunehmen“, so Matlik weiter. Neben den Radwegen an Landstraßen, die auch das Ziel haben, Verbindungen zu künftigen Velorouten wie entlang der alten B 54 herzustellen, soll ein weiterer Schwerpunkt auf die Aktivierung von Wirtschaftswegen für Pendler und Freizeitradler gelegt werden. „Voraussetzung für die Akquirierung von öffentlichen Fördermitteln ist deren Multifunktionalität“, macht Matlik die Verbindung zum derzeit ebenfalls laufenden Projekt „Ländliches Wirtschaftswegekonzept“ deutlich.

Im Ortskern wird eine Temporeduzierung auf 30 km/h angestrebt. Zusammen mit dem zu gründenden Arbeitskreis Schule und den Ergebnissen aus dem Quartierskonzept sowie der Bürgerbefragung soll versucht werden, diese gegenüber der zuständigen Behörde Straßen.NRW durchzusetzen.

Und wann können die Laerer mit ihrer Stadtradeln- Premiere rechnen? Daniel Matlik würde es freuen, wenn es schon im nächsten Jahr klappt. „Realistischerweise muss man aber eher auf 2022 verweisen.“

 

Weitere Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Alten-/Sozialplanung und zur Mobilität sollen in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima- und Landschaftsschutz im Rahmen eines Workshops vorgestellt werden.

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