Die UBG-Ratsmitglieder Dr. Reinhardt Peter Nippert und Josef Laumann treten nicht mehr an
„Wir wollten etwas bewegen“

Laer -

Dr. Reinhardt Peter Nippert und Josef Laumann bewerben sich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht mehr um ein Ratsmandat. In einem Gespräch mit dieser Zeit haben die beiden Ratsherren der UBG erklärt, dass sie wegen ihres Alters – beide sind weit über 70 Jahre – nicht mehr kandidieren wollen. Zudem kündigten sie an, dass sich die Unabhängigen Bürgergemeinschaft auflösen wird.

Freitag, 17.07.2020, 19:18 Uhr aktualisiert: 19.07.2020, 11:54 Uhr
Dr. Reinhardt Peter Nippert (l.)
Dr. Reinhardt Peter Nippert (l.)

Der nächste Gemeinderat muss ohne sie auskommen. Das steht schon vor dem 13. September fest. So haben sich Fraktionsvor­sitzender Dr. Reinhardt Peter Nippert und Josef Laumann entschieden, zur Kommunalwahl im Herbst nicht mehr anzutreten. Als Grund für den Verzicht führen die beiden UBG-Ratsherren ihr Alter an. Weil sie weit über 70 Jahre alt sind, wollen der Professor im Ruhestand und der gelernte Tischlermeister, der ebenfalls in Rente ist, kein Mandat mehr übernehmen und jüngeren Generationen den Vortritt lassen.

„Ich bin kürzlich 78 geworden“, gibt Nippert zu bedenken. Wie er im Gespräch mit den WN weiter erklärt, soll die Unabhängige Bürgergemeinschaft, die seit über 30 Jahren erfolgreich Kommunalpolitik vor Ort betreibt, aufgelöst werden. Der entsprechende Mitgliederentscheid steht zwar noch aus, doch die beiden „Zugpferde“ der Unabhängigen rechnen nicht damit, dass sich jemand ihrer Entscheidung in den Weg stellen wird.

Mit dem Ausscheiden des Männer-Duos aus dem Rat endet eine Ära. Schließlich ist die UBG-Fraktion stets eine verlässliche Größe im politischen Geschehen des Ewaldidorfs gewesen. Zu ihren „Glanzzeiten“ während der Anfänge hatte sie weit mehr als die heutigen zwei Sitze. Unter der Regie des inzwischen verstorbenen Paul Brandenburg agierte der Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern aus Laer und Holthausen auch entschieden lauter und aggressiver. Doch das ist weder die Art von Reinhardt Peter Nippert noch von Josef Laumann. Die beiden Familienväter sind eher Vertreter der leisen Töne. Doch man sollte ihre Wirksamkeit nicht unterschätzen. So waren sie in dieser Legislaturperiode beispielsweise maßgeblich und erfolgreich an der Abwahl des Bürgermeisters Peter Maier beteiligt.

Neben der Allianz für Laer haben sich die beiden Ratsmitglieder auch stets für die Wiedergewinnung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Kommune stark gemacht. Ein Ziel, das die kleine Fraktion schon seit Jahren konsequent und zielstrebig verfolgt. Für die beiden Politiker sind Sparen und die Einhaltung der Vorgaben, die das Haushaltssicherungskonzept und die Finanzplanung beinhalten, notwendig und „alternativlos“. Dazu gehört für sie an vorderster Stelle auch die Verringerung der Schuldenlast.

Laer ist für die beiden Unabhängigen ein liebens- und lebenswerter Ort, dessen Lebensqualität sie für die Nachkommen unbedingt sichern und erhalten wollen.

„Der Alten- und Pflegeplan für Laer muss umgesetzt werden“, betont Nippert, der als Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Senioren, Heimat und Kultur besonders mit dieser Thematik befasst ist. So dürfe man die Situation der älteren Mitbürger in beiden Ortsteilen nie aus dem Blick verlieren. Schon wegen der demografischen Entwicklung spielt die ältere Generation eine immer große Rolle. Das Duo betrachtet es zudem als seine vordringliche Aufgabe, sich für die soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

„Wir wollten etwas bewegen“, begründet Laumann, warum er seinerzeit als Kommunalpolitiker angetreten ist. Seine Lebenserfahrung habe ihm gezeigt, das Meckern und Besserwisserei nichts bringe, vielmehr müsse man sich selbst zur Verfügung stellen und Verantwortung übernehmen, meint der 79-Jährige, der sich auch schon seit Jahren in der örtlichen Kolpingsfamilie engagiert. Die Zusammenarbeit mit seinem Fraktionsvorsitzenden sei immer angenehm gewesen, blickt Laumann auf die gemeinsamen Jahre mit Nippert zurück. So schätzt er an seinem Mitstreiter die ruhige und sachliche Art. Zudem sei dieser immer bestens vorbereitet, was auch die anderen Parteien zu schätzen wissen.

Auf die Erfahrung dieser „alten Hasen“, die ihre politische Arbeit stets mit viel Herzblut betrieben haben, muss der Rat künftig verzichten. Langweilen werden sich die beiden Senioren bestimmt nicht. Schließlich haben sie Familie und Enkelkinder, die wegen der anstrengenden und zeitintensiven Fraktionsarbeit oft auf sie verzichten mussten. Ohne diese oftmals langen Abendtermine lässt es sich bestimmt auch gut leben.

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