Vereine sprechen über ihrem Umgang mit der Corona-Pandemie
Noch längst nicht normal

Laer/Holthausen -

Ob Heimatverein, Freundeskreis Guénange, Kfd Holthausen-Beerlage, Seniorengruppe 60 Plus, Landjugend oder andere Vereine und Verbände, alle sehnen sich nach Normalität. Doch die kann es in Corona-Zeiten leider nicht geben. Wie die verschiedenen Gruppierungen in Laer und Holthausen damit umgehen, wollte Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann am Montag in einem Gespräch wissen.

Montag, 20.07.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 16:44 Uhr
Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann (r.) hat einige Vereins- und Verbandsvertreter zum Gespräch vor den Alten Speicher eingeladen. Daran beteiligten sich Maria Hinnemann (v.l.), Margarete Müller, Antje Jöster, Karl Wilmer, Detlev Prange und Christine Lengers
Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann (r.) hat einige Vereins- und Verbandsvertreter zum Gespräch vor den Alten Speicher eingeladen. Daran beteiligten sich Maria Hinnemann (v.l.), Margarete Müller, Antje Jöster, Karl Wilmer, Detlev Prange und Christine Lengers

Die Männerwerkgruppe und die Frauenhandarbeitsgruppe des Heimatvereins Laer haben ihre Arbeit wieder aufgenommen. Sie öffnen die Scheune Am Bach und das Lädchen im Haus Rollier inzwischen zu den gewohnten Zeiten. Auch die vereinseigene Wandergruppe hat sich erst kürzlich erneut in Bewegung gesetzt.

Doch auch, wenn es inzwischen einige Lockerungen gibt, sind die Folgen der Corona-Pandemie vor Ort noch überall deutlich spürbar. Wie Vereine, Verbände und andere Gruppierungen in Laer und Holthausen mit den Einschränkungen umgehen und was sie für die Zukunft planen, will Bürgermeister-Stellvertreter Gerrit Thiemann wissen. Deswegen hat er Vertreter des Heimatvereins, des Freundeskreises Guénange, der Kfd Holthausen-Beerlage, der Seniorengruppe 60 Plus und der Landjugend am Montagvormittag zum Gespräch vor den Alten Speicher eingeladen. Dort sind die Hygiene- und Abstandsregeln besser einzuhalten, als im Büro des Dorfmarketingvereins, der momentan ohnehin der Musikschule und „Musik Aktiv“ Platz gemacht hat.

Die Teilnehmer zeigen sich froh, dass nach der ersten harten Phase der Verbote und Einschränkungen überhaupt wieder etwas läuft. Das Gespräch zeigt aber auch, dass das Vereinsleben noch weit entfernt ist von der ersehnten Normalität. Wie Heimatvereinsvorsitzender Karl Wilmer berichtet, verzichtet die vereinseigene Radelgruppe aus Vorsichtsgründen zurzeit noch auf ihre beliebten Touren. „Die Entscheidung liegt jeweils beim Fachbereichsleiter“, fügt sein Stellvertreter Detlev Prange hinzu. Hätte der Verantwortliche Bedenken, verzichte man lieber.

Schweren Herzens haben die Heimatfreunde auch ihren traditionellen Grillabend abgesagt, mit dem sie sonst üblicherweise die Sommerpause eingeläutetet haben. Schwarz sieht der Vorsitzende auch für die Herdfeuerabende im nahenden Herbst, bei dem die Teilnehmer eng im Kaminzimmer des Hauses Rollier zusammensitzen. Schließlich gehörten die meisten der Mitglieder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe.

Ähnlich ist das bei der Kfd Holthausen-Beerlage. Man halte den Kontakt über eine WhatsApp-Gruppe und schicke den Mitgliedern auch schon mal nette Karten, erklärt Teamsprecherin Antje Jöster. „Wir haben so ein schönes Programm und können es leider nicht durchführen“, bedauert ihre Stellvertreterin Margarete Müller, die sich schon fragt, was mit der Jahreshauptversammlung im November ist, denn schließlich sei die immer sehr gut besucht.

Zur Not bleibe der Vorstand so lange im Amt, bis eine Zusammenkunft aller Mitglieder wieder möglich ist, weist Antje Jöster auf die Vorgabe des Diözesanverbands hin. Nur die Kassenprüfung müsse in jedem Fall stattfinden, fügt sie hinzu.

Auf Vieles verzichten musste bisher auch die Landjugend, die gerne eine Fahrradrallye angeboten hätte. Parties dürfe es ja ohnehin keine gäben, gehen die KLJB-Vertreterinnen davon aus, dass auch die sonst übliche Halloween-Fete dieses Jahr ins Wasser fällt. Dafür wollen sie aber den Weizen für den Erntekranz schneiden.

Große Treffen gäbe es nicht, erklären die beiden jungen Frauen, die hoffen, dass die Gemeindeverwaltung ihnen bald wieder einige Veranstaltungen erlaubt.

Eine Zwangspause macht auch der Freundeskreis Guénange und Badersleben. Deren Sprecherin Maria Hinnemann bedauert, dass das Sommerfest an Potthoffs Mühle vor den Sommerferien abgesagt werden musste. Dazu hätten auch einige Gäste aus der französischen Partnergemeinde kommen wollen. Auch auf die Freizeit mit Jugendlichen aus Guénange, Laer und Badersleben muss verzichtet werden.

Glücklicherweise habe man rechtzeitig entschieden, die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit der Gemeinde Badersleben, das eigentlich im November dieses Jahres anstehe, auf Ende Mai 2021 zu verlegen.

Vorsitzender Bernhard Potthoff und sie hoffen, dass wenigstens der Weinabend, der für den 23. November geplant ist, stattfinden kann.

Die Frage, ob sie sich am örtlichen Weihnachtsmarkt beteiligen würden, scheint sich zu erübrigen. So geht Gerrit Thiemann momentan davon aus, dass dieser wie das Fest der Kulturen nicht stattfinden wird. Wie der Bürgermeister-Stellvertreter weiter berichtet, arbeitet das Büro des Dorfmarketingvereins im Homeoffice. Das würde vermutlich auch noch länger so bleiben, da die Gemeindeverwaltung den Alten Speicher als Wahllokal nutzen wolle. So werde das Rathaus noch länger geschlossen bleiben.

Informationen hat der Bürgermeister-Stellvertreter auch bei der Gruppe Fürein­ander – Mitarbeiter eingeholt, die sich um die Geflüchteten im Ewaldidorf kümmert. Deren Kochkursus sowie ein geplantes Filmprojekt ruhen derzeit. Hingegen liefe die Arbeit im Schrebergarten am Bahnhof in Horstmar momentan auf Hochtouren. Die Gruppe um Franziska Lengers sowie Bert und Sabine Schulte, die auch jeden Donnerstag Sprechstunden für ausländische Mitbürger im Alten Speicher anbietet, setzt sich nach wie vor dafür ein, das neue Migranten dezentral in Laer untergebracht werden, denn damit hat die Gemeinde gute Erfahrungen gemacht.

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