Podiumsdiskussion des UNL bietet spannende Vergleichsmöglichkeit der drei Bürgermeister-Kandidaten
Wer soll das Boot steuern?

Laer -

Spannend, informativ und unterhaltsam gestaltete sich die Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten Helga Bennink, Manfred Kluthe und Palitha Löher, zu der das Unternehmernetzwerk eingeladen hatte. Es bot die Chance, die Bewerber direkt im Vergleich zu erleben.

Mittwoch, 19.08.2020, 17:57 Uhr aktualisiert: 20.08.2020, 15:06 Uhr
Zum Abschluss der Podiumsdiskussion, die Moderator Jörg Gerdener (l.) leitete, gab es für Helga Bennink, Palitha Löher (2.v.r.) und Manfred Kluthe jeweils ein Ruderboot in Anspielung auf die Frage, wer das „Schiff Laer“ künftig durch die raue See steuert
Zum Abschluss der Podiumsdiskussion, die Moderator Jörg Gerdener (l.) leitete, gab es für Helga Bennink, Palitha Löher (2.v.r.) und Manfred Kluthe jeweils ein Ruderboot in Anspielung auf die Frage, wer das „Schiff Laer“ künftig durch die raue See steuert

Ob die Bürger in Laer und Holthausen nach der Podiumsdiskussion am Dienstag besser wissen, wen sie am 13. September zum Bürgermeister wählen sollen? Gut möglich wäre es, denn die Vorstellungsrunde in der Firmenhalle von Erich Baumeister bot eine erste Gelegenheit, das Bewerber-Trio im direkten Vergleich näher kennen zu lernen. Dafür sorgte der gut vorbereitete und gewiefte Moderator Jörg Gerdener, der es verstand, Helga Bennink , Manfred Kluthe und Palitha Löher auf den Zahn zu fühlen.

Wer von den Dreien der oder die Richtige ist, das „Schiff Laer“ sicher und erfolgreich durch die raue See zu steuern, sollte dieser Abend zeigen, der sich als spannend, informativ und unterhaltsam erwies. Dazu eingeladen hatte das Unternehmernetzwerk Laer. Dessen Vorsitzender Reinhard Lülff begrüßte die Gäste vor Ort und an den Bildschirmen zu Hause, die den Live­stream von Hendrik Zellerhoff im Internet verfolgen konnten. Sein Dank galt auch Thomas Leufkes, der für Ton und Bild zuständig war. Für die Mühen der Gastgeber, die eine neutrale, transparente und objektive „Bühne und Chance“ für die Bewerber schaffen wollten, bedankten sich die drei Hauptakteure. In Zeiten von Corona sei das ein Riesenaufwand und längst nicht selbstverständlich.

Dass der neue Bürgermeister vor anspruchsvollen Herausforderungen steht, machte der Moderator klar. Die Diskussion über die Ansiedlung einer JVA („eine Provinzposse“), die Abwahl des Bürgermeisters und die extrem hohe Verschuldung hätten der Gemeinde viel regionale Aufmerksamkeit und negative Schlagzeilen beschert. Viele Bürger wünschten sich jetzt, dass Laer endlich wieder ins ruhigere Fahrwasser komme.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann schließlich die Diskussion.

„Wir müssen an die Gewerbesteuer ran“, meinte Manfred Kluthe auf die Frage, wie man die Attraktivität für die lokalen Unternehmer steigern und Anreize für Neuansiedlungen schaffen kann. Mit den hohen Abgaben gewinne man keinen Blumentopf, befand der parteilose Kandidat, der für die CDU antritt. Anders sahen das Helga Bennink und Palitha Löher, die daran erinnerten, dass sich die Kommune in der Haushaltssicherung befinde und das Geld nicht vorhanden sei. Es gäbe gesetzliche Vorgaben, an die man sich halten müsste.

Besser sei es, die vorhandenen Fördertöpfe auszuschöpfen sowie vorausschauend und nachhaltig zu planen. Visionen seien super, doch man müsse sich auch fragen, wie sie umgesetzt werden könnten und wie realistisch sie seien, meinte Helga Bennink, die für die Grünen ins Rennen geht. Einig waren sich die Befragten daran, dass die Wirtschaftsförderung Chefsache sein sollte.

Spannend auch die Frage, wie sie eine Gemeindeverwaltung führen würden. „Die Mannschaft ist der Star“ zitierte Palitha Löher einen Spruch aus dem Sport. Wichtig seien ihm Wertschätzung, Respekt und Entschlossenheit. Er würde versuchen, jeden Mitarbeiter mit ins Boot zu nehmen.

Vertrauen, Kommunikation und die Förderung von Teamarbeit nannte Helga Bennink ihre Werte. Zudem sei es ihr wichtig, dass es klare Zuständigkeiten gäbe. „Das hat die Verwaltung wirklich bewundernswert gemeistert“, lobte sie, wie die Mitarbeiter mit der Abwahl des Bürgermeisters, der Corona-Pandemie und dem Starkregen-Vorfall umgegangen sind.

Dass er seit zehn Jahren Führungserfahrung habe, betonte Manfred Kluthe. Wäre er Bürgermeister, würde er auf Vertrauen, Transparenz und auf selbstständiges Arbeiten der Mitarbeiter setzen.

Nach 21 Jahren in der Wuppertaler Verwaltung und ihren langjährigen politischen Erfahrungen aus dem Rat der Stadt Münster sowie ihrer beruflichen Kenntnissen aus Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, wisse sie, wie das Zusammenspiel funktioniert, und verfüge über ein gutes Netzwerk, erklärte Helga Bennink auf die Frage, warum die Bürger sie wählen sollten.

Dass er gut vernetzt sei und als parteiloser Bewerber ein offenes Ohr für alle Bürger habe, betonte Palitha Löher, der unter dem Motto „Palle für alle“ antritt und sich mit ganzem Herzen für die Gemeinde einsetzen will. Seine Erfahrung als Ratsherr sowie seine Arbeit als stellvertretender Kirchenvorstand und seine Kommunikationsfähigkeit kämen ihm dabei besonders zugute.

Bestens gerüstet für das höchste Amt in der Gemeinde sieht sich auch Manfred Kluthe, der sich als bürgernah, aufgeschlossen, verbindlich und zukunftsorientiert bezeichnet und mit dem CDU-Team einen Neustart für Laer und Holthausen anstrebt. Er könne nicht gut zuschauen, er mache lieber selbst, begründete der Studiendirektor, der sich zum Schulleiter fortbildet, warum er seinen Hut in den Ring geworfen hat.

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