Debatte über Karl Carstens im Ausschuss
Bild vom ehemaligen Bundespräsidenten bleibt im Ratssaal

Laer -

Das Porträt des ehemaligen Bundespräsidenten Karl Carstens im Laerer Ratssaal bleibt hängen. Dafür sprachen sich die CDU, die SPD, die FDP und die Grünen während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses aus. Die Diskussion über das Thema hatte Uwe Veltrup angestoßen, der forderte, das Bild abzuhängen, da Carstens ein ehemaliges SA-Mitglied gewesen sei. Die Ausschuss-Mehrheit lehnte das ab.

Donnerstag, 24.09.2020, 19:22 Uhr

Das Porträt des ehemaligen Bundespräsidenten Karl Carstens bleibt im Sitzungssaal des Laerer Rathauses hängen. Es bekommt allerdings einen Zusatz, mit der Begründung, warum es dort verbleibt. Zudem wird ein Foto des jeweils amtierenden Bundespräsidenten angebracht. Das ist das Ergebnis einer Diskussion, die der Haupt- und Finanzausschuss Uwe Veltrup zu „verdanken“ hat. Darauf wies die stellvertretende Bürgermeisterin Margarete Müller hin, die am Mittwochabend die Sitzung des Fachgremiums in der kleinen Turnhalle leitete.

Bereits während der Gemeinderatssitzung am 17. Juni hatte sich Uwe Veltrup erkundigt, warum das Porträt des ehemaligen Bundespräsidenten im örtlichen Rathaus hängt. Schließlich hätte Karl Carstens eine NSDAP-Vergangenheit und sei SA-Mitglied gewesen, was viele Bürger vermutlich gar nicht wüssten. Der Christdemokrat sei ein „Mitläufer“ sowie ein „Opportunist“ und beileibe kein Vorbild gewesen, monierte der fraktionslose Ratsherr.

Margarete Müller erläuterte, dass das Foto von Carstens nach seinem Besuch am 6. Oktober 1982 in der Gemeinde anlässlich der Rathauseinweihung aufgehängt worden sei. Anlass war neben der offiziellen Übergabe des neuen Rathauses auch die Preisverleihung im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Bürger, es geht um deine Gemeinde“, in dem das Ewaldidorf eine Auszeichnung erhalten hatte. „Das war etwas ganz Besonderes“, berichtete Müller, die sich im Namen der CDU-Fraktion für den Verbleib des Bildes im Ratssaal aussprach. Dafür plädierten auch die Grünen, die UBG, die SPD und die FDP.

„Unsere Quellen sagen etwas anderes“, meinte UBG-Fraktionschef Professor Dr. Reinhardt Nippert, der sich auf die Sachvorlage der Verwaltung bezog. Die Vorwürfe ständen im Widerspruch zur Sachdarstellung, meinten auch die Fraktionsvorsitzenden Elke Schuchtmann-Fehmer von den Grünen und Gerrit Thiemann von der SPD.

„Es hat ein Entnazifizierungsverfahren gegeben“, betonte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Maik ter Beek, dass Carstens Ehrenbürger der Stadt Bonn und Berlin sei. Deren Entscheidungsträger hätten sich sicher vorher auch ihre Gedanken hinsichtlich dieser Würdigung gemacht, gab er zu bedenken.

Nicht durchsetzen konnte sich Dieter Mesenbrock von der FBL, der sich dafür aussprach, das Bild aus dem Ratssaal zu entfernen und stattdessen im Verwaltungsgebäude aufzuhängen. Schließlich habe man die Zeit nicht selbst erlebt, sondern könne sich nur auf die allgemeinen Quellen beziehen.

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