Windpark Billerbeck-Kentrup: Investor SL Windenergie stellte sein Projekt im Haus Veltrup vor
Zum Dialog weiterhin bereit

Laer/HolthauseN/BIllerbeck -

Auf seiner Windmesse im „Haus Veltrup“ hat der Investor SL Windenergie aus Gladbeck sein geplantes Windpark-Projekt Billerbeck- Kentrup vorgestellt. Dieses befindet sich noch in der Offenlegungsphase. Danach findet ein Erörterungstermin statt, in dem alle Einwendungen abgewogen werden. Gegen die drei Windkraftanlagen wehrt sich eine Bürgerinitiative in Holthausen.

Mittwoch, 23.09.2020, 19:02 Uhr
Stellten sich während der Windmesse für Fragen rund um den geplanten Windpark in Billerbeck-Kentrup von der Unternehmensgruppe SL Naturenergie aus Gladbeck im „Haus Veltrup“ zur Verfügung (v. l.): Mitarbeiter Stefan Reimering-Ventz und Milan Nitzschke von der Geschäftsführung.
Stellten sich während der Windmesse für Fragen rund um den geplanten Windpark in Billerbeck-Kentrup von der Unternehmensgruppe SL Naturenergie aus Gladbeck im „Haus Veltrup“ zur Verfügung (v. l.): Mitarbeiter Stefan Reimering-Ventz und Milan Nitzschke von der Geschäftsführung. Foto: Matthias Lehmkuhl

Vor mehr als sechs Jahren wurde das Projekt konkret: Der geplante Windpark Billerbeck-Kentrup. Der Investor SL Windenergie aus Gladbeck hat mittlerweile die Zustimmung der Stadt Billerbeck für die drei Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 190 Metern erhalten.

Am Diensta­­gnachmittag präsentierte das Unternehmen, das bis 2021 mit 13 Anlagen eines der landesweit größten Windparks in Coesfeld-Lette realisiert haben will, sein Kentruper Bürgerwindpark-Projekt in der Gaststätte „Haus Veltrup in Laer vor. Vier Stunden lang stellten sich Mitarbeiter und Geschäftsführung für Fragen zur Verfügung, eventuell etwas zu spät. Denn vor einigen Wochen regte sich Widerstand: Eine Bürgerinitiative (BI) gründete sich und sammelte in der Zwischenzeit 187 Unterschriften gegen die Errichtung der drei Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Billerbeck (wir berichteten). Die BI wirft dem Investor unter anderem eine „gänzlich intransparente Vorgehensweise“ vor.

Projektentwickler Stefan Reimering-Ventz und Milan Nitzschke von der Geschäftsführung wiesen diesen Vorwurf zurück. „Das Projekt durchläuft seit 2014 alle baurechtlichen Genehmigungsphasen. Von Beginn an sind der Kreis Coesfeld und die Stadt Billerbeck informiert und im Boot gewesen. Seit einigen Wochen sind der Kreis Steinfurt und die Gemeinde Laer über den Stand der Planung in Kenntnis gesetzt worden“, betonte Stefan Reimering-Ventz. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Coesfeld.

Noch befindet sich das Projekt in der Offenlegungsphase. Danach findet ein Erörterungstermin statt, in dem alle Einwendungen abgewogen werden. Milan Nitzschke unterstrich, dass man am Bau von weiteren Windkraftanlagen nicht vorbeikomme, um die Klimaschutzziele zu erfüllen und etwas dem Klimawandel entgegenzusetzen.

„Die meisten wollen etwas dagegen tun und wissen auch, dass es aktuell nur mit Hilfe von Regenerativen Energien wie beispielsweise der Windkraft funktioniert. Aber viele sagen dann auch: Bitte nicht vor meiner eigenen Haustür“, bemerkte Nitzschke.

Die Gladbeker SL Windenergie hat viele Fachleute in ihren Reihen, die sich nicht nur um baurechtliche Details, sondern auch um den Artenschutz bei derartigen Projekten kümmern. „Dort wo die Anlagen errichtet werden, ist die Rohrweihe vertreten. Wir versuchen, diese Greifvogelart so gut wie möglich zu schützen“, betonte Sebastian Gampe, Landschaftsplaner und Naturschützer beim Betreiber.

Als einzige offizielle Vertreterin der BI informierte sich Margarete Müller, noch bis zur neuen Amtsperiode Ortsvorsteherin von Holthausen, über das Projekt. Sie sicherte dem Investor zu, der Bürgerinitiative ein Treffen vorzuschlagen, um in einen Dialog zwischen beiden zerstrittenen Parteien zu treten. Das teilte SL-Unternehmenssprecherin Maureen Nauen auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Sie bestätigte, dass während des Informationsnachmittags durchgehend Interessierte anwesend waren und sich vor allem über die geplante Bürgerbeteiligung aufklären wollten. Maureen Nauen ergänzte: „Kritische Anmerkungen haben wir eigentlich kaum wahrgenommen.“

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