Leiter des „Chillaers“ und des „Fuchsbaus“ will sich nicht ausbremsen lassen
Strukturveränderung geplant

Laer/Laer-HOlthausen -

Von der Corona-Pandemie möchte sich Patrick Jensen auf Dauer nicht ausbremsen lassen. So plant der Leiter des des Jugendtreffs „Chillaer“, der auch für den Jugendkeller „Fuchsbau“ in Holthausen zuständig ist, ab 2021 eine Strukturveränderung, mit der er weiteren möglichen Einschränkungen in beiden Einrichtungen begegnen möchte. Die Arbeit war für den 33-jährigen Sozialarbeiter im sich neigenden Jahr nicht einfach.

Montag, 07.12.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 17:30 Uhr
Leiter Patrick Jensen, Honorarkraft Sophie Zumbrock, die den „Fuchsbau“ betreut, und Margarete Müller von der Initiative für Kinder und Jugendliche freuen sich, dass für den Jugendtreff ein neuer Kicker angeschafft werden konnte. Möglich wurde das durch eine Masken-Aktion, deren Erlös für das Gerät bestimmt war.
Leiter Patrick Jensen, Honorarkraft Sophie Zumbrock, die den „Fuchsbau“ betreut, und Margarete Müller von der Initiative für Kinder und Jugendliche freuen sich, dass für den Jugendtreff ein neuer Kicker angeschafft werden konnte. Möglich wurde das durch eine Masken-Aktion, deren Erlös für das Gerät bestimmt war. Foto: Sabine Niestert

Patrick Jensen könnte auch den Kopf in den Sand stecken, doch das ist nicht seine Art. Ganz im Gegenteil: Der Leiter des Jugendzentrums in Laer, der auch für den Jugendkeller Holthausen verantwortlich ist, überlegt jetzt schon, wie es nach den coronabedingten Schließung des „Chillaers“ und des „Fuchsbaus“ weitergehen kann. Schließlich möchte er den Kindern und Jugendlichen in beiden Ortsteilen, spätestens ab Januar wieder die Möglichkeit bieten, sich in den beiden Einrichtungen zu treffen, falls die Pandemie-Lage das dann zulässt.

Das kündigt der 33-Jährige jedenfalls während eines Pressetermins im Jugendkeller des Holthausener Pfarrhauses an. Dort eingefunden haben sich auch die ehemalige Ortsvorsteherin Margarete Müller und die neue Honorarkraft Sophie Zumbrock, die künftig die Besucher des „Fuchsbaus“ betreuen wird. Die 22-jährige, die aus Horstmar kommt und soziale Arbeit studiert, hat die Nachfolge von Kerstin Hanning angetreten, die seit Anfang 2019 im Kinder- und Jugendtreff aktiv war und, wie Patrick Jensen sagt, sich schweren Herzens verabschiedet hat.

Seit Anfang November wird das Mitarbeiterteam zudem durch die Sozialarbeiterin Viktoria Loos verstärkt. Ihre neue halbe Stelle, die aus Fördermitteln der Gemeinde finanziert wird, ist zunächst einmal bis Juni 2021 bewilligt worden. Zudem gibt es noch 14 ehrenamtliche Helfer, die dafür sorgen, dass die Programme in beiden Häusern laufen können. Zurzeit tun sie das coronabedingt allerdings nicht, was nicht nur der Jugendtreff-Leiter, sondern auch Margarete Müller bedauert. Sie ist die Zweite Vorsitzende der Initiative für Kinder- und Jugendliche in Laer und Holthausen. Der Verein ist nicht nur Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit, sondern auch des Offenen Ganztags. Auch die 66-Jährige hofft, dass die Betreiber das normale Leben bald wieder aufnehmen können. Doch zur Zeit sieht es leider nicht danach aus. Dabei sei man auf einem guten Weg gewesen, meint Patrick Jensen, der seit September 2015 das Jugendzentrum leitet. Vermutlich war dieses Jahr sein schwerstes. So musste die Jugend- und Freizeiteinrichtung wie alle anderen im Land mit dem Lockdown im März zum ersten Mal schließen. Patrick Jensen hat diese Phase genutzt, um das gemeindliche Sommerferienprogramm mit Helfern vorzubereiten und sich auf die Wiedereröffnung mit ihren hohen Auflagen vorzubereiten. Eine schwierige Aufgabe, da es ständig neuen Corona-Schutzbestimmungen und Regeln gab. „Das waren manchmal 20 Seiten Lesestoff und mehr“, erinnert sich der Jugendtreffleiter an die nicht ganz einfache Phase. Inzwischen bekäme er seine Informationen durch das Jugendamt des Kreises, das ihm kleine Vermerke schicke, was ihm die Arbeit erleichtert.

„Wir haben die Räume abgeschlossen, und die Besucher mussten sich per Klingel melden“, schildert der Sozialarbeiter das Prozedere zur Coronazeit, als noch ein eingeschränkter Betrieb möglich war. Abstand halten, Hände desinfizieren, Maske tragen und die Rückverfolgungsliste ausfüllen, gehörten ebenfalls zum alltäglichen Besuchsgeschäft.

„Wir werden eine Struktur- änderung vornehmen“, kündigt der 33-Jährige für die Zeit der Wiedereröffnung an. So möchte er dann gezielt pro Wochentag Projektangebote machen, wie beispielsweise Kino- oder Spielenachmittage beziehungsweise -abende mit begrenzter Teilnehmerzahl an. „Wir sind froh, dass da jemand ist, der sich Gedanken macht“, lobt Margarete Müller das Engagement des Sozialarbeiters. Schließlich müsse es irgendwie weitergehen, und der Nachwuchs dürfe nicht auf der Strecke bleiben. Das sieht auch Patrick Jensen so, der auf die regelmäßigen Sprechstunden im Chillaer hinweist, die trotz der Schließung angeboten werden.

„Wir haben für alle Belange ein offenes Ohr“, betont er. Die Sprechstunden finden montags bis freitags zwischen 16 und 17 Uhr statt. Die Kinder und Jugendlichen, die diese gerne nutzen wollen, sollten sich allerdings im Vorfeld im Chillaer anmelden.

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