Werner-Rolevinck-Grundschule wird mit Absaugkraken und Dachhauben ausgestattet
Rat stimmt Lüftungskonzept zu

Laer -

Während seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einem Belüftungskonzept für die Werner-Rolevinck-Grundschule zugestimmt, um in Zeiten der Corona-Pandemie den Präsenzunterricht zu sichern. Zur Reduzierung der Virenlast sollen alle 13 Klassenräume mit einer Absaugkrake ausgestattet werden. Zudem will der Schulträger sechs Dachhauben zur Belüftung der Flure anschaffen.

Freitag, 11.12.2020, 08:02 Uhr
Zum Glück lassen sich alle dreizehn Klassenräume der Werner-Rolevinck-Grundschule gut lüften. Deswegen würde die Anschaffung von Luftreinigern, die der Rat ohnehin ablehnte, auch nicht gefördert.
Zum Glück lassen sich alle dreizehn Klassenräume der Werner-Rolevinck-Grundschule gut lüften. Deswegen würde die Anschaffung von Luftreinigern, die der Rat ohnehin ablehnte, auch nicht gefördert.

„Wir müssen mehr für die Schüler tun und dürfen sie nicht in der schlechten Luft sitzen lassen“, begründete Markus Krabbe den Antrag der FDP-Fraktion auf Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Werner-Rolevinck-Grundschule, um den Präsenzunterricht auch in verschärften Corona-Zeiten zu sichern (wir berichteten). Mit diesem befasste sich der Gemeinderat ausführlich während seiner Sitzung am Mittwochabend.

In der lebhaften Diskussion zeigte sich, dass die Gesundheit der Schüler und Lehrerschaft den Parteien und Schulträger gleichermaßen am Herzen liegt. Allerdings müsse man sich fragen, ob Raumluftreiniger eine sinnvolle Ergänzung zur Reduzierung der Viren- und Bakterienlast in Klassen- und Sporträumen sein könnten, gab Bürgermeister Manfred Kluthe zu bedenken. Da alle 13 Klassenräume über vollständig zu öffnende Fenster verfügten, so dass ein Stoßlüften möglich sei, bestehe auch keine Fördermöglichkeit durch den Bund oder das Land.

Wie aus einer Verwaltungsvorlage hervorgeht, ist die Klasse 3 d mit dem Prototyp einer Absauganlage (Absaugkrake) nach den Vorgaben des Max-Planck-Institutes ausgerüstet, die allerdings ebenfalls nicht forderfähig ist. In der Zweifach-Sporthalle gäbe es ein großes Lüftungsvolumen von zirka 10 000 Kubikmetern und in der Turnhalle sei Querlüftung und ein Luftwechsel über eine Zu- und Abluftanlage möglich, erläuterte der Gemeindechef weiter.

Weil es ganz verschiedene Filterverfahren gibt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, hatte die Verwaltung zahlreiche Informationen zusammengetragen und gleich drei verschiedene Beschlussvorschlägen erarbeitet. „Wir brauchen Maßnahmen, die das Ziel auch erreichen“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Püllen, der sich von den Luftreinigungsgeräten nicht angetan zeigte.

Als „Gerät von der Stange“ bezeichnete Christdemokrat Dr. Matthias Heuermann die Luftreiniger, die mit 4000 Euro recht teuer seien. Die CDU sei geschlossen für die Deckenkrake, weil die auch im Sommer nutzbar sei. Für die Lüftungskraken sprach sich auch Elke Hemling von den Grünen aus. Sie sei selbst Lehrerin und wisse zudem auch aus ihrer Erfahrung als Mutter, wie extrem schlecht die Luft in der Schule mittags sei. Die Absaugkrake könnte das bekannte CO2-Problem lösen, denn sie beförderte nicht nur die Aerosole nach draußen, sondern reduziere auch die CO2-Anreicherung, was auch im Sommer Sicherheit und Stabilität böte.

Die Frage der Nachhaltigkeit sprach auch der Bürgermeister an. „Rieseninvestitionen“ machten nur Sinn, wenn sie auch nach Corona genutzt werden könnten und die Gemeinde damit keinen „Elektroschrott-Friedhof“ produziere.

Dass die Offene Ganztagsschule bisher nicht in die Planungen einbezogen sei, räumte Fachbereichsleiter Matthias-Holger Reher ein, der auch für das Schulwesen zuständig ist. Allerdings sei die Situation der OGS auch eine andere. So verließen die Schüler öfter die Räume, verteilten sich im Gebäude oder spielten draußen. Bürgermeister Kluthe versprach zu prüfen, welche Möglichkeiten der Schulträger hat, in der OGS verbessernd einzugreifen.

Der Rat folgte schließlich einstimmig dem Beschlussvorschlag 2 der Verwaltung, der vorsieht, alle 13 Klassenräume mit einer Absaugkrake auszurüsten, um die Virenlast in der Schule zu reduzieren. Die Anschaffung samt Montage und TÜV-Gutachten könnte die Kommune rund 17 000 Euro kosten.

Zur Belüftung der Flure und zur Ermöglichung einer Querlüftung der Klassenräume sollen im Obergeschoss der Grundschule pro Flur jeweils zwei Dachhauben (insgesamt sechs) installiert werden. Auch diesem Beschlussvorschlag der Verwaltung stimmte der Gemeinderat zu.

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