Gerrit Thiemann hört nach zwölf Jahren als Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins auf
Stets für und in Laer im Einsatz

Laer -

Zwölf Jahre lang war Gerrit Thiemann als Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins in und für Laer unterwegs. Ende 2002 hat der 71-Jährige diese Arbeit plangemäß an den Klimaschutzmanager Daniel Matlik abgegeben. In einem Gespräch mit dieser Zeitung blickt Thiemann zurück.

Mittwoch, 13.01.2021, 18:15 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 18:20 Uhr
Ob als Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins Laer oder als Erster Stellvertretender Bürgermeister, Gerrit Thiemann ist immer gerne für und im Ewaldidorf im Einsatz gewesen.
Ob als Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins Laer oder als Erster Stellvertretender Bürgermeister, Gerrit Thiemann ist immer gerne für und im Ewaldidorf im Einsatz gewesen.

Viele seiner 20 Ordner stehen im Keller des Rathauses. Sie zeugen von den Aktivitäten des Dorfmarketingvereins in den vergangenen Jahren. Dessen Geschäftsführer hat sie angelegt. Jetzt könnten die Dokumente eigentlich weg, aber Gerrit Thiemann darf momentan coronabedingt nicht ins Verwaltungsgebäude. „Ich hoffe, dass ich nach den Sommerferien aufräumen kann“, erklärt der 71-Jährige, dessen Arbeit Ende 2020 plangemäß Laers Klimaschutzmanager Daniel Matlik übernommen hat.

Insgesamt zwölf Jahre lang ist Gerrit Thiemann das Gesicht des Dorfmarketingvereins gewesen. Dieser wurde in 2007 gegründet, um einige Aufgaben der Gemeindeverwaltung auszulagern und damit die Mitarbeiter zu entlasten. Dr. Hans-Jürgen Schimke, der seinerzeit als Bürgermeister agierte, sorgte gemeinsam mit dem Rat für die finanzielle Ausstattung des Dorfmarketings. Zudem setzte er sich dafür ein, dass der Geschäftsführer in 2008 ein Büro im Alten Speicher am Rathaus bekam. Dieses ist nicht nur für die Bürger, sondern auch für Touristen und später zudem für Flüchtlinge eine beliebte Anlaufstelle geworden.

„Mir hat die Sache immer Spaß gemacht“, blickt Gerrit Thiemann im Gespräch mit dieser Zeitung ein wenig wehmütig, aber auch erleichtert zurück. Besonders die Organisation der Weihnachtsmärkte sei immer sehr anstrengend und zeitintensiv gewesen. „Man musste dabei immer an so vieles denken“, berichtet der gelernte Einzelhandelskaufmann. Um nichts zu vergessen, habe er meistens eine „To-Do-Liste“ angelegt und sie vom Bürgermeister absegnen lassen.

Dankbar ist der Rentner den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs, die ihn stets unterstützt haben. Auch die Zusammenarbeit mit Maria Hinnemann und Gudrun Homann vom Kulturamt sei immer vorzüglich gelaufen. Inzwischen hat der Dorfmarketingverein auch den Kartenvorverkauf für die örtlichen Kulturveranstaltungen übernommen und ist eingesprungen, als Laers Kulturbeauftragte für längere Zeit erkrankt war.

Anfangs hat der Bereich Tourismus den Verein besonders gefordert. Dieser ist erst einmal in eine Arbeitsgemeinschaft mit anderen Gemeinden eingetreten, um Verstärkung zu haben. Nach der Anschaffung von mehreren Stellwänden war Thiemann auf mehreren Messen unterwegs, um für das Ewaldidorf zu werben.

„Bei der Wirtschaftsförderung konnten wir aber nur unterstützend wirken“, bekennt Thiemann, dass das wohl eher „Chefsache“ sei. Umso mehr haben er und seine Helfer sich um die touristische Vermarktung von Laer gekümmert. „Dazu haben wir die Veranstaltungen und Einrichtungen des Heimatvereins beworben, wie beispielsweise das Holsken­museum, die Dorfspaziergänge und die Rundgänge mit dem Nachtwächter.“ Im Rahmen der Regionale „Ab in die Mitte“ habe es auch zwei Dorffeste vor Ort gegeben, was ohne die entsprechenden Zuschüsse von außen nicht möglich gewesen wäre.

Besonders gerne erinnert sich der Geschäftsführer an das „Parkleuchten“ im Jahr 2012, das er dem damaligen Landrat Thomas Kubendorff „abgerungen“ habe. Bei der vom Kreis Steinfurt und der Kreissparkasse Steinfurt initiierten Veranstaltung wurden auf einem Parcours rund um das Laerer Rathaus zehn illuminierte Spielorte zum Strahlen gebracht. Eine Darbietung, die bei allen Besuchern sehr viel Anklang gefunden hat.

Geholfen hat der Dorfmarketingverein auch bei der „Schwanentaufe“, die Tobias Frenker zweimal in Laer angeboten hat. „Wir hätten das nicht stemmen können“, zeigt Thiemann die finanziellen Grenzen der Gemeinde und des Dorfmarketingvereins auf.

Da der gebürtige Ahauser schon seit 1979 in Laer lebt, seit 1986 im Gemeinderat mitarbeitet und zeitweise auch im Kreistag aktiv war, ist er vor Ort bekannt und gut vernetzt. Das kam ihm bei seinen vielen Verhandlungen und Einsätzen, wie beispielsweise beim Verkauf der Ratsschänke, zugute. „Ich kann nicht alles, aber ich weiß, wen ich ansprechen muss“, scheut sich Thiemann nicht davor, andere um Hilfe zu bitten. So hat einer der „Brückenjobber“, die ihm im Büro fast von Anfang zur Seite standen, die Homepage neu aufgebaut und weiter entwickelt. Von den insgesamt sieben Assistenten hätten vier eine feste Stelle gefunden, freut sich Thiemann.

Froh ist der Geschäftsführer auch darüber, dass es während seiner Amtszeit mit vereinten Kräften gelungen ist, die Freigabe der kleinen Turnhalle Am Hofkamp für Veranstaltungen, wie beispielsweise den Kinderkarneval, Konzerte und Storno zu erreichen. Das sei auch dem Einsatz von Bernd Lülff zu verdanken, der für die Gemeinde kostenlos das Brandschutzkonzept erstellt habe. Mächtig ins Zeug gelegt haben sich der Dorfmarketingverein und seine Mitstreiter auch, als es von 2017 bis 2018 darum ging, Laer und Holthausen mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen und die Nachfragebündelung der „Deutschen Glasfaser“ von 40 Prozent zu erreichen, was erst im wiederholten Anlauf gelang.

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