Lengerich
Traumwetter lockt Tausende

Sonntag, 14.10.2007, 17:10 Uhr

Lengerich . Nein, nicht die alten Römer haben für den gleichnamigen Markt herhalten müssen. Es ist vielmehr das markante Torhaus im Schatten der Stadtkirche. Das unverwechselbare Fachwerkgebäude sucht seinesgleichen im Münsterland.

Bei Traumwetter drängen sich Tausende durch den schlanken Bogen. Römermarkt. Nicht nur auf der Straße herrscht Hochbetrieb, auch in den Geschäften ist an diesem verkaufsoffenen Sonntag eine Menge los. Schließlich naht in zehn Wochen Weihnachten . Und da kann schon ’mal ein Geschenk nicht schaden. Aus dem Landkreis Osnabrück finden viele den Weg nach Lengerich. Schön.

Unter‘s Volk mischt sich sich die Trachtengruppe des Heimatvereins Lengerich. Lebendige Geschichte. Denn wo kann man heute noch erleben, wie einst der beste Zwirn oder die Kleidung von Braut und Bräutigam ausgesehen haben? Seit über 20 Jahren tragen Mitglieder seltene Stücke zusammen. Die Mannschaft ist überhaupt nicht träge. Gestern wurden Reibekuchen feilgeboten und im Heimathaus an der Bergstraße Kaffee und Kuchen serviert.

Schätzchen aus dem Keller oder vom Dachboden hatte der Nachwuchs hervorgekramt. Kinderflohmarkt auf dem Wapakonetaplatz und der Bahnhofstraße. Eine gute Gelegenheit das Taschengeld mit dem Handel von Büchern, Kleidung oder Spielzeug aufzubessern.

Hellblaue Dieselfahnen sind auf dem Rathausplatz zu sehen. Dazu das unverwechselbare Bullern und Tuckern der Dieselmotoren. Trecker-Oldtimer ziehen die Blicke der Passanten auf sich. Der rote Porsche, der grüne Kramer oder der blaue Hanomag. Auf Feldern und Höfen ersetzten diese kraftvollen Zugmaschinen Pferd und Wagen. Die Besitzer der gepflegten Schmuckstücke standen natürlich gern Rede und Antwort.

Ein Markt ohne Handwerker ist wie Erdbeeren ohne Sahne. Also. Seiler aus Ibbenbüren zeigen alte Techniken. Kunsthandwerker lassen unter ihren Händen schöne Dinge entstehen.

Heimische Landfrauen offerieren selbst gebackenes Brot und Püfferkes. Kinder können sich beim Melken oder am Glücksrad versuchen. Der Reinerlös ist für die siebenjährige Sharifa aus Afghanistan bestimmt. Sie ist krank und muss sich – wie berichtet – operieren lassen. Soziale Einrichtungen stellen ihre Arbeit vor.

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