Lengerich
„Darf’s ein bisschen mehr sein?“

Freitag, 28.12.2007, 16:12 Uhr

-erh- Lengerich . „Darf‘s ein bisschen mehr sein ?“ – es darf; und dass eigentlich seit 35 Jahren. Seit 1972 sind Walburga und Paul Broscheit mit ihrem Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt vertreten. „Bei Wind und Wetter – wir waren immer da, wenn wir kommen konnten“, erzählt Walburga Broscheit. „Es war ein tolle Zeit, die uns viel Spaß’ gemacht hat“. Am Samstag, 29. Dezember, nimmt das Paar Abschied vom Wochenmarkt in Lengerich und von den „vielen, vielen Stammkunden“. Jetzt sei die Zeit für den Ruhestand gekommen. „Mit 70 muss man sich auch mal etwas Neues gönnen dürfen“, lacht Paul Broscheit.

Viele „sehr bekanntschaftliche Verhältnisse und sogar Beziehungen, Freundschaften“ seien im Laufe der Jahre entstanden. „Wir haben viele Menschen als Kinder erlebt, die heute selbst mit ihren Kindern auf den Markt kommen.“ Oft gebe es „wie damals“ noch ein paar Trauben.

Der Abschied falle nicht leicht. „Da müssen wir schon eine dicke Träne verdrücken“. Künftig will das Ehepaar die „neue Zeit“ in Münster mit Sport, insbesondere Schwimmen verbringen.

„Wir sind erst mit einem kleinen Stand angefangen.“ Angebot und Qualität hätten die Kundschaft offenbar schnell überzeugt -– „wir mussten vergrößern.“

Den Stand mit dem bekannten und vertrauten Angebot wird es indes auch künftig auf dem Wochenmarkt in Lengerich geben. Frank Schmieding hat ihn übernommen. „Ich stamme aus einer Obstfamilie“, sagt der Osnabrücker. Die Familie habe viele Jahre ein Obst- und Gemüsegeschäft mit „Marktcharakter“ im Neumarkt-Tunnel in Osnabrück betrieben. Das „Marktfieber“ habe ihn immer schon gereizt. Durch eine Kette von Zufällen habe er an der „richtigen Stelle gelesen: Nach einem Telefonat war alles klar“. Das Personal werde er übernehmen, damit „vertraute Gesichter" bleiben. Zunächst wolle er regelmäßig in Lengerich und Georgsmarienhütte präsent sein – weitere Standorte sind nicht ausgeschlossen.

„Wohl Ende 1971“ habe er sich für den Wochenmarkt in Lengerich beworben und schon kurze Zeit später eine Zusage erhalten. „Dann waren wir auf dem Markt, damals noch am alten Standort auf dem großen Platz an der Ecke Schulstraße/Bergstraße und dann gegenüber Café Fischer“, erinnert sich Paul Broscheit. Schnell sei er als „Bananen-Paul“ bekannt geworden.

Am 26. Mai 1983 beschloss der Stadtrat die „Verlegung“ des Marktes vom „Rollschuhplatz“ an seinen jetzigen Standort. Der „Umzug“ dauerte über vier Jahre – wegen der notwendigen Abbruch- und Neubauarbeiten. Erster Markttag war am 6. Juni 1987.

„Damals war der Markt ein bisschen verzweigter als heute, aber die Zahl der Beschicker war in etwa gleich“. Auch heute gebe es noch das gleiche Verfahren für Interessenten wie früher, erläutert Marktmeister Lothar Wohnfurter von der Stadtverwaltung. „Bewerbungen sind schriftlich wie persönlich möglich. Wir prüfen das Sortiment und gucken, ob es noch Platz gibt.“ Der Markt in Lengerich habe 2008 Jubiläum, sagt Wohnfurter. Nach den Unterlagen der Stadt findet er seit 1908 regelmäßig statt.

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