Lengerich
„Das ist unsere Musik“

Sonntag, 22.03.2009, 14:03 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 22.03.2009, 14:03 Uhr

Lengerich - „Die, die heute Abend nicht da waren, haben wirklich etwas verpasst: die handgemachte Musik mit der wir groß geworden sind, nach der wir getanzt haben.“ Ringsum zustimmendes Nicken. Es ist Freitagnacht, das „ Rattles “-Konzert in der Gempt-Halle beendet und ein Grüppchen begeisterter Konzert-Besucher (Jahrgang 1941 bis 1948), das zuvor behände getanzt hat, fasst seine Eindrücke in diesem Satz zusammen.

Der dürfte einigermaßen repräsentativ sein: „ The Rattles “, die „Urgesteine des deutschen Beats“, die einst die Beatles und Stones auf ihren Tourneen begleiteten, bewiesen, dass sich das Revival 1988 gelohnt hat und sie, älter geworden und in neuer Besetzung, ihren Drive nicht verloren haben. Der Boden vibrierte, als die ersten E-Gitarren-Akkorde und Beats urgewaltig von der Bühne dröhnten.

Mit einem Mix aus eigenen und gecoverten Hits, vorwiegend aus den 60ern, spielfreudig und stimmgewaltig vorgetragenen, hatten sie ihr Publikum bald fest im Griff. Dieses, meist im gesetzteren Alter, sang die Refrains mit, wippte, stampfte, klatschte, wiegte sich im Takt oder rockte gar zu den Rändern hin gepflegt ab. Hüfthose mit Schlag habe man damals getragen , erzählt einer der Männer, und spitz zulaufende Schuhe mit hohen Absätzen: „Schade, dass wir die nicht mehr haben, die wären zum Schwofen ideal gewesen.“

Mit Hits von den Stones oder Billy Holliday versetzten sie ihr Publikum ins Oldie-Fieber - und zurück in deren Sturm- und Drang-Zeit. Mit Songs, wie etwa „La La La“, „Come On And Sing“, „Stoppin in Las Vegas“ oder „The Witch“ hatten „The Rattles” ab Mitte der 60er die englischen und deutschen Charts gestürmt. Klar, dass die beim musikalischen Streifzug durch die Geschichte nicht fehlten.

Herbert Hildebrandt (Bass/ Gesang) und Eggert Johannsen (Rhythmusgitarre/Gesang) ließen den Kommunikationsfaden zum Publikum nie abreißen, glänzten nicht zuletzt mit ihrer Stimmgewalt. Und Dicky Tarrach (Drums) sowie Manne Kraski (Solo-Gitarre), der gar unversehens in die Menge tobte, rissen das Publikum nicht nur mit ihren brillianten Solis mit.

Last, but not least zu erwähnen die Vorbands, die die ersten Meilensteine für die Bomben-Stimmung am Freitagabend gelegt hatten: „Mr. Fifties and the Crazy Chicks“ bezauberten mit ihrer Rockn-Roll-Tanzshow und entführten die Zuhörer in die 1950er Jahre. Ebenfalls im Vorprogramm vertreten war die Tecklenburger Gitarristin Nadja Kossinskaja, die mit dem flotten brasilianischen Evergreen „Tico Tico“ einmal mehr ihre virtuose Fingerfertigkeit unter Beweis stellte und außerdem mit ihrer gefühlvollen Gesangs-Interpretation des Joseph-Kosma-Hits „Autumn Leaves“ überzeugte.

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