Lengerich
Kreativität kennt keine Grenzen

Sonntag, 01.03.2009, 18:03 Uhr

Lengerich - Anerkennung zollte der Bürgermeister den Klöppeldamen : „Ich bewundere ihre Fingerfertigkeit. Ich könnte das nicht“. Und plötzlich saß Friedrich Prigge selbst auf dem Klöppelstuhl . Geduldig erklärten die Damen die Arbeitsweise, vorsichtig stecke der Bürgermeister die Nadeln und schwang die Klöppel. „Das macht mich ganz kribbelig, das ist nichts für mich“, gestand der Bürgermeister.

Allein mit den Klöpplerinnen war es bei der 21. Lengericher Kreativ-Ausstellung am Wochenende im Centralhof nicht getan. Insgesamt 27 Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten ihre unterschiedlichen Hobbys. „Eine sehr schöne Mischung. Ich freue mich, dass gleich acht neue Aussteller dabei sind“, bemerkte Organisatorin Birgit Sarzio. Besonders erwähnte sie den Imkerverein und den Heimatverein, die die Ausstellung unterstützten: „Sie stellen ihre Arbeit hier vor“.

Bürgermeister Friedrich Prigge war von der Vielfalt begeistert: „Es ist ein bunter Reigen hier vertreten, der Spaß macht, hinzuschauen und sich zu erfreuen“. Er sprach von einer guten Gemeinschaft, die in dieser Ausstellung zum Ausdruck komme.

„Wir freuen uns natürlich, dass wir die Chance bekommen, unser Hobby hier präsentieren zu können“, zollte Albrecht Liese den Organisatoren Dank. Er und seine Mitstreiter Horst Roch und Friedhelm Kuckhermann vom Imkerverein Lengerich standen den Besuchern bei allen Fragen rund um die Imkerei Rede und Antwort. „Viele wissen gar nicht, dass es uns gibt“, meint Horst Roch. Dabei sei die Imkerei von großer Bedeutung für die Natur: „Ohne Bienen kein Leben“. Besonders bedauerlich findet er, dass zu wenig gegen den Anbau von gentechnisch behandelten Pflanzen getan wird: „Wir Imker müssen unseren Honig vernichten, wenn darin gentechnische Stoffe gefunden werden. Aber die behandelten Pflanzen dürfen angebaut werden“.

Am Stand des Imkervereins, dem 49 Mitglieder angehören, von denen 46 Bienenstöcke besitzen, gab es neben Informationen auch Produkte zu sehen: Honig, Met, Kerzen und Seife.

Die Ausstellung bot eine breite Palette unterschiedlicher Hobbys. Einem nicht alltäglichen geht der Lengericher Günter Ratz nach. Er stellt Obstweine her. „Dazu gekommen bin ich rein zufällig“, erzählt er. Vor über 25 Jahren habe eine Bekannte mal erzählt, was sie in einem guten Apfeljahr mit dem Obst mache: Wein. Da habe es Klick gemacht. Im Buch „Hausmachers Weinbuch“ habe er die passenden Anweisungen gefunden. „Seither mache ich Weine. Das ist eine spannende Geschichte zu erleben, wie sich der Saft zu Wein entwickelt. Man braucht Geduld“, erzählt Ratz. Als Grundlage wählt er unterschiedliche Obstsorten wie Johannisbeere, Erdbeere oder Kirschen. Auch Holunder und neuerdings Mispeln und ab und an Rhabarber gehören dazu.

Interessant für die Besucher war es, den Ausstellern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Korbflechter Karl-Heinz Hoffmeier stand dabei beispielsweise gerne mit Auskünften parat wie Ingrid Edelkötter, die mit heißem Wachs sehenswerte Bilder schuf. Wolfgang Helbig ließ sich beim Drechseln über die Schultern schauen. Aus Goldregenholz („Ein sehr schönes, aber seltenes Holz“) fertigte er Kreisel, Fingertrainer und viele andere Dinge.

Vielleicht hat die Ausstellung auch bei einigen Gästen Anregungen geben können für ein neues Hobby. Genügend Ideen dafür wurden vorgestellt. Festzuhalten bleibt, dass die Kreativ-Ausstellung eine sehr gute Resonanz gefunden hat. Man darf sich bereits auf die 22. freuen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/467302?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F699685%2F699722%2F
Nachrichten-Ticker