Lengerich
Sammler aus Leidenschaft

Mittwoch, 18.03.2009, 05:03 Uhr

Lengerich - Schlechte Erfahrungen? Fritz Haarlammert und Heinz-Hermann Derner denken nach. „Nein“, sagt sie schließlich. Die haben sie nicht gemacht. Ungewöhnlich, denn die beiden Männer sammeln für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge . Seit mehreren Jahrzehnten.

Das schönste Erlebnis? Heinz-Hermann Derner braucht nicht nachzudenken. „Das ist immer, wenn die Liste voll ist“, schmunzelt der 79-Jährige. Dann gehe er zum Kassierer, der müsse die Summe rund machen - „und ich bin dann auch immer dabei“. Zusammen mit dem ein Jahr jüngeren Fritz Haarlammert ist er immer in Niedermark unterwegs. Die beiden Schützenbrüder sind dort bekannt. „Oft liegt das Geld schon bereit, wenn wir kommen“, erzählt Fritz Haarlammert.

Dann fällt den rüstigen Senioren doch etwas Unangenehmes ein. Wenn der Volksbund parallel zur Haussammlung Spendenaufrufe verschickt, wedeln ihnen die oft schon an der Haustür entgegen. Dann gibt´s nichts in die Sammelbüchse.

880 Euro haben die beiden im vergangenen November gesammelt. Ein Rekordergebnis. Grund genug für den Volksbund, ihnen Dank zu sagen. Heinz Jöstingmeier, Vorsitzender des Volksbundes in Lengerich, lobt das ehrenamtliche Engagenemt. „Was sie tun, ist nicht bezahlbar.“ Dann zitiert er Albert Schweitzer: „Wer die Toten vergisst, ignoriert die Vergangenheit.“ Seit 90 Jahren sorgt der Volksbund dafür, dass Kriegsgräberstätten angelegt und gepflegt werden. Auch als Mahnung, dass es Krieg nie wieder geben soll.

„Wo kein Geld ist, kann man nichts machen“, stellt Heinz Jöstingmeier fest. „Das weiß auch der Bürgermeister“, fügt er mit Blick auf Friedrich Prigge hinzu. Der nickt bestätigend. „Ich meine natürlich den Haushalt der Stadt“, schiebt Jöstingmeier hastig hinterher. Lautes Gelächter in der Runde.

So treu und fleißig wie Friedel Haarlammert und Heinz-Hermann Derner sind nur wenige Sammler. Der Volksbund gratuliert mit einem Bildband „Dienst am Menschen, Dienst am Frieden - Kriegsgräberstätten in Ost- und Südost-Europa“. Von der Stadt gibt es das Buch „Geschichte der Stadt Lengerich“.

Reinhard Wiethölter hofft, dass die beiden Senioren Vorbild sind für andere. Sammler kann die Stadt immer gebrauchen, sagt der Fachdienstleiter.

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