Lengerich
Blütenpracht lässt auf reiche Ernte hoffen

Donnerstag, 16.04.2009, 21:04 Uhr

Lengerich - So eine Blütenpracht hat Marion Opara seit vielen Jahren nicht erlebt. Staunend steht sie unter dem Birnbaum an ihrer Hofeinfahrt und begutachtet das gute Stück. „Der Baum ist schon über 110 Jahre alt“, berichtet ihr Mann Günther . 1898 sei das Haus gebaut worden und seither stehe auch der Birnenbaum.

Aus Erzählungen wissen die Oparas, dass der Baum einst aus Leeden über den Berg gebracht wurde. „Von meiner Großmutter“, erzählt Marion Opara. Wer die Rahe­straße, von der Bogenstraße aus kommend, abwärts fährt, dem fällt der prächtige Baum jetzt sofort ins Auge. „Die Blüten sind förmlich über Nacht geschossen. Und so dicht. Der Anblick macht einfach Freude“, berichtet die engagierte Sängerin des Frauenchores.

Sie weiß auch den Namen der Birne: Die Köstliche von Charneux . „Wir haben schon viele davon geerntet. Sie sind weichfleischig, sehr saftig und zuckersüß, aber nicht lange haltbar“, erzählt Marion Opara. In guten Jahren, wenn der Baum reichlich trägt, profitiere die gesamte Verwandschaft und Nachbarschaft davon. „Wir allein kommen dagegen nicht an“.

Laut Fachlexika handelt es sich um eine sehr alte Birnensorte. Sie ist um 1800 in Charneux, einem Teil der Stadt Herve in der Provinz Lüttich, auf dem Gut Legipont entdeckt worden. Sie ist wohl als Zufallssämling entstanden. Der Baum trägt eine mittelgroße Frucht mit dünner Schale, die zunächst grün ist, bei zunehmender Reife dann gelb wird. Ende September, Anfang Oktober sind die Birnen pflückreif. „Und dann müssen sie schnell gegessen werden“, weiß Marion Opara aus Erfahrung. Bis Ende November seien sie nur haltbar.

Im Norddeutschen Raum wird „Die Köstliche von Charneux“ auch „Bürgermeister­Birne“ genannt. Warum, das steht in den Sternen. Die Birne wurde zur Streuobstsorte des Jahres 2007 erkoren und wird gerne für Neuanpflanzungen von Obstanlagen genutzt.

Ob es in diesem Jahr angesichts der Superblüte viele Früchte geben wird, lässt sich noch nicht sagen. „Bislang steht der Bienenflug aus“, hat Günther Opara beobachtet. Er hofft, dass die Bienen noch rechtzeitig kommen, um die Blüten zu bestäuben.

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