Lengerich
Vater Raymond Aina berichtet

Freitag, 09.10.2009, 09:10 Uhr

Lengerich /Lienen - Vater Raymond Aina ist einer aus der Gruppe „eigener Missionare“, die in Afrika nach dem Aufruf von Paul VI. in Kampala 1969 gebildet wurde. Zurzeit promoviert er an der Katholischen Universität von Leuven in Belgien im Fach „Theologische Ethik“. In seiner Doktorarbeit untersucht er gesellschaftliche Versöhnungsprozesse, die seit dem Ende verschiedener Militärdiktaturen in Nigeria auf den Weg gebracht wurden. Raymond Aina wird am Wochenende die Eucharistiefeiern der katholischen Seelsorgeeinheit Seliger Niels Stensen in Lengerich (Samstag 17.30 Uhr, Sonntag 9 Uhr) und in Lienen (Sonntag 11 Uhr) zusammen mit Pater Hans-Michael Hürter halten.

Der Geistliche stammt aus dem „mittleren Gürtel“ Nigerias, der Region zwischen dem christlich geprägten Süden und dem islamisch orientierten Norden. Er bemüht sich, in seiner Doktorarbeit vor allem die „Fragen nach der Instrumentalisierung von Religion für politische Zwecke, nach Nigerias nationaler Identität, nach einem gerechten Ausgleich zwischen den verschiedenen Volksgruppen und einem Demokratieverständnis zu bearbeiten, das der kulturellen Vielfalt Nigerias gerecht wird“. Father Aina ist ein ausgezeichneter Student seiner Universität und will seine Ausbildung nutzen, um - wie er sagt - „Menschen in Bewegung zu bringen“.

Nigeria gehört zu den führenden Ölproduzenten Afrikas. Doch trotz der enormen Einnahmen zählt das Land heute zu den 20 ärmsten Ländern der Welt, weil das Geld in die Taschen korrupter Eliten und großer Ölkonzerne wandert. John Onaiyekan, Erzbischof von Abuja, drückt es so aus: „Nigeria ist ein reiches Land, das von vielen armen Menschen bewohnt wird.“

Die Mehrheit der nigerianischen Christen und Muslime lebt friedlich zusammen. Nigeria ist die größte christlich-islamische Nation und laut Religionsstudie der Bertelsmann Stiftung das religiöseste Land der Welt. 92 Prozent der Bevölkerung bezeichnet sich als „tiefreligiös“.

Unter dem Motto „Selig, die Frieden stiften“, thematisiert MISSIO, das Missionswerk der katholischen Kirche, im Monat der Weltmission das Engagement der nigerianischen Ortskirche für Frieden und Versöhnung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche tragen dazu bei, Konflikte zu lösen, und setzen sich als Seelsorger für die Aussöhnung zwischen den Menschen der 400 verschiedenen Volksgruppen ein. Mit klaren Stellungnahmen ermahnt die Katholische Bischofskonferenz verfeindete Parteien und übernimmt die Vermittlerrolle in Konflikten. Mit 1,6 Millionen Euro finanziert „missio“ jährlich Projekte in Nigeria. Viele dieser Hilfsmaßnahmen fördern Frieden und Versöhnung.

Von der Arbeit vor Ort wird Vater Raymond Aina am Wochenende in den Gottesdiensten in St. Margareta Lengerich und Maria Frieden Lienen berichten.

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