Lengerich
Et schütt ördentlick int Lachen

Sonntag, 14.02.2010, 22:02 Uhr

Lengerich - Was dat en Plasee. Et wöt lachet un alle hatten vull Spaoß.

Freunde des plattdeutschen Theaters kamen voll auf ihre Kosten am Samstag Abend. In der Gempt-Halle trieb die Theatergruppe des Männergesangvereins „ Heimatklang Settel ihr „Unwesen“. Sehr zum Vergnügen der vielen Besucher. „Gaiht nich, gifft nich“ riss alle mit und zu vielen Lachsalven hin. Die Akteure liefen bei der Premiere zu Hochform auf. Die Besucher der weiteren Aufführungen dürfen sich schon jetzt freuen auf die vielen Turbulenzen, wenn Erfinder August Kruse zur Höchstform aufläuft.

Friedel Snethkamp, dem im Stück nachgesagt wird, ihn habe ein Hund in den Allerwertesten gebissen, versprach in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Ralf Krumme nicht zu viel, als er zu Beginn versprach: „Et schütt ju ördentlick int Lachen“. So mancher Bezug wurde in dem Stück hergestellt.

Worum geht es? August Kruse ist seit einiger Zeit arbeitslos, aber ein kleines Genie. Er kann alles, was ihm in die Finger kommt, reparieren. Und erfinderisch ist er auch noch. Doch alles ist ohne Nutzen und bringt kein Geld ein. Bis der Berliner Theologiestudent Olaf Panitzke als Untermieter einzieht und frischen Wind in Kruses Haus bringt. Nicht der „schaape Rühe“ und auch nicht der „Överkieker“ stehen plötzlich im Blickpunkt, sondern der „Wegsmieter“. Ein ideales Gerät für Banken, um sich gegen Überfalle zu schützen. Wenig von den Erfinden halten Augusts Frau Wilma und deren Tochter Tina. Die Nachbarin Anika Finke versteht wirklich nur Bahnhof. Aber der Bankier Hagen Sauer, der will anbeißen.

Prächtig aufgelegt sind die Akteure. Allen voran Hartwig Nüßmeyer. Dem ist die Rolle des August Krause auf den Leib geschnitten. Mal herzlich und gut, mal grantig, mal schüchtern und wehleidig: Er spielt alles mit Inbrunst und so überzeugend komisch, dass das Publikum von einer Lachsalve in die nächste kommt.

Ihm nichts nach steht Gert Haumann, der als Olaf Panitzke die schwere Aufgabe hatte, statt Plattdeutsch Berlinerisch zu sprechen. Das „ikke, ikke“ ging ihm gut über die Lippen, wenn auch ab und an Ansätze in Platt zu merken waren. Mit viel Berliner Witz gefiel er, auch wenn ihn August immer wieder Lola, statt Olaf nannte. Die Folge eines nächtlichen Saufgelages.

Das Regiment im Hause Kruse führt Wilma Kruse, köstlich interpretiert von Irmhild Feldkamp, die ständig mit Putztuch und Reinigungsmittel unterwegs war. Der Putzfimmel brach durch. Ebenso amüsant verkörperte Martina Upmann die Rolle der Tochter Tina, die zumeist die klare Übersicht behielt. Als neugierige Nachbarin kam Danica Stork zum Zuge, ein Neuling am Setteler Theaterhimmel. Neu dabei war auch Martin Fiegenbaum, der in die Rolle des Bankiers Hagen Sauer schlüpfte. Ein gelungener Einstand.

Wer plattdeutsche Theaterkunst vom Feinsten noch erleben möchte, sollte sich sputen. Es gibt nur noch Restkarten für die Aufführungen am 13,. 19. und 20. März.

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