Lengerich
Vier Frauen gehen mutig ihren Weg

Mittwoch, 17.03.2010, 19:03 Uhr

Lengerich - In politischen Institutionen und gesellschaftlichen Führungspositionen sind Frauen weit unterrepräsentiert. So liegt der Frauenanteil im Lengericher Stadtrat bei 31,25 Prozent, im Kreistag bei 30,1 Prozent und im NRW-Landtag bei 28,34 Prozent. Diese Zahlen nannte Andrea Balsmeier, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lengerich am Dienstagabend in ihrer Begrüßung zur Podiumsdiskussion „Mehr Frauen in die Politik“.

Doch in der Diskussion mit vier erfolgreichen Frauen aus Politik und Gesellschaft ging es im VHS-Haus nicht so sehr darum, zu lamentieren und politische Partizipationsbarrieren zu analysieren - dazu gibt es schließlich mittlerweile regalmeterweise Forschungsliteratur. Vielmehr machten Gisela Köster (CDU-Kreistagsfraktion), Gabriele Koetz (kfd-Diözesanverband Münster), Silvia Laurens (Westfälisch-Lippischer Landfrauenverband) und Gitta Martin (SPD-Kreistagsfraktion) Mut, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren und - wichtiger noch - das mit „Karriere“ (sprich: politischen Ämtern und Führungspositionen) zu verbinden.

„Ich kann nicht meckern, wenn ich nichts tue“, stellt Gabriele Koetz fest. „Frauen wachsen mit ihren Aufgaben. Der erste Schritt ist schwer und dann schafft man es doch“, erinnert sich Gisela Köster. So lässt sich, stellvertretend, der Grundtenor zusammenfassen. Interessant auch das Diktum von Gisela Köster vor dem Hintergrund der medial momentan eher höhnisch kommentierten Telekom-Quote: „Ohne Quote wären Frauen nicht dahin gekommen, wo sie heute sind.“ Angelika Schlüter-Kneifel moderierte die Diskussionsrunde.

Der Auf- und Ausbau erst sozialer und dann politischer Netzwerke, „in denen Frauen powern können“, so Gitta Martin, zieht sich durch die politischen Biografien aller vier Frauen. Silvia Laurens erzählt, dass die Mitglieder „im Finanzausschuss der Landwirtschaftskammer einfach nie auf den Gedanken gekommen sind, einen von zehn Plätzen mit einer Frau zu besetzen“. Gabriele Koetz macht es nach eigenen Angaben viel Freude, wertebezogen in Politik und Gesellschaft hineinwirken zu können.

Notwendige Fähigkeiten fürs politische Ehrenamt? Vor allem die Bereitschaft, sich in Themen einzuarbeiten, weiter zu bilden, Zeitungen, Fachzeitschriften zu lesen, werden genannt. Organisationsstruktur gehöre dazu, wenn etwa Kinderbetreuung, Erwerbstätigkeit und Ehrenamt unter einen Hut gebracht werden müssen. Gesunder Menschenverstand, Beharrungsvermögen, Authentizität - „Die Bürger wollen keine Plattitüden hören“, merkt Gitta Martin an. Bekanntheit, Präsenz und Ansprechbarkeit vor Ort hält Gisela Köster für wichtig. Eine gesunde Distanz und Nebengleise jenseits politischer Mandate fügen Silvia Laurens und Gabriele Koetz hinzu.

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