Lengerich
Schwieriger Spagat

Dienstag, 20.04.2010, 22:04 Uhr

Lengerich - Die Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe (LWL) steht vor einem Spagat : Krankenhausneubau oder Sanierung des Altgebäudes der LWL-Klinik, das unter Denkmalschutz steht? Diese Frage soll am 16. Juni endgültig beantworten werden. Ein markantes Datum also, denn es hängt eine ganze Menge davon für Lengerich ab.

Deshalb führte die CDU-Fraktion der Landschaftsversammlung am vergangenen Wochenende eine Klausurtagung in Lengerich durch, die bemerkenswerter Weise in der Klinik stattfand. „Hier vor Ort konnten wir uns ein eindrucksvolles Bild machen“, bekannte Eva Irrgang, Landrätin des Kreises Soest und gleichzeitig Fraktionsvorsitzende der CDU im LWL. Die Kaufmännische Direktorin Heinke Falkenstein-Sorg und der Ärztliche Direktor Christos Chrysanthou stellten das Haus vor, ehe die Beratungen aufgenommen wurden.

Derzeit sind im Altgebäude 60 Betten der Psychiatrie untergebracht. Ein Antrag auf Erhöhung auf 80 Betten ist gestellt. „Die Zustimmung von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wird in Kürze erwartet“, schilderte Landtagsabgeordneter Wilfried Grunendahl .

Wie diesem Erweiterung verwirklicht werden soll, darüber wurde in der Klausurtagung ausgiebig beraten. Zur Debatte stehen ein Neubau im westlichen Teil des Klinikgeländes oder die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1867. Es gibt ein Moderationsverfahren, um die Sache zügig voranzubringen. Daran beteiligt sind vom LWL der Psychiatrieverbund Westfalen, das Amt für Denkmalpflege in Westfalen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb und die Stadt Lengerich. Moderiert wird das Verfahren von Stefan Schopmeyer.

Eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes geht ins Geld. „Dafür sind 7,3 Millionen Euro notwendig“, schildert Wilfried Grunendahl. Wenn dann noch ein Krankenhaus eingerichtet wird, kämen die Kosten für die Ausstattung oben drauf. „Ein vollstationärer Krankenhausbetrieb im Altbau ist kaum realisierbar und energetisch kaum tragbar“, zeigte sich Landesrätin Helga Schumann-Wessolek skeptisch, „aber wir sind bemüht, Ideen zu entwickeln, um das Gebäude zu erhalten“.

„Viele Abwägungen sind erforderlich. Vor allem die Kosten werden eine Rolle spielen“, bemerkte Benno Hörst aus Ochtrup. Zuversichtlich geben sich die Denkmalpfleger. Sie hoffen auf eine Sanierung.

Dafür plädiert auch Friedrich Prigge. „Die LWL-Klinik ist ein wichtiger Faktor für die Stadt und das schönste Fleckchen Erde Lengerichs“, so der Bürgermeister. Natürlich machten sich die Klausur-Teilnehmer auch Gedanken, was wird, wenn die Politik einen Neubau durchsetzt. „Ein leer stehendes Gebäude darf es nicht geben“, meinte auch Wilfried Grunendahl und spricht damit dem Lengericher Bürgermeister aus der Seele. Denn die Stadt hat gerade die neue Image-Kampagne „Stadt mit Weitsicht“ angestoßen und möchte direkt unterhalb der Klinik attraktives Bauland anbieten. Was vor einem leer stehenden Gebäude sicherlich schwer werden dürfte. „Am 16. Juni fällt die Entscheidung. Dann sehen wir weiter“, stellte Eva Irrgang fest.

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