Lengerich
Licht in der Dunkelheit

Dienstag, 26.10.2010, 23:10 Uhr

Lengerich - Nachts im Mondschein standen am Montagabend Zuschauer gespannt auf dem Schulhof des Hannah-Arendt-Gymnasiums, um einem besonderen Schauspiel beizuwohnen. Nikola Dicke war mit ihrem „Grafittimobil“ vorgefahren, um kunstvoll inszenierte Lichtbilder an den Wänden des Schulgebäudes entstehen zu lassen. Trotz Kälte verfolgten alle Anwesenden erwartungsvoll und teilweise ratlos die Arbeit der Lichtkünstlerin, die schließlich ein Kunstwerk mit Kindern inmitten einer gemauerten Wand präsentierte. Ein Bild, das viele Assoziationen weckt:

Pink Floyd „The wall“. Wer erinnert sich nicht an die Hymne der Schülerrebellion in den 1980er Jahren? In der Lichtinstallation werden jedoch keine Mauern von aufbegehrenden Schülern durchbrochen. Scheinbar zufriedene Kinder werden von einer Mauer eingerahmt. Fragen drängen sich bei den Zuschauern auf: „Warum rebellieren unsere Kinder nicht?“ „Welche Ziele haben unsere Kinder heute?“

Die Baustelle. Die Künstlerin verarbeitet die aktuellen Baumaßnahmen am HAG . Die Kinder der Lichtinstallation auf dem Bild werden in einer Baustelle projiziert. Ist die Baustelle nicht das beste Sinnbild für die Situation der Schüler inmitten der unendlichen Debatte über Bildungspolitik? Nikola Dicke stellt die Kinder klar in den Mittelpunkt der „Baustelle Bildungsdiskussion“.

Viele Fragen und Gedanken an einem kalten Oktoberabend. Dank des vergänglichen Kunstwerks gelangte zumindest für zwei Stunden etwas Licht ins Dunkel. In jedem Fall war dieses Kunstprojekt ein eindrucksvoller und kreativer Ansatz, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Schule, Erziehung und Bildung ins Gespräch zu kommen. Vielleicht entsteht so ein dauerhaftes Licht im Dunkel der Bildungsdebatte. Das hoffen etliche der Zuschauer.

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