Lengerich
Blick auf die Urkunde von 1147

Mittwoch, 30.03.2011, 13:03 Uhr

lengerich - 35 Kilometer Regale, 100 000 Urkunden - das ist im Landesarchiv NRW in Münster zu finden. Kann man dort vielleicht auch Urkunden finden, die etwas zu der Recherche „Geschichte der Schulen in Lengerich “ beitragen könnten? Dieser Frage ist der Arbeitskreis Geschichte des Heimatvereins Lengerich nachgegangen.

Von Dr. Wolfhart Beck wurden die Mitglieder begrüßt. „Ich freue mich besonders, in die Archivarbeit eine Gruppe aus Lengerich einführen zu dürfen; denn ich bin in Lengerich aufgewachsen und fühle mich mit der Stadt noch immer verbunden“, sagte Beck.

Im ersten Teil des Nachmittags stellte er die Arbeitsbereiche und Aufträge des Archivs vor, heißt es in einem Bericht des Arbeitskreises.

„Das Archiv „übernimmt und bewertet Unterlagen von bleibendem Wert, ordnet und erschließt sie.“ Es ist öffentlich und für jeden nutzbar. Den Jüngsten werde schon im Vorschulalter das Archiv in spielerischer Form vorgestellt. In den vergangenen Jahren kommen zur Recherche besonders viele Personen, die sich mit der Familienforschung beschäftigen.

Nach der Einführung in die Regularien folgte der Gang durch das Magazin: 18 Grad Celsius Raumtemperatur, 55 Prozent Luftfeuchtigkeit, konstant Tag und Nacht. Das sind die äußeren Voraussetzungen für die Lagerung. Keine Fenster, keine schädlichen Lichteinflüsse und keine Mäuse oder Bücherwürmer, denn die Räume sind auch davor geschützt, ebenso wie vor Feuer und Wasser.

Wie man eine bestimmte Akte in den 35 Kilometer messenden Realreihen findet, erläuterte Wolfhart Beck. Sortiert werde unter anderem nach Herkunft der Behörden, zum Beispiel „Kreis Tecklenburg“. Er wies hin auf die so genannten Findbücher, die die Arbeit erleichtern, und verwies auf das Findbuch für den Kreis Tecklenburg mit der Bezeichnung „B259“.

Ein Höhepunkt für den Arbeitskreis beim Rundgang war die Urkunde, die unter KU (Kaiser- und Königsurkunden) einsortiert war. Zur Entnahme zog sich Wolfhart Beck weiße Baumwollhandschuhe an und präsentierte das Prachtstück: Die Urkunde von 1147, in der Lengerich zum ersten Mal erwähnt wird.

Weitere Akten und Unterlagen hatte der Archivar schon zusammengestellt, da ihm bei der Anmeldung das Thema „Geschichte der Lengericher Schulen“ genannt worden war.

Für diesen Service und die weiteren Bemühungen sprach Dr. Alfred Wesselmann, Vorsitzender des Arbeitskreises Geschichte, namens aller Mitglieder den besonderen Dank aus. Jeder Teilnehmer hatte dann die Möglichkeit, ein bisschen in seinem Spezialgebiet zu stöbern. Es fanden sich, so der Arbeitskreis, neue Hinweise, beispielsweise über die Bauerschaftschule Wechte.

Für einige Mitglieder taten sich neue Schwierigkeiten auf; zwar lagen die Akten fein säuberlich auf dem Tisch, aber das Lesen war nicht leicht. Zum einen waren viele der Akten in Deutscher Schreibschrift oder Sütterlinschrift geschrieben, zum anderen auch nicht ordentlich.

Insgesamt ein gelungener, aufregender Nachmittag, der positive Auswirkungen auf die weiteren Arbeiten haben wird, endet der Bericht.

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