Lengerich
Das geht unter die Haut

Donnerstag, 28.07.2011, 22:07 Uhr

Lengerich - Sieben Jahre nach der Einweihung geht es der Gempt-Halle an die Fassade. Am Donnerstagnachmittag hat eine Fachfirma aus Brühl damit begonnen, die Platten aus Cortenstahl zu demontieren. Zunächst, das betont Michael Rottmann , werde nur in einem Feld die Außenhaut entfernt. Das befindet sich am südlichen Ende der zum Gempt-Schornstein liegenden Seite.

„Welch ein Glück, dass wir den Hubwagen haben“, sagt der Hallen-Manager mit Blick auf den zügig vonstatten gehenden Abbau der rostigen Teile. Rund 150 Kilogramm wiegt eine der großen Platten. Der Rost ist gewollt, bildet eine Korrosionsschutzschicht und sieht auch noch gut aus. So jedenfalls hat vor sieben Jahren die Begründung für diese Art der Fassade gelautet. Alternative wäre eine Klinker-Außenhaut gewesen.

Ein Zufall, so Frank Lammert , habe ans Tageslicht gebracht, dass mit den Cortenstahl-Platten nicht alles so gelaufen sei, wie vom Auftraggeber, der Lengericher Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (LGE) bestellt. „Gegen die Fassade ist vor Jahren mal ein Lkw gefahren“, erzählt der Geschäftsführer des zu 100 Prozent der Stadt gehörenden Unternehmens. Beim Blick auf die Unterkonstruktion sei klar geworden, dass dort nicht alles so ist, wie es hätte sein müssen.

Ein Gutachter ist eingeschaltet worden. Resultat: Ein Teil der Aufhängung auf der Rückseite der Platten, insbesondere bei den Anschweißbolzen, ist nicht aus Cortenstahl gefertigt und verfügt nicht über ausreichenden Korrosionsschutz.

Ein klarer Fall, um Regressansprüche anzumelden. Doch die bauausführende Firma hat vor drei Jahren Insolvenz angemeldet.

Jetzt ist eine Fachfirma aus Brühl beauftragt worden. Ein Feld der Fassade wird demontiert. Die Stahlplatten werden zum Firmensitz in der Nähe von Köln gebracht. Dort wird die Haltekonstruktion entsprechend bearbeitet und für einen umfassenden Rostschutz Sorge getragen. Dann gehen die Teile zurück nach Lengerich und werden wieder montiert.

„Das kann schon September werden“, schätzt Markus Nikolai, Mitarbeiter der beauftragten Firma Röbel, gestern auf der Baustelle.

„Eine unmittelbare Gefahr für Passanten besteht nicht.“ Auf diese Tatsache legt Friedhelm Schallenberg Wert. Jede Platte sei angeschweißt, könne sich nicht „einfach so“ lösen, erläutert der ebenfalls als LGE-Geschäftsführer eingesetzte städtische Bedienstete.

Abmontiert werden die Platten von oben nach unten. Genau umgekehrt ist die Reihenfolge, wenn die überarbeiteten Platten wieder montiert werden. Während der Zeit, in der Außenhaut in Brühl „geliftet“ wird, wird die Fassade provisorisch vor Witterungseinflüssen geschützt. „Auf die Veranstaltungen in der Gempt-Halle hat das alles überhaupt keinen Einfluss“, unterstreicht Michael Rottmann. Zurzeit, in den Ferien, sei das Geschäft ohnehin etwas ruhiger, fügt er hinzu.

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