Lengerich
Keine Lust auf Hängepartie

Samstag, 09.07.2011, 06:07 Uhr

Lengerich - Die Männer der Basis reden nicht lange um den heißen Brei herum. Sie sprechen in Sachen Kalk- und Zementindustrie Klartext. „Wir wollen sofort in die Regionalplanung eingebunden werden!“ Verlangen Reinhard Marchill (Dyckerhoff-Betriebsratsvorsitzender) und Johannes Kleinheider (Calcis-Betriebsratsvorsitzender). Sie sprechen für 230 beziehungsweise 38 Beschäftigte.

„Wir fordern für die Standorte Lengerich und Lienen Planungssicherheit“, legt Karl-Heinz Horstkotte nach. Die nämlich sieht der stellvertretende Dyckerhoff-Aufsichtsratsvorsitzende im Augenblick nicht gegeben. Die Bezirksregierung Münster hat im Regionalplan-Entwurf das Thema Abgrabung - warum auch immer - ausgeklammert. Darüber soll später separat befunden werden.

Da wittern Heinz Rittermeier (DGB-Regionsvorsitzender Münsterland) und Günter Bergener (DGB-Ortsverbandsvorsitzender Lengerich) drohendes Ungemach. Sie wissen: „Die Betriebe brauchen langfristige Perspektiven.“

Da wird es in Lienen für Calcis (ehemals Schencking) schon ganz schön eng. Nur noch sieben Jahre läuft die Abgrabungsgenehmigung. Jahrelange Verfahren mit Gutachten, Anhörungen, Sitzungen und Abwägungen lassen die Zeit knapp werden. Über Ängste und unwohle Gefühle aus den Belegschaften berichten Kleinheider und Marchill („Jeder macht sich so seine Gedanken um den Arbeitsplatz“).

Für Karl-Heinz Horstkotte muss die Hängepartie schnell ein Ende haben. Mit Blick auf Lienen wird er deutlich: „Der Lienener Bürgermeister muss sich bekennen, ob er die Kalkindustrie haben will oder nicht.“ Der 64-Jährige hat mit Genugtuung registriert, dass der Lengericher Amtskollege Dyckerhoff „mitträgt.“

Die Betriebsräte machen folgende Rechnung auf: An jedem Arbeitsplatz in der Kalkindustrie hängen bis zu drei Jobs bei Zulieferern. Macht zusammen 804. Das Dyckerhoff-Werk ist ein Wirtschaftsfaktor. Allein sechs Millionen Euro jährlich fließen in die heimische Region für Reparaturen und Unterhaltung.

Von der Bezirksregierung und den Politikern erwarten Horstkotte und Co. Taten. Heinz Rittermeier im Lengericher DGB-Büro während der Konferenz „Die Zukunft der Zement- und Kalkindustrie in Lengerich und Lienen“: „Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.“ Auf Landesebene plant der DGB weitere Aktionen. Auch ein Arbeitskreis Rohstoffsicherung wird eingerichtet.

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