Lengerich
Als die Kirche zu klein war

Freitag, 12.08.2011, 10:08 Uhr

Lengerich - Ein Besuch des Bischofs von Münster, Dr. Joseph Höffner (später Kardinal in Köln) zu Beginn der 1960er Jahre war der Stein des Anstoßes für den Umbau der Pfarrkirche St. Margareta . Damals war die Kirche bei einer Firmung derart überfüllt, dass der Bischof Pfarrer Albert Banniza aufforderte, eine Erweiterung der Kirche ins Auge zu fassen.

Es dauerte allerdings noch ein paar Jahre, ehe der Kirchenvorstand sich 1966 unter Vorsitz von Pfarrer Josef Schlüter mit dem Gedanken befasste, ein Gemeindezentrum, einschließlich einer Kirchenerweiterung, zu schaffen. Es war ein langer Weg der Planung und Vorbereitung zu gehen, schreibt die Kirchengemeinde.

In einer großen Spendenaktion sammelten die Gemeindemitglieder im Jahr 1968 durch den Verkauf von sogenannten Bausteinen die stolze Summe von damals 39 198,50 D-Mark.

Am 8. März 1971 war es soweit. Letztmalig wurde in der alten Pfarrkirche die Eucharistie gefeiert. Danach wurde das Gotteshaus nach den Plänen des Architekten Ludes aus Dorsten durch die Firma Backhaus (Lengerich) umgebaut. Die Gottesdienste wurden in der Bauzeit werktags in der im März fertig gestellten Werktagskirche und im Gemeindehaus, das 1969 eingeweiht worden war, gefeiert. An den Wochenenden stellte der Kreis der Kirchengemeinde die Aula der Handelsschule für die Messfeiern zur Verfügung.

Zum Osterfest verkündete Pfarrer Josef Schlüter, die Spendenbereitschaft der Gemeinde sei ungebrochen. Bis dahin wurden 72 000 D­- Mark als Spenden verbucht. Er äußerte sich zuversichtlich, die notwendigen 100 000 D-Mark Eigenleistung zu erlangen.

Beim Umbau der Kirche wurde der markante Zwiebelturm so belassen, wie er 1928 erbaut wurde. Heute steht er unter Denkmalsschutz. Der Abriss und Wiederaufbau des Kirchenschiffes ging zügig voran. Die örtliche Bauleitung hatte Architekt Willi Feldwisch übernommen. So wurde schon am 25. Juni 1971 Richtfest gefeiert. Dem Grundstein, vom ersten Bau der Kirche unversehrt erhalten, wurde am 25. September 1971 feierlich eine weitere Urkunde beigefügt.

Am 7. November 1971 vollzog Bischof Heinrich Tenhumberg die Wiedereinweihung der Kirche. Im Weihe-Gottesdienst wurden Reliquien der heiligen Ida und der heiligen Felicitas in den Altar eingemauert. Begleitet wurde Bischof Tenhumberg von seinem bischöflichen Kaplan, Dr. Heinrich Mussinghoff, dem heutigen Bischof von Aachen.

Nach dem Festgottesdienst fand im Gemeindehaus ein großer Empfang statt. Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden Lengerichs, des Rates und der Verwaltung der Stadt, der Parteien, der Schulen, benachbarte und befreundete Priester, die Vertreter der am Umbau beteiligten Firmen, die gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes sowie der verschiedenen Organisationen wurden persönlich von Bischof Heinrich Tenhumberg und Pfarrer Josef Schlüter begrüßt. Am Abend des Festtages versammelte sich die Pfarrgemeinde im Saal Windmöller-Potjörn zur Feier des Kirchweihfestes.

In den folgenden zwei Wochen fanden im Rahmen der Kirchweihe zahlreiche Veranstaltungen für die verschiedenen Zielgruppen der Gemeinde statt.

Der 40. Jahrestag der Wiedereinweihung soll ebenfalls gefeiert werden, beschlossen die Vertreter der einzelnen Organisationen, die sich im Ortsausschuss St. Margareta zusammenfinden.

So soll der Senioren-Ehrentag am Sonntag, 6. November, in St. Margareta stattfinden. Eingeladen sind alle Seniorinnen und Senioren der gesamten Gemeinde Seliger Niels Stensen. Am Samstag, 12. November, wird um 17.30 Uhr ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Im Anschluss daran treffen sich alle Gemeindemitglieder im Gemeindehaus zu einem fröhlichen Abend der Begegnung, teilt die Kirchengemeinde mit.

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