Lehrer in dem Sommerferien
Sechs Wochen Urlaub? – Ein Trugschluss

Lengerich -

Sechs Wochen auf der faulen Haut liegen? Davon können in den Ferien die meisten Lehrer nur träumen. Sie sammeln und sichten Material, räumen den Schreibtisch auf oder machen sich Gedanken über Prüfungsaufgaben.

Montag, 30.07.2012, 12:07 Uhr

Lehrer in dem Sommerferien : Sechs Wochen Urlaub? – Ein Trugschluss
Nachdem der Schreibtisch sortiert worden ist, kann der Urlaub angetreten werden. Foto: Jens Schierenbeck/dpa/tmn

„Lehrer in den Ferien ? Da gibt es keinen Unterschied zu den Schülern. Die machen genauso Urlaub wie wir und rühren die Schulsachen sechs Wochen lang nicht an.“ Diese Aussage lässt sich wohl auf fast jeden Schüler eins zu eins übertragen und sorgt bei Lehrern auf der einen Seite für Heiterkeit, auf der Anderen für ein leichtes Schmunzeln.

Unterlagen aufräumen und sortieren

„Sechs Wochen Ferien sind nicht ganz richtig“, stellt Günter Mond , Lehrer für Deutsch und Latein am Hannah-Arendt-Gymnasium fest. „Zu Beginn der Ferien räume ich zum Beispiel meinen Schreibtisch auf und sortiere Sachen aus, die ich im kommenden Jahr nicht mehr brauche.“ Die eigentliche Vorbereitung schiebe er allerdings auf bis in die letzte Ferienwoche. „Wenn mir ein interessantes pädagogisches Buch in die Finger gerät, lese ich es, ansonsten heißt es erstmal Abschalten.“ Die Abwesenheit von Heftkorrekturen und von jeder terminlichen Verpflichtung seien das schönste an den Ferien, Langeweile ein ungewohnt schöner Genuss.

Auf das neue Schuljahr vorbereiten

Christina Eschmann hat in diesem Jahr ihr Referendariat erfolgreich absolviert und ist nun Grundschullehrerin. „Da ich nächstes Jahr an einer Schule mit hohem Migrantenanteil arbeiten werde und ich in der Förderung dieser eingesetzt werde, ist Deutsch als Zweitsprache auch ein Thema zu dem ich Material sichten, lesen und sondieren werde“ beschreibt sie eine ihrer Tätigkeiten in den Ferien. Auch ihr Freund ist im Lehrerberuf tätig und bereitet sich in den Ferien schon auf die anstehenden Prüfungen vor, sichtet Material und überlegt sich, welcher Stoff sich für eine Prüfung eignet.

Dass es nicht immer einfach ist, sich auf das kommende Schuljahr vorzubereiten, wissen beide Lehrer. „Den genauen Stundenplan bekommen wir erst kurz vor Schuljahresbeginn“, erläutert Eschmann. „Das erschwert die Planung ein wenig.“ Es gebe aber auch Kollegen, die schon vorher wüssten, welche Klassen sie unterrichten und sich daher gezielt und in Ruhe vorbereiten könnten.

Mit den ersten Konferenzen geht es wieder los

Neben den Vorbereitungen für das anstehende Jahr müssen aber auch „Altlasten“ aus dem vergangenen Schuljahr bearbeitet werden. Dazu gehört zum Beispiel das Abheften von alten Listen, Klausuren und Entschuldigungszetteln. Nicht wenige Lehrkräfte resümieren auch ihren Unterricht und überlegen, was sie besser machen können und sichten gegebenenfalls Fördermaterial, um ihren Unterricht noch effektiver zu machen. Mit der ersten Konferenz zum Ende der Sommerferien beginnt dann auch das Schulleben wieder . „Es bleibt aber trotzdem noch genügend Zeit zur Erholung“, sagte Günter Mond. Er wird in den Ferien nach Thüringen an einen Badesee fahren und dort viel Zeit mit seiner Familie verbringen. „Die Entspannung kommt auf keinen Fall zu kurz“, schließt sich Christina Eschmann an.

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